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Polit-Schulung im Raketenbunker

Das Interesse am Taucherwald und seinem Atom-Erbe ist groß. In dieser Woche kommen Bundeswehr-Soldaten.

Mit dem Erbe des Kalten Krieges der 1980er Jahre beschäftigen sich in dieser Woche Flugabwehrspezialisten der Bundeswehr im Rahmen einer politischen Weiterbildung. Morgen werden sie dazu im Taucherwald bei Uhyst und in Königsbrück erwartet. An beiden Standorten hatte die Sowjetarmee in den Jahren 1984 bis 1988 Atomraketen vom Typ SS-12 stationiert.

Der Bischofswerdaer Thomas Petzold, Mitglied der Burkauer Heimatfreunde, wird die Besucher durch den Taucherwald führen. Dort gibt es noch mehrere Betonbunker, in denen die Nuklearwaffen zeitweilig gelagert waren und von wo aus sie im Ernstfall auch abgeschossen worden wären. Jede dieser Atomraketen, die sich, stationiert auf Spezialfahrzeugen, wechselseitig in der Bischofswerdaer Kaserne und im weithin abgeriegelten Taucherwald befanden, hatte eine Sprengkraft der 33-fachen Stärke der Hiroshima-Bombe von 1945. Ihre einprogrammierten Ziele lagen in Westeuropa und hätten im Falle des Abschusses Städte wie Mailand, Genf, Paris oder London treffen können. Nach dem Abzug aus Deutschland 1988 wurden die Raketen in der UdSSR verschrottet.

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Auch 25 Jahre danach ist das Interesse groß. Vor einem Jahr trafen sich ehemalige Offiziere der UdSSR und ein US-General an den einstigen Raketenbunkern. Der MDR strahlte zu Jahresbeginn eine Dokumentation über die Taucherwald-Raketen aus. Der weißrussische Regisseur Juri Goruljow, der als Raketenoffizier in Bischofswerda gedient hatte, arbeitet an einem Film über den Taucherwald und die Raketen. (SZ)