merken
PLUS

Pirna

Tafel Pirna verschärft Sicherheit

Seit Dienstag tragen die Tafel-Mitarbeiter in Pirna Mundschutz. Die Freitaler Tafel bringt Lebensmittel sogar nach Hause. Eine andere Ausgabestelle schließt.

Sandra Furkert leitet die Pirnaer Tafel. Hier trägt sie noch keinen Mundschutz. Seit Dienstag müssen die Mitarbeiter den jedoch tragen.
Sandra Furkert leitet die Pirnaer Tafel. Hier trägt sie noch keinen Mundschutz. Seit Dienstag müssen die Mitarbeiter den jedoch tragen. © Daniel Schäfer

Die gute Nachricht zuerst: Die Pirnaer Tafel versorgt trotz Corona-Krise die Kunden weiterhin mit Lebensmitteln. Allerdings gelten seit Dienstag verschärfte Sicherheitsmaßnahmen in den drei Ausgabestellen in Pirna und Heidenau. "Ab sofort tragen unsere Mitarbeiter Mundschutz, den wir stellen", sagt Tafelleiterin Sandra Furkert. Dass die Helfer Einweg-Handschuhe benutzen, ist ohnehin selbstverständlich. Nur noch jeweils zwei Personen dürfen die Ausgabestellen betreten,  um sich Lebensmittel abzuholen. Vor den Ausgabestellen sorgen Tafelmitarbeiter dafür, dass die Wartenden einen genügend großen Abstand halten.

Trotz zahlreicher Hamsterkäufe sei die Versorgung der Pirnaer Tafel mit Lebensmitteln gesichert. "Die Läden geben gut ab", so Furkert. Eine Schließung der Tafel vor dem Hintergrund der Corona-Krise wie in anderen Regionen sei für Pirna vorerst nicht zu befürchten. "Der Landesverband Tafel Sachsen hat uns zugesichert, dass wir in Pirna weiterhin öffnen dürfen. Der Verband unterstützt uns auch mit Lebensmitteln", so Furkert.

Anzeige
Gemeinsam allem gewachsen

Die Sparkassen-Versicherung Sachsen ist auch in dieser außergewöhnlichen Situation für ihre Kunden da.

Auch in Freital arbeitet der Tafelladen weiter, wie Leiterin Karin Rauschenbach bestätigt. Allerdings ist die Ausgabestelle Am Markt 3 geschlossen. "Die Ausgabe ist relativ klein, ich habe Angst, dass die Kunden den nötigen Mindestabstand nicht einhalten", begründet Rauschenbach diese Schließung. Nach wie vor können die Kunden aber Lebensmittel in der Ausgabestelle Dresdner Straße 248 erhalten. 

Ab kommenden Montag bietet die Tafel Freital  einen besonderen Service. Wer Angst vor einer Ansteckung durch seine Mitmenschen hat, kann sich auch die benötigten Lebensmittel nach Hause liefern lassen. "Das Prinzip ist einfach. Die Kunden müssen bei uns anrufen und mitteilen, was sie benötigen.  Wir stellen dann alles zusammen und fahren das Paket zu ihnen nach Hause", sagt Rauschenbach. Unterstützt wird dieser Service von der Freitaler Pizzeria Shahi Palace, die den Lieferdienst übernimmt.

Generell weist Karin Rauschenbach darauf hin, dass auch Menschen, die sich jetzt in Kurzarbeit befinden, ein Anrecht auf die Versorgung durch die Tafeln haben. "Sie sollten keine Scheu empfinden,  zu uns zu kommen. Wir haben genügend Lebensmittel", betont Rauschenbach.

Anders ist die Situation in Neustadt. Die Tafel schließt. Die Versorgung der 80 bis 90 Haushalte wurde komplett eingestellt. "Aufgrund der Personaldecke und der hohen hygienischen Anforderungen  können wir die Ausgabe nicht aufrecht erhalten", sagt Tafelleiter Patrick Simon. Die Schließung dauert zunächst bis zum 14. April. Simon geht davon aus, dass sich die Tafelkunden jetzt vermehrt selber mit Lebensmitteln eindecken und dabei verstärkt die Sonderangebote im Einzelhandel in den späteren Abendstunden nutzen.

Wegen der Infektions-Situation sind sachsenweit elf Tafeleinrichtungen vorübergehend geschlossen, fünf Tafeleinrichtungen gewährleisten den kompletten Regelbetrieb und 27 Tafeleinrichtungen sind unter Einschränkungen weiterhin tätig. Das teilt der Landesverband Tafel Sachsen auf seiner Internetseite mit.

Noch mehr Nachrichten aus Pirna, Freital und Sebnitz.