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Pläne für neuen Bahnhof im Osterzgebirge

Unternehmer Hendrik Schwarz besitzt drei Steinbrüche. Mit dem geplanten Lithiumabbau sieht er eine besondere Chance kommen.

Unternehmer Hendrik Schwarz mit Planungsunterlagen. Mit der Bahn fährt das Erz günstiger.
Unternehmer Hendrik Schwarz mit Planungsunterlagen. Mit der Bahn fährt das Erz günstiger. © SZ/Franz Herz

Hendrik Schwarz ist mit seinem Unternehmen VEF Verwaltung Entwicklung und Finanzierung GmbH & Co KG, das in der alten Schule in Bärenstein ansässig ist, Eigentümer der Steinbrüche in Hartmannsdorf, Ulberndorf und Bärenstein. Der 38-Jährige hat das Unternehmen 2018 von seinen Eltern übernommen und ist dabei, es neu auszurichten. Dafür will er im Müglitztal sogar einen Bahnhof bauen.

Den Steinbruch in Hartmannsdorf hat Schwarz im vergangenen Jahr wiederbelebt, nachdem er mehrere Jahre stillgelegt war. Den Steinbruch im Dippoldiswalder Ortsteil Ulberndorf hat er laufend betrieben, und den im Altenberger Ortsteil Bärenstein hat er dieses Jahr wieder in eigene Hände übernommen, nachdem er vorher seit 2008 an das Unternehmen Pro Stein verpachtet war. „Wir haben das Werk Bärenstein einschließlich aller Betriebspläne wieder in unseren Besitz genommen“, sagt Schwarz.

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Der größte Gesteinsvorrat liegt in Bärenstein

Mit dem Steinbruch Bärenstein hat Schwarz besondere Pläne. Hier liegt noch der größte Vorrat an Rohgestein, rund 43 Millionen Tonnen. Ulberndorf hat noch drei Millionen Tonnen, Hartmannsdorf vier Millionen Tonnen Vorrat. „Wenn man den heutigen Abbau rechnet, reicht Bärenstein noch Jahrhunderte“, sagt der Unternehmer. Für diesen Steinbruch will Schwarz nun eine eigene Güterverladestation an der Müglitztalbahn bauen. Damit hat er zwei Ziele im Auge. Erstens wäre mit der Bahn der Transport der Steine wesentlich günstiger. Sie hat nur ein Drittel der Transportkosten im Vergleich zum Lkw, rechnet Schwarz. Dazu kommen Umweltvorteile.

© Franz Herz/GeoSN
Hier an der ehemaligen Hammermühle in Bärenstein soll die Güterverladestation gebaut werden.
Hier an der ehemaligen Hammermühle in Bärenstein soll die Güterverladestation gebaut werden. © Karl-Ludwig Oberthuer

Er spekuliert aber vor allem auf eine andere Nutzung. Ein solcher Verladebahnhof könnte in Zusammenhang mit dem geplanten Lithiumabbau in Zinnwald sinnvoll werden. Schwarz greift hier eine Idee von Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten (FW) auf. Wenn das Erz aus dem Berg gefahren ist, muss es irgendwo aufbereitet werden. Dafür sind verschiedene Möglichkeiten im Gespräch. Eine wäre, die Aufbereitung direkt vor Ort am Europark in Altenberg zu erledigen, eine andere wäre, das Erz nach Freiberg zu fahren. Nach SZ-Informationen ist auch eine Aufbereitung auf dem Gelände der ehemaligen Grenzzollanlage im Gespräch.

Schwarz hat dafür einen anderen Vorschlag. Er bietet dafür sein Steinbruchgelände in Bärenstein an. Das Erz könnte durch den sogenannten Trübestollen, der in DDR-Zeiten angelegt worden ist, vom Europark in Altenberg mit Förderbändern an den Steinbruch transportiert werden. Dort gibt es bereits eine Genehmigung, eine Million Tonnen Gestein im Jahr zu verarbeiten. Außerdem könnte das taube Gestein an Ort und Stelle eingelagert werden, dort wo bisher Steine abgebaut wurden. Und als Tüpfelchen auf dem I sieht Schwarz den Weitertransport des lithiumhaltigen Erzes mit der Eisenbahn.

Armin Müller, der Geschäftsführer der Deutsche Lithium, die das Abbauprojekt in Zinnwald vorantreibt, wurde von Schwarz über dessen Vorhaben informiert, wie er bestätigte. Bisher ist die Deutsche Lithium aber nicht darauf eingegangen.

Sechs bis acht Güterzüge täglich im Müglitztal

Schwarz sieht hingegen nur Vorteile in seinem Konzept. Wenn das aufbereitete Erz mit Lkw abtransportiert würde, wäre damit eine große Belastung für die Straßenanlieger verbunden, egal in welche Richtung die Lkw fahren. Er stellt sich dagegen vor, dass sechs bis acht Güterzüge am Tag durchs Müglitztal rollen müssten, weil der Ausbau der Strecke nur Kurzzüge zulässt. „Die müsste man dann in Heidenau zusammenkoppeln und man könnte sie günstig irgendwohin zur Aufbereitung schicken“, sagt Schwarz.

Er hat für den Verladebahnhof eine Fläche im Ortsteil Hammer bei Bärenstein ins Auge gefasst. Die ehemalige Hammermühle, wo es vor Kurzem gebrannt hat, ist derzeit herrenlos. Hier bemüht sich Schwarz um eine Übernahme. Andere Grundstücke hat er schon erworben. Auch hat er die EIG Eisenbahningenieurgesellschaft beauftragt, einen Plan zu entwerfen, der als Bauvoranfrage dem Landratsamt Pirna vorliegt.

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Vier Ladegleise wären auf der Fläche möglich, auf denen tagsüber die Waggons gefüllt werden. Das Gestein oder das Lithium-Erz würde mit Lkw vom Steinbruch herangefahren. Hier hat Schwarz auch noch eine neue Idee. Er ist im Gespräch mit der Firma Fröhlich in Dippoldiswalde, wie er eine neue Technik einsetzen kann: Lkw, die mit Wasserstoff angetrieben werden. 

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