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Pirna

Pirnas OB sucht den Dialog auf der Straße

Nach den Corona-Protesten initiiert der Rathauschef am 20. Mai ein Treffen auf dem Markt, Stadtrat und Parteien unterstützen ihn. Aber es bleibt ein Wagnis.

Pirnas OB Klaus-Peter Hanke: Von der Stadt muss ein gastfreundliches Zeichen in die Welt gehen.
Pirnas OB Klaus-Peter Hanke: Von der Stadt muss ein gastfreundliches Zeichen in die Welt gehen. © Daniel Förster

Nach den zahlreichen, teilweise auch gewalttätigen Corona-Protesten in Pirna will Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke (parteilos) ein positives Signal aus der Stadt senden. Für den 20. Mai hat der Rathauschef ein Treffen unter dem Motto "Gemeinsam aus der Krise - für Pirnas Zukunft" auf dem Markt initiiert. Mit diesem Treffen, das 19 Uhr beginnt, sucht Hanke gleichsam den Dialog mit den Einwohnern. 

„Mir ist es wichtig,  dass wir gemeinsam nach vorn schauen und das Beste für unsere Stadt im Blick haben", sagt Hanke. Die Einschränkungen der letzten Wochen hätten die Gesellschaft an die Grenzen der Belastbarkeit gebracht. Nun sei es an der Zeit nach all den eingetretenen Lockerungen, die Ärmel hochzukrempeln und Pirna wieder zum Leben zu erwecken. Aus der Stadt müsse ein starkes gastfreundliches Zeichen in die Welt gehen. Dafür müsse die Stadtgesellschaft im Dialog bleiben – sachlich, auf Augenhöhe und vor allem friedlich. 

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Gewalt geht gar nicht

Nach dem Treffen ist ein gemeinsamer Gang durch die Stadt geplant. Laut Stadtsprecher Thomas Gockel diene die Aktion dazu, für ein gemeinsames Miteinander zu werben. Gleichwohl bleibt das Treffen auch ein Wagnis. "Es ist ein Versuch, und wir schauen, ob er gelingt", sagt Gockel. Gegen einen friedlichen Dialog könne eigentlich niemand etwas haben. 

Pirnaer Stadträte und Parteien unterstützen das Anliegen. "Wir halten diesen Dialog für wichtig", sagt Ralf Böhmer, Fraktionschef der Freien Wähler. Die Corona-Proteste seien aus seiner Sicht durchaus berechtigt. "Nur Gewalt geht gar nicht", sagt Böhmer. 

Auch die Junge Union (JU) hat ihre Teilnahme am Treffen zugesagt. Nach den gewalttätigen Ausschreitungen sei das Treffen die bessere Form des Protests gegen die Verunglimpfung unserer Heimat, als gar nicht zu agieren, sagt JU-Chef Richard König.

Teilnehmerzahl auf 300 begrenzt

Hanke hat das Treffen beim Landratsamt angezeigt, die Versammlungsbehörde erteilte mehrere Auflagen. Nach Aussage von Landratsamt-Sprecher Enrico Albrecht ist ab 19 Uhr eine stehende Kundgebung auf dem Obermarkt gestattet, sie darf 15 Minuten nicht überschreiten. Die Teilnehmerzahl ist auf 300  beschränkt. Der Spaziergang hingegen ist zeitlich nicht reglementiert. Teilnehmer müssen einen Mindestabstand von 1,50 Meter einhalten sowie einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Es gilt ein striktes Alkohol- und Drogenverbot. 

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