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Pläne für Windräder an der neuen B178

Ein Unternehmen aus Dresden könnte auf Ruppersdorfer und Oderwitzer Flur bis zu fünf Anlagen bauen - wenn die Fläche dafür als Potenzialgebiet ausgewiesen wird.

Windkraftanlagen auf einer Fläche im Landkreis Bautzen.
Windkraftanlagen auf einer Fläche im Landkreis Bautzen. © SZ/Uwe Soeder

Es ist kein Geheimnis mehr. Zumindest die Eigentümer der betroffenen Grundstücke wissen seit voriger Woche schon ziemlich genau Bescheid: Mitarbeiter der Dresdner Firma Energiequelle haben sie auf einer internen Versammlung sehr umfassend informiert. Es geht sogar schon um die Nutzungsverträge.

Das Unternehmen will auf den Grundstücken einen Windpark bauen. Es geht um die Felder zwischen Oderwitz und Ninive, um eine 120 Hektar große Fläche größtenteils zwischen der neuen Umgehungsstraße B178 und dem Königsholz. Im Entwurf des neuen Regionalplans ist sie rot markiert - als Windenergie-Potenzialfläche Nummer 498.

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Wenn der Regionalplan im nächsten oder übernächsten Jahr so beschlossen wird, könnten auf der Potenzialfläche 498 bis zu fünf Windkraftanlagen gebaut werden. "Überall in Sachsen werden derzeit Flächen ausgewiesen, die sich als Windenergie-Standorte eignen", erklärt Wolfgang Zettwitz, der Chef des Regionalen Planungsverbands Oberlausitz-Niederschlesien. Der Energiewandel braucht dringend Platz.

Auf den in der Karte rot markierten Flächen sollen künftig Windkraftanlagen gebaut werden können.
Auf den in der Karte rot markierten Flächen sollen künftig Windkraftanlagen gebaut werden können. © Planungsverband Oberlausitz-Nied

Die Felder im Potenzialgebiet 498 werden von der Eibauer Agrargenossenschaft bewirtschaftet. Geschäftsführer Jürgen Göbel weiß über die Windpark-Pläne schon länger Bescheid. "Das Unternehmen ist von Anfang an offen auf uns zugekommen und hat uns in die Planungen eingebunden", sagt er.

"Wir stehen der Sache auch sehr offen gegenüber", fügt der Landwirt gleich hinzu. Wenn es politisch gewollt sei, die Windkraft auszubauen, dann müsse die Windkraft ja auch irgendwo hin, sagt er ganz pragmatisch. "Wenn nicht hier gebaut wird, dann wird woanders gebaut. Aber warum woanders, wenn wir hier davon profitieren können?"

Genauso wie die Landwirte würden auch die Grundstückseigentümer, die Stadt Herrnhut und die Gemeinde Oderwitz profitieren und an den Erträgen beteiligt, ergänzt Fabian Musall, der Niederlassungsleiter von Energiequelle in Dresden. Das Unternehmens plant und baut sachsenweit neue Windkraftanlagen - unter anderem auch den Windpark in Oberseifersdorf

So weit wie in Oberseifersdorf, wo der geplante Windpark bereits Thema im Gemeinderat ist, ist das Vorhaben an der B178 aber noch längst nicht. "Es ist auch noch ein weiter Weg", sagt der Niederlassungsleiter.

Regionalplan muss erst noch beschlossen werden

Die konkreten Baupläne für bis zu fünf hochmoderne Windkraftanlagen auf dieser Fläche stecken schon in der Schublade, es sind auch schon konkrete Standorte gefunden, die alle  Voraussetzungen und Bedingungen im Genehmigungsverfahren erfüllen. "Wir halten alle geforderten Grenzwerte, wie den 1.000-Meter-Abstand zur Wohnbebauung, Schallbelastung und Schattenwurf  problemlos ein", versichert Musall. "Bauen aber könnten wir aber erst frühestens 2023."

Denn der neue Regionalplan für die Oberlausitz, der auch solche neuen Windenergie-Potenzialflächen wie Nummer 498 zwischen Ninive und Oderwitz ausweist, muss erst noch beschlossen werden. Derzeit liegt der Entwurf zur Einsichtnahme für Jedermann öffentlich aus. Interessierte können ihn in allen Stadt- und Gemeindeverwaltungen, im Landratsamt und im Internet einsehen.

Noch bis zum 2. Oktober hat Jedermann auch die Möglichkeit, sich zum Plan zu äußern und Bemerkungen und Stellungnahmen abzugeben. Im Internet hat der Planungsverband dafür extra ein Bürgerbeteiligungsportal freigeschaltet. "Alle Stellungnahmen werden gesichtet und abgewogen", erklärt Planungsverbands-Chef Zettwitz. 

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Er rechnet damit, dass der geänderte Regionalplan frühestens im nächsten Jahr beschlossen werden kann. Erst dann wird klar sein, ob die Fläche 498 tatsächlich als Windenergie-Potenzialfläche ausgewiesen wird und der Plan vom Windpark an der neuen B178 weiterverfolgt werden könne.

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