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Platz für den neuen Netto-Markt

Am Montag beginnt der Neubau in Bernstadt. Für den bisherigen Getränkehändler ist aber kein Platz mehr.

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© SZ Thomas Eichler

Von Steffen Gerhardt

Wer nie im Bernstädter Penny eingekauft hat, wird es nicht glauben, dass an der Ostritzer Straße mal dieser Markt stand. Heute türmen sich Berge aus wiedergewonnenen Baumaterialien auf, und zwar dort, wo der Einkaufsmarkt einst stand. Und wo die Kunden ihre Autos parkten, erinnert auch nichts mehr daran, dass diese einst auf Betonpflaster standen. Die Abrissfirma hat in den vergangenen Wochen ganze Arbeit geleistet und das Gelände wieder in den Zustand versetzt, als mit dem ersten Marktbau vor gut 20 Jahren begonnen wurde. Doch brach liegen wird diese Fläche nicht lange. Das sagt die mit dem Neubau beauftragte Projektentwicklungsgesellschaft Ratisbona. „Mit den Arbeiten am Rohbau wollen wir am 11. Juli beginnen“, sagt Matthias Haßler als Unternehmenssprecher.

Die Gesellschaft für Handelsimmobilien mit Sitz in Südbayern baut im Auftrag der Handelskette Netto diesen Markt. Was die bauvorbereitenden Tätigkeiten betrifft ist alles erledigt, sagt der Pressesprecher. Nicht nur was den Abbruch und die Erdarbeiten beinhaltet, sondern auch die Genehmigung für den Neubau, einschließlich erfolgter Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen.

Der Discounter Netto bestand von Anfang an auf einem Neubau. Das hängt nicht nur mit dem Alter der baulichen Hülle zusammen, sondern auch mit ihrer Größe. Sie wäre zu klein gewesen für die heutigen Ansprüche. Netto-Sprecherin Christina Stylianou sagt, dass der neue Markt eine Fläche von knapp 1 200 Quadratmeter einnimmt, wobei davon 800 Quadratmeter als Verkaufsfläche vorgesehen sind. Der Penny hatte rund 500 Quadratmeter an Verkaufsfläche zu bieten.

In diesem Markt, der das gesamte Sortiment des Discounters bereit hält, soll neben einer eigenen Backstation auch ein lokaler Bäcker seinen Verkaufsstand haben. Dazu wird ein separater Bereich vor den Kassen geschaffen, sagt die Leiterin Unternehmenskommunikation. Wer dieser Bäcker sein wird, wurde noch nicht verraten.

Mit dem Neubau des Netto erfüllt sich für die Bernstädter der große Wunsch, wieder zwei Einkaufsmärkte in der Stadt zu haben. Denn der Penny schloss bereits vor eineinhalb Jahren aufgrund unternehmenseigener Umstrukturierung. Was blieb, ist der Edeka-Markt im Stadtzentrum von Bernstadt

Vor dem Abriss des Penny-Marktes musste sich der eingemietete Getränkehändler Meridian aus Bernstadt verabschieden. „Wir finden es bedauerlich, einen gut angenommenen Markt schließen zu müssen“, sagt Geschäftsführer Matthias Heute. Denn bis Ostern, als Meridian schloss, haben die Kunden dem Händler die Treue gehalten. Auch als sich Penny von Bernstadt verabschiedete, wirkte sich das nicht zum großen Nachteil auf das in Görlitz ansässigen Unternehmen aus. In der Neißestadt hat Meridian drei Filialen und eine noch in Reichenbach. Dennoch mussten mit der Schließung in Bernstadt zwei Kolleginnen aus dem Unternehmen entlassen werden. „Wir wären gern in Bernstadt geblieben, aber uns fehlt die geeignete Immobilie dafür“, erklärt Matthias Heute. Im neuen Netto-Markt ist kein Platz für einen Getränkehändler vorgesehen, zumal Netto einen eigenen Discount mit Flaschenbier und alkoholfreien Getränken in Kästen führt. Im Gegensatz zu Penny, da war Meridian eine willkommene Bereicherung des Sortiments.

Aber bevor die Bernstädter ihr Flaschenbier und andere Artikel an der Ostritzer Straße einkaufen können, muss der Markt erst einmal gebaut werden. Ob es eine offizielle Grundsteinlegung geben und wann die sein wird, darüber hat Netto noch nichts verlauten lassen. „Wir rechnen mit einer Bauzeit von 18 Wochen“, sagt Christina Stylianou. Die Projektfirma Ratisbona hat eine genauere terminliche Vorgabe. Sie gibt die Fertigstellung des Marktes mit dem 7. Dezember dieses Jahres an. Jedenfalls will netto das Weihnachtsgeschäft in Bernstadt mitnehmen. Dann werden die Fahrzeuge der Kunden auch wieder Betonpflaster unter den Reifen haben. Vorgesehen ist, um den Einkaufsmarkt 59 Parkplätze zu schaffen.