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Poisentaler zieht bei Real aus

Finanzen. Den Einkäufern waren die Forderungen der Freitaler Wurst. Jetzt zieh’n sie die Konsequenz.

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Von Peter Hilbert

Überrascht waren gestern Kunden in den Real-Märkten Bannewitz und Freital. Die Poisentaler Fleisch- und Wurstwaren GmbH Freital gab bekannt, dass ab sofort ihre Produkte dort nicht mehr verkauft werden. Seit zehn Jahren gibt es bei Real Wurst von dem regionalen Unternehmen. Was ist geschehen?

Poisentaler wollte von dem Konzern mehr Geld, räumt Geschäftsführer Detlef Wegner ein. „Wir haben Forderungen gestellt, damit sich das Geschäft für beide Seiten lohnt. Uns wurde aber eine Preisanpassung verwehrt“, erläutert er. Irgendwann sei der Punkt erreicht, wo sich das Geschäft nicht mehr rechne.

Nun ist es soweit. „Sie haben uns am ausgestreckten Arm verhungern lassen“, beklagt er. Die Verhandlungen sind Wegner zufolge mit der Metro-Zentrale in Düsseldorfer geführt worden, zu deren Gruppe Real gehört. Mit der Real-Geschäftsleitung in Bannewitz und Freital habe er eine sehr gute Zusammenarbeit gehabt.

Real sucht anderen Fleischer

Wegner räumt allerdings ein, dass seinem Unternehmen der Schritt schwerfällt. „Die wirtschaftliche Lage ist überall nicht rosig“, sagt er. Auch der Freitaler Betrieb mit 62 Mitarbeitern könne keine großen Sprünge machen.

Dennoch zieht er seine sechs Verkäuferinnen jetzt von den Real-Wursttheken ab. Sie sollen in anderen Filialen eingesetzt werden. Nach dem Wegfall der Angebote bei Real gebe es davon noch neun. „Zehn Prozent des Umsatzes bricht uns weg“, beschreibt Wegner die Konsequenz des Rückzugs. Ausgleichen will er das durch die Gewinnung neuer Kunden und die Eröffnung weiterer Filialen. Eine soll im Dezember neben der Meißner Porzellanmanufaktur eröffnet werden, eine weitere sei in Freital geplant.

Überrascht zeigt sich die Mönchengladbacher Real-Zentrale. Am Montag hat der Freitaler Betrieb unangekündigt die Belieferung eingestellt, teilt Pressesprecher Markus Jablonski auf SZ-Anfrage mit. „Ein für uns unverständliches Vorgehen“, kann er nur mit dem Kopf schütteln. Ein Telefonat mit Geschäftsführer Wegner habe nur ergeben, dass er mit der für den Einkauf zuständigen Metro Group Buying GmbH keine Geschäfte mehr machen will.

„Wir bedauern diese Entscheidung, da wir bislang mit der Firma Poisentaler in jahrelanger guter Zusammenarbeit verbunden waren“, so der Sprecher. Jetzt werde mit Firmen der Region geprüft, ob sie kurzfristig die Wurstshops übernehmen können.