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Platz für mehr als 100 Kinder

Das Bautzener Krankenhaus will eine 24-Stunden-Kita bauen. Jetzt verrät der Klinikchef erste Details.

© dpa

Von Frances Scholz

Kita-Betreuung rund um die Uhr – dieses Angebot soll es bald in Bautzen geben. Die Oberlausitz-Kliniken möchten eine eigene Betriebskita einrichten. Schon Ende 2014 äußerte sich Klinikchef Reiner E. Rogowski dazu. Damals standen die Pläne noch am Anfang, mit dem Ziel, 2016 eine eigene Kita zu eröffnen. „Das schaffen wir in diesem Jahr allerdings nicht. Wir hatten viel mit dem Bau der Kinder- und Frauenklinik zu tun. Da rutschte die Kita erst mal nach hinten. Aber das Projekt ist für uns immer noch aktuell“, sagt der Klinikchef.

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Denn eine 24-Stunden-Kita werde bei den Oberlausitz-Kliniken gebraucht. „Wir haben 28 Muttis und ein paar Vatis, die momentan in Elternzeit sind. Im vergangenen Jahr wurden nämlich 36 Krankenhausbabys geboren. Das ist wirklich viel“, sagt Reiner E. Rogowski. Mit einer Betriebskita könne das Klinikum auf die besondere Situation der Mitarbeiter reagieren. Denn viele Ärzte, Schwestern und Pfleger arbeiten regelmäßig im Nacht- und Schichtdienst. Einen geeigneten Kitaplatz zu finden, sei da schwierig. „Und es betrifft ja nicht nur unsere Mitarbeiter. Jeder, der im Schichtdienst arbeitet, hat dieses Problem. Polizisten, Pflegekräfte oder Mitarbeiter in Industriebetrieben“, weiß der Klinikchef.

Kita im Laborgebäude

Deswegen sind die Pläne einer Klinikkita nicht neu. Vor mehr als zehn Jahren gab es die ersten Ideen zu dem Projekt. Doch erst jetzt werden sie konkreter. Das passende Haus steht schon fest. „Im jetzigen Laborgebäude soll die Kita entstehen. Dafür muss sicher noch etwas am Gebäude gemacht werden. Da gibt es Vorgaben vom Jugendamt auch für die Außenanlagen“, weiß der Klinikchef. Platz genug wäre auf jeden Fall. Sogar für 150 Kinder. „So viele Plätze wollen wir aber nicht anbieten.“ Wie viele genau es am Ende werden, darauf will sich der Klinikchef noch nicht festlegen. Wohl aber auf einen Wunschkandidaten, mit dem das Klinikum die Kita gemeinsam betreiben will. „Wir würden uns das DRK wünschen, da es ein verlässlicher Partner ist und wir bereits jetzt schon viele gemeinsame Schnittstellen bei unserer Arbeit haben. Noch gab es keine konkreten Gespräche aber erste Ideen.“

Interesse gibt es auch bei großen Bautzener Unternehmen. Einige hätten sich auch schon beim Klinikum gemeldet und nach Plätzen gefragt. „Wenn unsere Mitarbeiter versorgt sind, sind wir offen auch für andere Unternehmen unsere Kitaplätze anzubieten“, sagt Reiner E. Rogowski. Beim IT-Dienstleister Itelligence hört man das gern. „Eine 24-Stunden-Kita ist grundsätzlich eine gute Idee. Da unsere Mitarbeiter in Schichten arbeiten, ist das Angebot sicher interessant. Allerdings ist es hier wichtiger, im Fall von Kita-Streiks Alternativen für die Unterbringung der Kinder zu haben“, sagt Sabine Heinrich. Bei Itelligence sei man aber für Gespräche offen.

Andere Firmen interessiert

Auch bei der Bautzener Kreissparkasse, die 332 in 23 Filialen hat, könnte ein Kitaplatz am Klinikum attraktiv sein. „Wir haben viele junge Muttis. Und wir haben unsere Arbeitszeiten erweitert bis 20 Uhr. Da könnte ich mir vorstellen, dass einige Mitarbeiter das Angebot sehr interessant finden“, sagt Sprecherin Elke Bauch. Bei der Bautzener Volksbank sieht man das ähnlich. „Die Kita ist eine gute Sache und wir würden unsere Mitarbeiter auf jeden Fall darauf aufmerksam machen“, sagt Sprecher Andreas Wanitzek. Direkt Plätze beim Klinikum mieten, sei aber ausgeschlossen. „Nur Plätze an unserem Hauptsitz in Bautzen anzubieten, würde gegen unseren Gleichbehandlungsgrundsatz verstoßen“, erklärt der Volksbanksprecher.

Die Bautzener Stadtverwaltung hält das Angebot der 24-Stunden-Kita am Klinikum für gut. „Solche Einrichtungen, die rund um die Uhr oder sogar samstags und sonntags öffnen, können für berufstätige Eltern attraktiv sein“, sagt Thomas Groß, Amtsleiter für Bildung und Soziales. Ähnliche Vorteile entstünden dabei auch für die Unternehmen. Sie müssten beim Einsatz ihrer Mitarbeiter weniger Rücksicht auf familiäre Betreuungszwänge nehmen. „Aus Sicht des Kindes wäre es jedoch trotz der genannten Zwänge wichtig, seine Entwicklung nicht vorrangig dem Betreuungszweck unterzuordnen“, sagt Thomas Groß. Wichtiger sei es, Wert auf die Förderung der körperlichen und geistigen Fähigkeiten des Kindes zu legen.

Klinikchef Reiner E. Rogowski will die 24-Stunden-Kita schnellstmöglich für seine Mitarbeiter auf den Weg bringen. „Ich denke, Ende 2017 Anfang 2018 könnten wir das schaffen.“ Zuvor will er in den kommenden Monaten das Gespräch mit der Stadt und dem DRK suchen.