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Platz zum Bauen

Kreischa treibt die Pläne für das Wohngebiet in Gombsen voran. Und hat noch mehr vor.

Wer von einem Eigenheim in Kreischa und seinen Ortsteilen träumt, der braucht neben Geld auch etwas Glück. Denn die Nachfrage nach Bauland ist in der Gemeinde groß, das Angebot dagegen knapp. Zwar gibt es freie Flächen, doch diese befinden sich meist in Privatbesitz und werden häufig nicht vermarktet. Die Gemeinde treibt deshalb seit Langem das im April 2012 vom Gemeinderat beschlossene Wohngebiet auf dem Gelände der ehemaligen Rosenbaumschule in Gombsen voran. Auf der etwa einen Hektar großen Fläche will die Firma Bau-Wolf aus Dresden Bauland schaffen. Im Gespräch ist Platz für ein Mehrfamilienhaus mit zwei bis drei Wohnungen sowie für acht Einfamilienhäuser. Idyllisch gelegen im Grünen.

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Die Kreischaer Gemeinderäte haben am Montagabend nun die nächste Hürde genommen auf dem Weg zum neuen Wohngebiet in Gombsen. Geschlossen stimmten sie dem geänderten Bebauungsplan zu, nachdem einige Belange in die Hinweise eingearbeitet wurden. Der aktuelle Entwurf muss nun erneut für 14 Tage den involvierten Behörden vorgelegt werden. Gibt es von denen keine weiteren Änderungsvorschläge, fehlen für die Erschließung nur noch der entsprechende Satzungsbeschluss des Gemeinderates sowie die anschließende Genehmigung des Landratsamtes. Wenn alles nach Plan verlaufe, dann könnten im Frühsommer die Arbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Rosenbaumschule beginnen, sagt Kreischas Bürgermeister Frank Schöning (FBK).

Mehr Interessenten als Bauland

Doch selbst wenn die Bagger demnächst anrollen und die seit Jahren brachliegende Fläche einer neuen Nutzung zuführen, dürfte die Nachfrage nach Bauland damit keineswegs befriedigt sein. Allein 2013 soll es nach SZ-Informationen knapp 50 Interessenten gegeben haben, die in Kreischa oder seinen Ortsteilen ein Grundstück suchten. Vor allem Mitarbeiter der Klinik Bavaria wollen sich anscheinend in der Nähe ihres Arbeitsplatzes den Traum vom Eigenheim erfüllen.

Die Gemeinde Kreischa will diesen Bedarf natürlich decken. Sie will, ähnlich wie Bannewitz, Freital oder Wilsdruff, weiter von der Nähe zu Dresden profitieren. Um weiteres Bauland ausweisen zu können, will sie deshalb den seit 2005 geltenden Flächennutzungsplan in absehbarer Zeit anpassen. Die Voraussetzung dafür sei aber ein beschlossener Haushalt, sagt Bürgermeister Frank Schöning. Und der ist aktuell noch nicht in Sicht.

Große Bauflächen wie beispielsweise das aktuell diskutierte Wohngebiet mit bis zu 70 Eigenheimen an der Boderitzer Straße in Bannewitz wird es in Kreischa aber wohl kaum geben. Schon allein die Topografie lässt dies nicht zu. Hinzu kommt, dass weite Teile der Gemeinde im Landschaftsschutz- oder Hochwasserentstehungsgebiet liegen. Das Versiegeln weiterer Böden ist damit vielerorts zu vermeiden. „Nicht jede Wiese darf bebaut werden“, sagt Frank Schöning. Man werde in den nächsten Jahren daher versuchen, vor allem innerörtliche Lücken zu schließen und als Bauland auszuweisen.

Nun steht aber zunächst die Entwicklung des geplanten Baugebietes in Gombsen auf der Agenda, die im Sommer beginnen soll. Die Erschließung wird dabei relativ umfangreich. Sämtliche Medien müssen verlegt werden. Zudem muss eine Anliegerstraße gebaut werden, die als Einbahnstraße geplant ist. Die Einfahrt soll aus Richtung Saida und die Ausfahrt in Richtung Gombsen erfolgen.

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