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Polen kämpfen mit brennenden Wiesen

Im Kreis Zgorzelec mussten die Feuerwehren bislang mehr als zwölfmal ausrücken.

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Region. Im polnischen Grenzgebiet greift derzeit wieder eine Unsitte um sich, die Ordnungshüter und Umweltschützer alljährlich im Frühjahr ärgert. Gemeint ist das Abbrennen von vorjährigem Gras oder trockenen Stauden, womit manche Polen „Ordnung“ auf ihren Grundstücken schaffen. Seit über zehn Jahren ist das im Nachbarland zwar verboten, hält sich aber hartnäckig. Die dabei entstehenden Schäden gehen jährlich in die Zehntausende Euro. Nicht nur Wiesenflächen, sondern Einzelbäume bis hin zu ganzen Waldflächen werden zum Opfer außer Kontrolle geratener Flammen.

Nicht selten haben sich der oder die Aufpasser längst alkoholisiert davongemacht, nachdem sie merkten, nicht mehr Herr der Lage zu sein. Werden die Täter erwischt, drohen saftige Strafen: Inzwischen reicht sie bis zu 5 000 Zloty (1 200 Euro).

Das scheint manche nicht davon abzuhalten, weiterhin Brände zu legen. Mindestens zwölfmal mussten in den vergangenen Tagen im Kreis Zgorzelec die Feuerwehren ausrücken, teilte der Sprecher der Zgorzelecer Feuerwehrzentrale, Hubert Jarosz, in einem Radiointerview mit. Mehrere Kinder erlitten Brandverletzungen, viele Kleintiere kamen ums Leben. Die Umweltschützer beklagen unzählige Verluste bei Lurchen oder Insekten.

Als unvorhersehbare Brandbeschleuniger erweisen sich oft die unzähligen Plasteflaschen und Gummiteile an Weg- und Straßenrändern. Vom Traktorreifen bis zum entkernten Stromkabel liegen vor allem in Grenznähe tonnenweise Abfälle oder zu Abfällen gewordenes Diebesgut herum. Bogatynia hat die Bevölkerung um Mithilfe beim Aufstöbern wilder Müllkippen gebeten. (ab)