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Pit hat leibhaftig das Zeitliche gesegnet

Das Seenland-Maskottchen ist außer Dienst. Doch eine Wiederauferstehung ist möglich.

Pit bei der 3. Lausitzer Seenlandmesse auf dem Festplatz am Gondelteich Hoyerswerda am 2./3. Juni 2012, begleitet von Yvonne Zschornack vom Projektbüro Koordinierung Lausitzer Seenland.
Pit bei der 3. Lausitzer Seenlandmesse auf dem Festplatz am Gondelteich Hoyerswerda am 2./3. Juni 2012, begleitet von Yvonne Zschornack vom Projektbüro Koordinierung Lausitzer Seenland. © Archivfoto: Uwe Jordan

Lausitzer Seenland. Jüngst hatte ich nostalgiegeplagt auf unserem Facebook-Kanal ein nach heutigen Maßstäben prähistorisches Foto gepostet: Pit, der LauSee-Junge, beim ersten großen Auftritt – dem Maskottchentreffen der 3. Seenlandmesse in Hoyerswerda, auf dem er von seinen Lausitzer Kollegen willkommen geheißen wird: vom Weißwasseraner Glaskalfaktor, Kater Tom vom Spielplatz Kaltwasser, Eichhörnchen Wuschel von der Waldeisenbahn Muskau, Sonnenblume „Flori“ von den LebensRäumen Hoyerswerda, Saurier Bodo aus Kleinwelka, Jutta von Kittlitz aus Spremberg ...

Ein Leser belehrte mich bald, dass es dem Pit aber heute gar nicht mehr gut gehe: Seine (un)sterbliche Hülle sei so abgenutzt, dass an Einsätze nicht mehr zu denken sei, und so liege er beim Tourismusverband Lausitzer Seenland in Senftenberg, dem TLS, in einer stillen Kammer im Dornröschenschlaf ohne Hoffnung auf Erlösung. – Pit! Ists’s möglich? Hatte ich ihn nicht gerade noch auf der besagten Messe Autogrammkarten verteilen sehen? (Einschub: „Gerade noch“ freilich nach meinen privaten Maßstäben; in echt meint es in diesem Fall reichlich sieben Jahre.)

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Ein Blick zurück: Den Pit, Siegerfigur eines Ideenwettbewerbes anno 2011, hatte der gebürtige Großräschener Jörg Walczak entworfen. Das leicht veränderte „Pit“-Kostüm hatte die Kostümwerkstatt Stefanie Ludwig aus Hagen am Teutoburger Wald gefertigt, eine auf Maskottchen spezialisierte Firma, die für den Sachsentag 2011 in Kamenz „Kami“ (eine Art turmgekrönter Plüsch-Kaktus/Salatkopf) umgesetzt hatte. Am 2. Juni 2012 hatte Pit, unter dem sich Nadine Miersch verbarg, sein Debüt. Und er hatte Erfolg!

Was hat seinen Absturz verursacht? Wie ihn aus dem Dornröschenschlaf wecken? Eine erotisierende Prinzessin ist Pit nicht, aber ich bin ja auch kein Prinz mit Kussverpflichtung – also auf zum Rettungs-, wenigstens Klärungsversuch: einem ganz unheldischen Anruf bei Kathrin Winkler, der Geschäftsführerin des TLS. Sie bestätigt: Ja, Pit sei a. D., außer Dienst. Nicht wegen Abnutzung (es gab ja nur jährlich fünf, sechs Auftritte), sondern wegen Konstruktions-Mängeln. Das Kostüm mit dem überdimensionalen Kopf habe zwar das Beschützerinstinkte und Sympathie erweckende „Kindchen-Schema“ bedient – aber es konnte sich niemand alleine anziehen. Und sicherheitshalber musste Pit (dem der das Lausitzer Seenland suggerierende „LauSee-Junge“ abhanden gekommen war) bei seinen Auftritten stets von jemand begleitet werden. Daumen runter für Pit! Nur als Zeichnung/Logo lebt er weiter.

Einen neuen, praktischeren Pit in anfassbarer Form hätte Kathrin Winkler gerne. Aber das hieße, eine Summe im vierstelligen Bereich auszugeben, die andernorts fehlen würde. Immerhin: „Wir sind mit Partnern im Gespräch.“

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