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Alle Hausbesetzer sind auf freiem Fuß

Sechs Personen hatte die Polizei am Mittwochabend festgesetzt. Nicht alle mussten die Nacht bei den Beamten verbringen.

Auf der Alaunstraße hat die Polizei die sogenannte Lärmdemo gestoppt.
Auf der Alaunstraße hat die Polizei die sogenannte Lärmdemo gestoppt. © Christoph Springer

Update, 15.35 Uhr: Keiner der sechs Besetzer, die die Polizei am Mittwoch festgenommen hat, wurde dem Haftrichter vorgeführt. Vier durften den Polizeigewahrsam bereits am Mittwochabend wieder verlassen, zwei weitere wurden am Donnerstag auf freien Fuß gesetzt, berichtigte die Polizei auf SZ-Nachfrage die Angaben der Besetzer.

Bei der sogenannten Lärmdemo, die am Mittwochabend in der Neustadt kurzzeitig den Verkehr behinderte, hat die Polizei Pfefferspray eingesetzt. Das war nach Ansicht der Beamten an der Ecke Alaunstraße/Katharinenstraße nötig, wo die Polizei die Demo gestoppt hat.

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Später nahm die Polizei noch einen 17-Jährigen fest. Er hatte auf der Alaunstraße einen Werbeaufsteller und einen Elektroroller in Richtung von Polizisten geworfen. Dabei wurde ein Beamter leicht verletzt. Auch der 17-Jährige wurde später wieder entlassen. Am Mittwochabend waren rund 60 Polizisten im Einsatz. 

Update, 14.48 Uhr: Die Besetzer melden, dass alle Personen aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden sind. Zu den geplanten Haftrichtervorführungen gibt es noch keine Neuigkeiten.

Update, 13.02 Uhr: Gegen 21 Personen laufen Ermittlungsverfahren wegen Hausfriedensbruchs, melden die Besetzer. Es sei aber nicht klar, ob das wirklich alle sind. Zwei mussten die Nacht im Polizeigewahrsam verbringen. Weil es "aus unbekannten Gründen" nicht möglich gewesen sei, ihre Identität festzustellen, hätten sie im Gewahrsam bleiben müssen.

Update, 10.28 Uhr: Laut eigenen Angaben werden einige der Besetzer heute über ein Eilverfahren dem Haftrichter vorgeführt. Sechs Personen seien am Mittwochabend  in die Gefangenensammelstelle gebracht. Zwei von ihnen befinden sich weiterhin dort, so die Besetzer in der Nacht zum Donnerstag.  "Es gibt zwei beschleunigte Verfahren", so ein Polizeisprecher. Laut Oberstaatsanwalt Lorenz Haase wird für eine Frau, die unter den Besetzern war, geprüft, ob sie dem Haftrichter vorgeführt wird. Sie ist noch in Polizeigewahrsam, da sie ihre Personalien nicht angeben will, so Haase.

Die Meldung vom Donnerstagmorgen:

In einer Einfahrt auf der Katharinenstraße steht ein Transporter der Polizei, auch durch das Tor der Zahnpastafabrik in der Neustadt sind noch Polizeiautos auf dem Gelände der Firma zu sehen. Auf der Königsbrücker Straße vor den bis zum Mittwoch besetzen Häusern stehen vier Einsatzwagen. Es ist noch keine Ruhe eingekehrt rund um die leerstehenden Villen zwischen der Stetzscher Straße und dem Albertplatz. 

Auch auf den Grundstücken und an den Häusern ist noch zu sehen, was dort passiert ist. Sofas, Stühle, Tische, ein Feuerfass, Essensreste und jede Menge Spruchbänder an den Häusern erinnern an die Besetzung. Die Eingänge auf der Rückseite sind mit weißen Steinen zugemauert. Das hat die Argenta Unternehmensgruppe aus München, der Eigentümer der Häuser, noch am Mittwochabend erledigen lassen.

Die Polizei musste ihre Einsatzzahl am Mittwochabend noch einmal hochfahren. Der Grund: Die sogenannte Lärmdemo, zu der sich um 18 Uhr mehr als 100 Teilnehmer am Alaunplatz versammelt haben, war durch die Neustadt unterwegs. Das Ziel der Demonstranten: die Königsbrücker Straße vor den nun wieder leerstehenden Häusern. Sie zogen mit Bengalos, Trommeln und Trillerpfeifen durch das Viertel, erst auf der Görlitzer Straße und der Rothenburger Straße, dann auf der Bautzner zum Albertplatz. Von dort wollten sie direkt auf die Königsbrücker Straße, doch die Polizei hinderte die Demonstranten daran.

Sie bogen daraufhin in die Alaunstraße ab, um über die Katharinenstraße zu den Häusern zu gelangen. Doch auch dort stellte sich den Demonstranten eine Polizeikette in den Weg. Die Demonstranten stoppten, es wurde geschoben und gestoßen, bis schließlich etwa die Hälfte umdrehte. Minuten später zog die Polizei ab. Kurz vor 19 Uhr trafen sich die Beamten und die Demonstranten wieder, dieses Mal auf der Königsbrücker Straße. Die Teilnehmer der Demo blockierten die Straße, die Polizei baute sich auf beiden Seiten auf und komplimentierte sie schließlich auf die Fußwege. Bis nach 20 Uhr standen sie noch dort, gleich daneben die Beamten, die parallel dazu vor den Häusern aus 13 Einsatzwagen eine Sperre aufbauten.

Den Zugang zu den drei Häusern an der Königsbrücker Straße sperrte die Polizei am Mittwochabend mit Einsatzfahrzeugen ab.
Den Zugang zu den drei Häusern an der Königsbrücker Straße sperrte die Polizei am Mittwochabend mit Einsatzfahrzeugen ab. © SZ/Christoph Springer

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Laut wurde es nur noch einmal, als die Beamten einen Festgenommenen auf das Gelände der Zahnpastafabrik führten. Der 17-Jährige soll eine Warnbake in Richtung von Polizisten geworfen haben. Wie es mit den drei Häusern nun weitergeht, ist offen. Eine entsprechende Anfrage von Sächsische.de ließ die Argenta-Unternehmensgruppe am Mittwoch unbeantwortet.

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