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Pirnas Grüne kritisieren Flutschutz

Nach der Schlammlawine in Neundorf fordert die Partei, dass künftig weniger Ackerflächen versiegelt werden.

Nächtlicher Feuerwehreinsatz in Neundorf: Wasser und Schlamm hatten Gullys und Kanäle verstopft.
Nächtlicher Feuerwehreinsatz in Neundorf: Wasser und Schlamm hatten Gullys und Kanäle verstopft. © Bernd März

Angesichts der Schlammlawine, die vergangene Woche nach einem Regenguss den Pirnaer Ortsteil Neundorf überrollt hatte, haben die Pirnaer Grünen den Flutschutz als unzureichend bemängelt. 

„Der Fall in Neundorf hat wieder einmal gezeigt: Die Tallagen von Pirna bleiben bei Starkregen von Schlammlawinen bedroht“, sagt der neu gewählte Stadtrat Sebastian Gilbert. Nach wissenschaftlichen Voraussagen, so der Abgeordnete, würden solche Ereignisse im Zuge des Klimawandels noch häufiger und intensiver. 

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Man müsse fragen, was Pirna tut, um solchen Katastrophen vorzubeugen. Weil es immer wieder erosionsgefährdete Ackerflächen betreffe, auf denen das Unheil entsteht, fordert Gilbert, diese in Zukunft schrittweise in wasserspeichernde Wiesen- und Waldflächen umzuwandeln. Die seien gegenüber reinen Ackerflächen in der Lage, ein Vielfaches an Wasser aufzunehmen. „Zudem sind sie in der Unterhaltung wesentlich günstiger und auch sicherer als Rückhaltesysteme, wie man zuletzt am Großsedlitzer Hang sehen musste“, sagt Gilbert.

 Am Großsedlitzer Hang war vor geraumer Zeit ebenfalls eine Schlammlawine niedergegangen, obwohl Heidenau und Pirna für mehrere Millionen Euro einen Flutschutz hatten errichten lassen, um von den Großsedlitzer Feldern abfließendes Wasser zu bremsen. Aus Gilberts Sicht trage es auch zur Klimaverbesserung bei, wenn Ackerflächen aufgeforstet werden. Völlig kontraproduktiv sei es hingegen, solche Flächen zu versiegeln. Dann versickere noch weniger Wasser und bekomme erst recht Schwung, um im Tal Schäden anzurichten. Genau dies lasse aber der geplante Industriepark Oberelbe (IPO) befürchten – zum Nachteil der Anwohner, die im Abflussgebiet wohnen.

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