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Niesky

Pizzawirt wartet auf Freitag

Seine Pizzen sind außer Haus gefragt. Das macht Uwe Gramsch Hoffnung, sein geschlossenes Lokal am Zinzendorfplatz zu halten.

Uwe Gramsch steuert seine Gaststätte "Zum Zinzendorfplatz" durch schwere Zeiten. Hoffnung setzt er auf den Freitag, wenn Gasthäuser wieder öffnen dürfen.
Uwe Gramsch steuert seine Gaststätte "Zum Zinzendorfplatz" durch schwere Zeiten. Hoffnung setzt er auf den Freitag, wenn Gasthäuser wieder öffnen dürfen. © André Schulze

Die Gaststube ist seit zwei Monaten leer, aber die Küche nicht kalt. "Wir kochen, braten und backen weiter", sagt Gastwirt Uwe Gramsch. Am Zinzendorfplatz in Niesky führt er seine Gaststätte unter gleichem Namen. Derzeit ist auch ihm nur der Verkauf von Speisen außer Haus erlaubt. "Das hält uns finanziell über Wasser, denn viele unserer Gäste sind uns treu geblieben und bestellen regelmäßig."    

Dafür ist Uwe Gramsch dankbar. Denn gegenwärtig schmeißen nur er und seine Lebensgefährtin Gudrun Wolf die Gastronomie. Seine vier Mitarbeiterinnen in Küche und Restaurant musste er auf Kurzarbeit Null setzen. Nur vier Stunden am Tag ist die Gaststätte zum Bestellen und Abholen der Speisen geöffnet: In der Mittagszeit von 11 bis 13 Uhr und abends von 17 bis 19 Uhr. 

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Hoffnung auf den Biergarten

Eine Speisekarte gibt es auch im geschlossenen Zustand der Gaststätte. Nach ihr bestellen die Gäste meist telefonisch. "Gefragt sind vor allem Nudelgerichte und Pizzen. Auch weil sie sich gut transportieren und aufwärmen lassen", erzählt der Gastwirt. Was das Geschäft außer Haus betrifft, läuft es fast so weiter, wie in den Zeiten vor Corona.  "Ein Drittel unserer Speisen haben wir immer schon außer Haus verkauft. Was uns fehlt, sind die zwei Drittel im Restaurant und der damit verbundene Umsatz."

Hoffnung setzt Uwe Gramsch in die weitere Lockerung der Corona-Regeln. Ab dem 15. Mai dürfen in Sachsen Gaststätten wieder öffnen. Dann kann Uwe Gramsch wieder seine Stühle und Tische auf den Zinzendorfplatz stellen. Viel zu spät, denn eigentlich ist Ostern die Zeit, in der die Freiluftsaison auch für ihn beginnt und die ersten Gäste draußen sitzen wollen. 

Für seine Bestuhlung hat er eine Fläche auf dem Zinzendorfplatz dafür von der Stadt Niesky gemietet. Er hofft, dass die Stadt ihm entgegenkommt und ihm vielleicht die Miete für das Areal in dieser Saison erlässt. "Für die Gaststätte zahle ich weiterhin die volle Miete, obwohl kein Gast drinsitzt", betont Gramsch. Bleibt nur die Möglichkeit, die Betriebskosten niedrig zu halten, in dem mit Strom, Heizung und Wasser gespart wird. Denn einen Überbrückungskredit will Uwe Gramsch nicht aufnehmen. "Dieser hilft zwar für den Moment, aber ich muss ihn zurückzahlen und schiebe dann einen Schuldenberg vor mir her", argumentiert der Gastwirt.   

Gäste sollen wiederkommen

Der beste Weg aus der Corona-Misere ist für Uwe Gramsch, wenn die Niesyker und ihre Gäste wieder in sein Lokal kommen. "Und auch weiterhin für außer Haus bestellen", ergänzt der Wirt. Vorher muss er sich noch Gedanken machen, wie seine Gasträume einzurichten sind, um den mit der Wiedereröffnung verbundenen Hygieneauflagen genüge zu tun. Seine größte Sorge gilt dabei dem Personal, dass er in seiner Anzahl gern halten möchte. "Schließlich verbindet uns alle eine langjährige und angenehme Zusammenarbeit, meine Köchin Kerstin Kasper ist seit Anfang an dabei", erzählt Gramsch.

Vor 20 Jahren machte sich der Nieskyer selbstständig. Doch bevor er mit Lebensgefährtin und Köchin die Gaststätte "Am Waldbad" übernahm, arbeitete Uwe Gramsch bereits 15 Jahre in der Pizzeria "Bella Italia" im Nieskyer Gewerbegebiet. Fünf Jahre als Angestellter, danach übernahm er die Gaststätte. Doch die Insolvenz des Backhauses, in dem sich "Bella Italia" befand, und die damit verbundenen Unsicherheiten umging Uwe Gramsch mit einem Neuanfang am Waldbad. Aber zu abgelegen ist das Objekt, der Umsatz ist nur mäßig. Deshalb nutzte Uwe Gramsch die Möglichkeit, in der ehemaligen Bäckerei im Brüderhaus einen zweiten und, wie er sagt, letzten Neuanfang als Gastronom zu wagen. Dieser ist inzwischen auch schon wieder vier Jahre her.    

Uwe Gramschs Empfehlung

Spaghetti mit getrockneten Tomaten für vier Personen:

Die Zutaten sind:

  • 500 Gramm lange Spaghetti,
  • 200 Gramm getrocknete Tomaten (eingelegt aus dem Glas),
  • 150 Gramm frische Tomaten,
  • 1 Schote Chilli und
  • zwei Zehen Knoblauch.

Spaghetti in gesalzenem heißen Wasser kochen, die Zutaten in der Pfanne anbraten und die Tomatensoße mit den genannten Tomaten pürieren und würzen. Zusammen mit den Zutaten kochen und den Spaghettis zugeben. Darüber eine Handvoll Parmesan-Käse streuen und es sich schmecken lassen.    

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