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Pokerturnier und Schülerprojekte

Der sorbische Jugendverein Pawk feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen und hat große Pläne.

Mit einem verjüngten Vorstand geht der Sorbische Jugendverein Pawk in die nächsten Monate. Zur Jahreshauptversammlung in Nebelschütz wählten die Mitglieder als Vorsitzende Kristin Heelemanec (19) aus Wendischbaselitz. Ihr zur Seite stehen künftig als Stellvertreterin Franciska Grajcarekec (19) aus Quoos, als Kassierer Micha³ Kral (25) aus Rosenthal, Alena Pawlikec (18) aus Radibor und Syman Lebza (18) aus Caßlau. Über Motivationen, Inhalte und Ziele sprach die SZ mit der neuen Chefin.

Frau Heelemanec, was motiviert den neuen Vorstand?

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Wir wollen gemeinsam für Pawk Ideen entwickeln und dabei viele Jugendliche einbinden. Wichtig ist, den Verein nach innen zu stärken und nach außen hin offen zu vertreten. Die Vierteljahres-Treffen mit den Mitgliedern zu aktuellen Fragen und Themen behalten wir bei.

Wie ist Pawk ins Jahr 2014 gestartet?

Sehr rege. Im Januar organisierten wir das Hallenfußball-Turnier in Ralbitz. Am 22. Februar fand das Kicker-Turnier in Ostro statt. Beide Termine fanden viel Zuspruch. Ich selbst war im Niedersorbischen Gymnasium Cottbus und kam in der 12. Klasse mit den Schülern ins Gespräch. Dort stellte ich Pawk näher vor, sprach über Ziele und Vorhaben. Der Erfahrungsaustausch war gewollt. Leider konnte ich noch keinen Schüler für den Verein gewinnen.

Welche Ziele setzt sich Pawk für 2014?

Wir wollen an Traditionen festhalten. Zugleich sind wir offen für neue Ideen. Im Laufe des Jahres soll wieder ein Pokerturnier stattfinden. Wir bereiten auch verschiedene Themen- und Diskussionsabende vor. Vierteljährlich tauscht sich der Vorstand mit den Mitgliedern aus. Das ist ganz wichtig für die interne, intensive Kommunikation. Im Sommer findet unsere Jubiläumsfeier „20 Jahre Pawk“ statt. Dazu wollen wir die sieben Gründungsmitglieder mit einladen und Mitglieder der ehemaligen Vorstände. Weiter intensiv zusammenarbeiten wollen wir mit unseren Kooperationspartnern – mit der Domowina, der Stiftung für das sorbische Volk und auch mit den sorbischen Jugendklubs und Gemeinden. An Ideen mangelt es nicht. Rund 20 Projekte umfasst unsere Vorschlagsliste. Wir können sie nur schrittweise umsetzen.

Wird es 2014 wieder den Wettbewerb „Power-Serb“ geben?

In jedem Fall. Gerade „Power-Serb“ steht für eine ursorbische Atmosphäre. Der Wettbewerb führt viele sorbische Jugendliche zusammen. Er stiftet Stolz und Identität. Dieses Jahr soll Power-Serb möglichst in Nucknitz stattfinden. Außerdem setzen wir das Projekt „Studierende helfen Schülern“ fort. Im November ist ein Praktikumstag zu Fragen des Studiums geplant. Wir organisieren ihn für Schüler der 11. und 12. Klassen im Sorbischen Gymnasium Bautzen. Wir wollen auch Projekttage am Gymnasium organisieren gemeinsam mit dem Minderheitensekretariat Berlin. Hier soll es um Fragen der Identität, der Minderheiten-Rechte und -Strukturen in Europa gehen.

Wie ist die Reaktion der Schüler?

Wir wollen sie herausfordern, denn oft spüren wir im Alltag, dass ihnen die Sensibilität für die eigenen sorbischen Wurzeln, für die Familie, für die sorbische Muttersprache, Kultur und Tradition fehlt. Identität heißt nicht nur Verwurzelt-Sein in der Geschichte. Identität ist auch gelebte Begegnung. Identität ist aktives Einmischen. Wir wollen die Jugendlichen dazu bewegen, selbstkritisch darüber nachzudenken.

Gespräch: Andreas Kirschke