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Ansturm auf Privat-Schulen hält an

Am Evangelischen Schulzentrum Pirna werden drei neue 5. Klassen gebildet. Anmeldungen gab es für fünf. In Tharandt, Freital und Rabenau sieht es ähnlich aus.

Das Evangelische Schulzentrum in Pirna hätte viel mehr als drei neue 5. Klassen aufnehmen können.
Das Evangelische Schulzentrum in Pirna hätte viel mehr als drei neue 5. Klassen aufnehmen können. © Norbert Millauer

Die Schulen in Freier Trägerschaft sind im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sehr beliebt. Das geht aus den Anmeldezahlen für die 5. Klassen für das kommende Schuljahr hervor. Es drängen mehr Kinder an die Schulen, als die Kapazitäten zulassen. Das betrifft insbesondere die Oberschulen. In der Sekundarstufe gibt es im Landkreis auch vier Privat-Schulen in Pirna, Freital, Tharandt und Rabenau. Zudem einige Grundschulen.

Die übergroße Mehrheit der Eltern von zukünftigen Fünftklässlern hat ihre Kinder an den 27 allgemeinbildenden öffentlichen Schulen angemeldet. Derzeit läuft die Klassenbildung. Am 4. Juni 2020 erhalten die Eltern dieser knapp 1.900 Fünftklässler die Information, an welcher Schule ihr Kind im neuen Schuljahr lernen wird. 

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Bei den Schulen in Freier Trägerschaft ist die Auswahl bereits erfolgt. Sächsische.de gibt einen Überblick, wie viele Schüler dort für die neuen 5. Klassen angemeldet wurden.

Evangelisches Schulzentrum Pirna

Das war Post, die Freude ins Haus gebracht hat. Die Eltern von 80 zukünftigen Fünftklässlern erhielten bereits im Februar die Mitteilung, dass ihre Sprösslinge in die neuen 5. Klassen der Oberschule am Evangelischen Schulzentrum in Pirna aufgenommen werden. Diese Briefsendungen bedeuteten aber auch, dass den Eltern von 60 weiteren Kindern abgesagt werden musste, denn die Zahl der 140 Anmeldungen überstieg bei Weitem die Kapazität der Schule. 

Die angenommenen 80 Kinder werden im kommenden Schuljahr in drei Klassen unterrichtet. Auch im vergangenen Jahr wurden drei Klassen gebildet. Da gab es sogar 167 Anmeldungen, im Jahr zuvor waren es 142, teilt Rosemarie Smetana vom Evangelischen Schulzentrum mit.

Eine gymnasiale Oberstufe ab Klasse 5 gibt es am Evangelischen Schulzentrum zwar nicht, aber ein berufliches Gymnasium. Dort kann ab Klasse 11 die Hochschulreife erworben werden.

Oberschule Sabel Freital

Mehr Anmeldungen als Plätze verzeichnete auch die Oberschule Sabel in Freital. Erstmals in den zehn Jahren ihres Bestehens musste deshalb Eltern abgesagt werden, wie Schulleiter Uwe Meier mitteilte.

Für das Schuljahr 2020/21 wurden 51 Kinder für die neuen 5. Klassen angemeldet. In die zwei geplanten Klassen konnten aber nur 48 aufgenommen werden, weil die Klassen eine maximale Größe von 24 Schülern haben. In den Jahren zuvor gab es 42 beziehungsweise 33 Anmeldungen. Die Eltern haben in der ersten Märzwoche die Entscheidung über die Aufnahme beziehungsweise Ablehnung erhalten.

Der Schulleiter führt die gute Entwicklung auf mehrere Faktoren zurück. Die Oberschule habe sich etabliert und werde vermehrt von Freitalern gewählt. Bisher kamen viele Schüler aus dem Umland. Aber auch das Wachstum der Stadt habe dafür gesorgt, dass die Zahl der Schulkinder im Einzugsgebiet gestiegen ist. "Es ist inzwischen auch bekannt, dass sehr wenig Unterricht ausfällt, und dass bei Problemen zeitnah und mit den Eltern zusammen reagiert wird", sagt Meier.

Die Oberschule Sabel in Freital konnte erstmals nicht alle Anmeldungen für 5. Klassen berücksichtigen.
Die Oberschule Sabel in Freital konnte erstmals nicht alle Anmeldungen für 5. Klassen berücksichtigen. © Andreas Weihs

Evangelisches Gymnasium Tharandt

Am Evangelischen Gymnasium Tharandt war es dieses Jahr besonders spannend. Denn mit dem neuen Gymnasium in Wilsdruff gibt es eine neue Alternative in der Nähe. "Für das Schuljahr 2020/21 haben wir bis jetzt 45 Zusagen vergeben und sind damit absolut zufrieden", sagt Achilles Markert, der Geschäftsführer des Christlichen Schulvereins Wilsdruffer Land, der Träger des Gymnasiums in Tharandt ist. 

Das Gymnasium läuft zweizügig und hätte bis zu 48 Schüler aufnehmen können. Dass das noch der Fall werden wird, ist bereits abzusehen. Denn am benachbarten neuen Gymnasium in Wilsdruff wurden viel mehr Kinder angemeldet, als bisher aufgenommen wurden. Wie vielen Eltern noch abgesagt werden muss, ist allerdings noch unklar. Dass es mehr Anmeldungen als Plätze gab, das war in Tharandt vor drei Jahren übrigens auch der Fall, als es das Wilsdruffer Gymnasium noch nicht gab.

Die jährliche Aufnahmezahl in Tharandt werde individuell festgelegt, unter anderem in Abhängigkeit von möglichen Integrationsschülern. "Bei uns gibt es eine ausgewogene Mischung von Jungen und Mädchen und unterschiedlichen Leistungen", erklärt Markert. 

Auf eines wird jedoch nicht verzichtet: In Tharandt ist die Bildungsempfehlung der vorherigen Grundschule fürs Gymnasium eine Zulassungsvoraussetzung. An öffentlichen Schulen ist das nicht zwingend. Nach einem entsprechenden Gerichtsurteil dürfen die Eltern entscheiden, an welchen öffentlichen Schulen sie ihre Kinder anmelden. 

Wer die noch möglichen zwei letzten Plätze in Tharandt ergattern will, kann sich noch kurzfristig melden, erklärt Markert. Das übliche Aufnahmeverfahren müsse aber trotzdem durchlaufen werden.

Regenbogen-Oberschule Rabenau

Auch an der DPFA-Regenbogen-Oberschule in Rabenau gab es mehr Anmeldungen als Plätze. Die Schule läuft einzügig und nimmt für die 5. Klasse des kommenden Schuljahres 25 Schülerinnen und Schüler auf. Angemeldet wurden 40. Über die Aufnahme oder Ablehnung wurden die Eltern bereits informiert.

Ähnlich war die Situation in den beiden Jahren zuvor. Da wurden jeweils um die 50 Kinder von ihren Eltern angemeldet. Aufgenommen wurden schließlich jeweils 26 in einer Klasse. 

Der Träger der Schule begann 1990 als Deutsche Private Finanzakademie und machte betriebs- und finanzwirtschaftliche Schulungen. Daher kommt die Abkürzung DPFA. Seit 1998 wurden die Angebote des Familienunternehmens auf Schulen erweitert. 2005 wurde die Oberschule in Rabenau gegründet.

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