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Görlitz

Politiker laufen in Hagenwerder auf

Die ISG feiert am Sonnabend den Sportplatzerhalt. Auch der FC Landtag kommt – mit einem Görlitzer OB-Kandidaten.

Der Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege (li.) und ISG-Vorsitzender Thomas Zimmermann begruben ihr Kriegsbeil, nachdem Sachsens Innenminister Roland Wöller am 10. Dezember die Lösung für das Sportplatz-Problem verkündet hatte.
Der Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege (li.) und ISG-Vorsitzender Thomas Zimmermann begruben ihr Kriegsbeil, nachdem Sachsens Innenminister Roland Wöller am 10. Dezember die Lösung für das Sportplatz-Problem verkündet hatte. © SZ-Archiv / Nikolai Schmidt

Der Ball rollt wieder in Hagenwerder. Schon seit im Dezember bei der ISG großer Bahnhof war und Sachsens Innenminister Roland Wöller verkündete, dass der Rasenplatz nicht stillgelegt werden müsse.

Seitdem wurde wieder gespielt, trainiert und sich gefreut, dass ein langer Kampf gewonnen war. Auch wenn eine gehörige Portion Unsicherheit blieb. Denn noch immer hat die ISG nichts Schriftliches zu Wöllers Aussage. „Daher war die Grundstimmung bislang unruhig“, sagt ISG-Vorsitzender Thomas Zimmermann. „Für mich zählt, was ich schwarz auf weiß habe.“ Am Montag nun teilte der CDU-Landtagsabgeordnete und Görlitzer OB-Kandidat, Octavian Ursu, in einer Presseerklärung mit, dass die ISG Hagenwerder in den nächsten Tagen den geänderten Nutzungsbescheid für den Rasenplatz erhalten soll. Das habe das Sächsische Innenministerium auf Anfrage Ursus mitgeteilt. Demnach erhalte die Stadt in den kommenden Tagen den geänderten Nutzungsbescheid für den Rasenplatz in Hagenwerder.

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„Darüber freuen wir uns“, sagt Thomas Zimmermann. „Denn die Wahlen stehen vor der Tür und wer weiß, was danach ist.“ Umso ausgelassener kann das Fest am Sonnabend werden, das die ISG angesetzt hat, um den Sportplatzerhalt zu feiern. Schließlich waren im letzten Quartal 2018 viele Nerven strapaziert und graue Haare gewachsen. Die ISG sollte zugunsten der Sanierung des Stadions der Freundschaft in Weinhübel ihren Rasenplatz nicht mehr nutzen dürfen, denn das Stadion war aus Hochwasserfördermitteln erneuert worden – als Ersatz für Hagenwerder.

Nach der Stilllegung des Rasenplatzes Mitte Oktober gingen die ISG-Mitglieder auf die Barrikaden, wendeten sich an die Medien, lagen mit der Stadtverwaltung über Kreuz, sammelten per Online-Petition weit über 3 000 Unterschriften und suchten auch Hilfe bei der Staatsregierung in Dresden. Letztlich mit Erfolg. Die Stilllegung wurde zurückgenommen, die Stadt muss auch die geflossenen Fördermittel für die Stadionsanierung nicht zurückzahlen. Aber: Dafür bekommt die ISG 25 Jahre lang keine Fördermittel mehr von Bund und Land. Die Stadt muss die ISG aus ihrer Sportstättenplanung herausnehmen, darf aber eigene Gelder an die Sportgemeinschaft ausreichen.

Seit dieser Entscheidung ist Ruhe eingekehrt. Inzwischen wird der Rasen durch die Stadt wieder gepflegt, die Fußballer trainieren wieder auf heimischen Rasen. Und sie sind mehr geworden. „Wir bauen gerade eine Bambinimannschaft auf“, sagt Michel Koch von der Abteilung Fußball. Sechs Knirpse haben sich schon gemeldet, aber es können ruhig noch mehr werden. Dafür werden fußballbegeisterte Kinder zwischen vier und sechs Jahren gesucht. Auch die E-Jugend braucht noch Verstärkung, hier sind die Neun- bis Zehnjährigen gefragt. Training ist donnerstags. Danach, sowie am Dienstag, trainiert auch die ISG-Männermannschaft. Außerdem gibt es die Anfrage eines Vereins aus dem Umland, den Rasen temporär mit nutzen zu dürfen. Die Auslastung des Platzes wird also immer besser, zumal es auch noch 14 D-Jugend-Kinder gibt, die aktuell noch mit Gersdorf eine Spielgemeinschaft bilden.

Am Sonnabend werden viele dieser Kicker in Aktion zu erleben sein. Insgesamt sind vier Spiele angesetzt, Höhepunkt ist die Begegnung mit dem FC Landtag. Das ist eine bunte Mischung aus Landtagsabgeordneten und Verwaltungsmitarbeitern des sächsischen Landtags. Geschäftsführer Frank Götze, der auch selbst auflaufen wird, sagt: „Wir sind froh, dass für die ISG eine Lösung gefunden wurde. Wir wollten die Anfrage der ISG für ein Protestspiel dennoch aufrecht erhalten und machen nun eben ein Freundschaftsspiel daraus.“ Etwa fünf bis zehn solcher Spiele bestreitet die Mannschaft pro Jahr, bei Jubiläen oder Benefizveranstaltungen. Den FC Landtag gibt es schon seit 1995, er ist ein gemeinnütziger Verein und hat um die 50 Mitglieder. Götze legt wert darauf, die Erwartungen an die sportlichen Leistungen nicht allzu hoch zu schrauben: „Wir sind Freizeitkicker ohne regelmäßiges Training.“ Daher wird das Spiel am Sonnabend auch nicht über 90 Minuten gehen, sondern es werden zweimal 30 Minuten gespielt. Beim FC Landtag tritt unter anderem der Präsident der Mannschaft, der Bautzener CDU-Landtagsabgeordnete Marko Schiemann, an. Seite an Seite mit dem Görlitzer OB-Kandidaten Sebastian Wippel, der für die AfD im Landtag sitzt. Sein Kontrahent bei der OB-Wahl, Octavian Ursu (CDU), wird am Sonnabend zwar nach Hagenwerder kommen, aber nicht, um zu kicken.

Die gegnerische Mannschaft ist bunt zusammen gewürfelt. ISG-Vorstandsmitglieder wie eben Michel Koch laufen genauso auf wie ein paar Jugendliche aus der Kegelabteilung. „Es geht nicht um das Ergebnis, wir sind einfach froh, dass der FC Landtag zu uns kommt“, sagt Michel Koch.

Freudenfest der ISG Hagenwerder: 11. Mai, ab 10 Uhr mit Kinder-Fußball (10, 11.30 Uhr), dem Spiel gegen den FC Landtag (13 Uhr) und dem anschl. Punktspiel der ISG Mannschaft. Dazu buntes Programm.

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