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Pirnaer frischt Dresdens Nachtleben auf

Daniel Schilf hat eine eigene Party-Reihe aufgebaut. Sie läuft so gut, dass die Leute Schlange stehen. Jetzt will er mehr.

Von Ronny Zimmermann

Daniel Schilf führt ein Leben, von dem viele Jugendliche nur träumen. Mehrmals pro Woche besucht er Diskotheken und hört die neueste Musik. Doch während die anderen ausgelassen tanzen, ihre Hüften schwingen und den Refrain laut mitsingen, bleibt Schilf ganz konzentriert. Er sei aus beruflichen Gründen auf der Party, wie er mit einem Augenzwinkern sagt. Kein Alkohol, kein wildes Tanzen – er beobachtet nur und achtet auf jedes Detail.

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Der 21-Jährige ist Eventmanager. Er denkt sich kreative Konzepte für Diskotheken aus und entscheidet, wie eine Veranstaltung abläuft. „Da ist es ganz normal, dass ich regelmäßig schaue, was in den Dresdner Clubs momentan angesagt ist, um die Szene gut zu kennen“, sagt Schilf. Das hat allerdings auch einen kleinen Beigeschmack: „Ich kann nicht mehr normal weggehen, sondern fange immer gleich an, die verschiedenen Formate miteinander zu vergleichen.“ Die Dresdner Party-Landschaft sei extrem schnelllebig. Was gestern noch hip war, kann morgen schon total öde sein.

Daniel Schilf hat dies erkannt und sich eine kleine Nische aufgebaut. Der Pirnaer begann eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann. Schnell merkte er, wie es hinter den Kulissen läuft. DJs anheuern, Werbung streuen und eine Marke werden – der junge Mann packte all seinen Mut zusammen und probierte sein eigenes Ding. „Ich kannte ein paar Freunde, die in der Szene aktiv sind und mir beim Einstieg halfen“, erzählt er. Dann startete er durch.

Hohe Gagen für richtig gute DJs

Im „Kiezklub“ in Dresden-Neustadt, einer Bar mit unterkellertem Tanzbereich, war etwas Luft im Kalender. Die Betreiber suchten jemanden, der eine neue Partyidee konzipieren und einmal pro Monat veranstalten könnte. „Das war wie für mich gemacht“, sagt Schilf.

Seiner Disco-Reihe gab er den Namen „Make it nasty!“. Jugendgerecht übersetzt, bedeutet dieses Motto: Es darf auch mal versaut zugehen. Damit hebt sich das Konzept deutlich von der Konkurrenz ab. „Wer mit uns feiert, der ist jung, nicht so verklemmt, will in der Partynacht ein bisschen Spaß haben und steht auf gute Musik“, erklärt Schilf. Meist werden Hip Hop, Dubstep und Trap gespielt. Das seien neuere Musikstile, die aber dennoch eine breite Masse ansprechen.

Zudem ging er bei der Aufbereitung einen anderen Weg. „Make it nasty!“ verschenkt nur selten Getränkegutscheine oder Freikarten an das Publikum. Stattdessen wird das dadurch eingesparte Budget verwendet, um hochkarätige DJs für die Partygäste zu buchen. Schilf selbst hört sich im Internet die Zusammenschnitte der Musiker an: „Manchmal sitze ich acht, neun Stunden vor dem Computer und klicke mich von Musikstück zu Musikstück.“

Wenn ihm der Stil eines Künstlers gefällt, ruft er ihn an und verhandelt den Preis. So lockte er schon DJs aus Amsterdam, München und Berlin nach Dresden. „Gagen im guten dreistelligen Bereich für eine Nacht sind heutzutage keine Seltenheit, aber wir wollen unsere Gäste musikalisch begeistern“, sagt der Pirnaer.

Seit Januar 2013, als „Make it nasty!“ das erste Mal im Kiezklub stattfand, hat sich die Reihe gut entwickelt. Jeden ersten Freitag im Monat zieht die Veranstaltung junge Leute zwischen 16 und 28 Jahre an. „Zuletzt mussten wir einen Einlass-Stopp verhängen, weil die Tanzfläche einfach schon zu voll war“, sagt Schilf. Da war es gerade mal kurz nach Mitternacht, eine ganz normale Zeit, um zur Disco zu gehen.

Nun zieht Schilf mit seiner Marke in den Blauen Salon nach Dresden um: „Wir wollen vorerst einmalig schauen, ob wir den größeren Laden füllen können.“ Wenn es klappt, hat Schilf sein Projekt endgültig im Dresdner Nachtleben etabliert.

Die Sächsische Zeitung verlost für die Party am 18. April im Blauen Salon Dresden 3x2 Freikarten. Wer gewinnen will, ruft heute, zwischen 14 und 14.10 Uhr,

unter  03501 56335610 an. Mindestalter: 18 Jahre