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Pläne für neue freie Schule in Bautzen

Eigentlich plante die Stadt einen Neubau. Nun gibt es eine andere Lösung – an einem bekannten Standort.

Der Komplex an der Löbauer Straße in Bautzen war schon einmal als Standort für eine neue Grundschule im Gespräch. Jetzt steht das Gebäude erneut im Fokus.
Der Komplex an der Löbauer Straße in Bautzen war schon einmal als Standort für eine neue Grundschule im Gespräch. Jetzt steht das Gebäude erneut im Fokus. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Bei der monatelangen Diskussion um eine neue Grundschule für Bautzen zeichnet sich jetzt eine Lösung ab. Wie die aussehen könnte, verrät Robert Böhmer, Der Finanzbürgermeister der Stadt spricht von einem freien Träger. Dieser habe der Stadt angeboten, eine eigene Einrichtung im Stadtgebiet zu eröffnen. Damit könnte die drohende Überlastung der vorhandenen städtischen Grundschulen verhindert werden. Die SZ klärt wichtige Fragen.

Wer verbirgt sich hinter dem freien Träger?

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Das hat die Stadt bislang noch nicht bekannt gegeben. Bei der nächsten Stadtratssitzung im August soll der freie Träger aber die Möglichkeit haben, sich vorzustellen. Und es gibt schon erste Hinweise. So hat die Stadt bereits mitgeteilt, dass es sich nicht um einen kirchlichen Träger handelt. Laut Information des Finanzbürgermeisters möchte der Anbieter ein Ganztagsangebot etablieren. Das bedeutet, dass es auch einen Hort zur Schule geben wird. Böhmer sprach auch davon, dass der freie Träger aktiv mit Firmen der Region zusammenarbeitet. Was genau damit gemeint ist, ließ der Finanzbürgermeister aber offen.

Wo soll die neue Schule des freien Trägers stehen?

Den Namen des freien Trägers nennt die Stadt nicht, wohl aber den Standort für die neue Grundschule. Der Komplex an der Löbauer Straße, der einst als Berufsschulzentrum genutzt wurde und dem Landkreis gehört, rückt in den Fokus. Die Häuser waren schon einmal als Grundschulstandort im Gespräch. Die Stadt Bautzen selbst wollte vorhandene Gebäude dafür umbauen lassen. Doch nach einer Analyse wurden diese Pläne wieder verworfen. Stattdessen favorisierte man einen Neubau auf dem Gelände der ehemaligen PerfectaGießerei an der Dr.-Peter-Jordan-Straße.

Wann könnte die neue Grundschule in Betrieb gehen?

Laut Robert Böhmer rechnet der freie Träger damit, die neue Grundschule im Schuljahr 2021/22 zu öffnen. Das heißt, die Einrichtung würde auch dann schon zur Verfügung stehen, wenn die Schülerzahlen laut Statistik ihren höchsten Punkt erreichen. Immer mehr Erstklässler werden in Bautzen eingeschult. An den vorhandenen Schulen geht es deshalb enger zu. Und die Situation spitzt sich zu. Laut Prognose wird die Zahl der Kinder im Schuljahr 2023/24 die Kapazitätsgrenzen der vorhandenen Einrichtungen überschreiten. Doch schon ein Jahr später wären die vorhandenen Klassenräume wieder ausreichend, weil die Zahl der Grundschüler wieder sinkt.

Warum sucht die Stadt überhaupt nach Alternativen zum Neubau?

Im Rathaus zweifelt man inzwischen aus mehreren Gründen daran, dass der Neubau einer Grundschule die beste Lösung ist. Vor allem deshalb, weil der Zeitplan nicht passt. Nach Angaben der Stadt könnte der Neubau frühestens 2025 in Betrieb gehen. Das heißt, das Haus wäre erst dann fertig, wenn die Schülerzahlen wieder zurückgehen. Die Stadt zieht daraus das Fazit: Wenn das Gebäude komplett steht, dann wird es eigentlich schon nicht mehr benötigt. Auch das Geld spielt eine Rolle. Die Kosten für den Neubau werden im Rathaus auf zwölf Millionen Euro geschätzt. Eine solche Investition belastet den Haushalt. Zumal noch nicht sicher ist, ob es dafür Fördermittel gibt. Auch haben für den Finanzbürgermeister andere Projekte Vorrang. Damit ist zum Beispiel der Neubau einer Sporthalle für die Gymnasien gemeint.

Welche Bedenken kommen von anderen Behörden?

Bautzen könnte eine weitere Grundschule vertragen, heißt es aus dem Landesamt für Schule und Bildung. Am Ende sei es egal, ob die Stadt oder ein freier Träger die Einrichtung betreibt. Bei einer städtischen Schule wäre die Behörde aber dafür zuständig, Lehrer für das Haus zu finden. Dies sei unter den derzeitigen Umständen nicht sofort zu realisieren, so Pressereferent Jens Drummer. Vorsichtig äußert sich der Kreis Bautzen, der für die Schulnetzplanung zuständig ist. Die Prognosen zu den Schülerzahlen in Bautzen geben kein eindeutiges Signal für oder gegen eine neue Grundschule, teilt das Landratsamt mit.

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