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Polizei ermittelt nach Wohnungsbrand

Noch ist der Tatort im Dippser Neubaugebiet versiegelt. Dort wurden Munition und Feuerwerkskörper gefunden.

© Egbert Kamprath

Von Franz Herz

Dippoldiswalde. wie geht es jetzt weiter nach dem Brand am Karfreitagabend in der Käthe-Kollwitz-Straße in Dippoldiswalde? Die Polizei hält die Wohnung, die ausgebrannt ist, nach wie vor unter Verschluss. „Es ist ein Tatort in einem Ermittlungsverfahren wegen schwerer Brandstiftung“, sagt Sprecher Marko Laske. Nach außen sind die Fenster der Wohnung jetzt abgeschottet.

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Die Brandermittler haben den Tatort am Sonnabend untersucht und sind dabei, ihre Erkenntnisse auszuwerten. Es kann noch ein wenig dauern, ehe die Versiegelung wieder entfernt und die Räume freigegeben werden. Sie sind dann ohnehin noch nicht gleich wieder bewohnbar. Wie schlimm die Schäden sind, ist derzeit nicht bekannt.

Die Polizei stützt sich bei ihren Ermittlungen auf die Aussagen des Wohnungsmieters, eines 27-jährigen Deutschen. Er hätte aus Wut über seine eigene Lebenssituation die Wohnung angezündet. Bei dem Brand ist er so schwer verletzt worden, dass er stationär ins Krankenhaus aufgenommen werden musste. Dort ist er zwischenzeitlich entflohen. Nachdem er sich dabei verletzt hatte, wurde er erneut eingeliefert und weiter behandelt.

Die Polizei hat in der Wohnung Munition und Feuerwerkskörper gefunden. Eine Schrotpatrone lag am Brandabend vor dem Haus. Die Ermittlungen der Polizei konzentrieren sich jetzt darauf, wie der Mieter die Wohnung in Brand gesetzt hat. Dass er es gewesen ist, daran gibt es kaum noch Zweifel.

Beherztes Handeln

Die Nachbarn sind besonders einer jungen Frau dankbar, die beim Ausbruch des Brandes dort bei ihrer Mutter zu Besuch war. Sie hat mitbekommen, was geschehen ist. Sofort alarmierte sie die Feuerwehr und hat auch gleich an allen Wohnungstüren im Aufgang geklingelt und die Bewohner über die Gefahr informiert, damit sie sofort rausgehen konnten, wie Karl-Heinz Sobierajski berichtet, der im Nachbarhaus wohnt. Durch dieses beherzte Handeln waren die unmittelbaren Nachbarn alle schon im Freien, als die Feuerwehr eintraf.

Glimpflicher verlaufen als gedacht

Notreparaturen sind am Wochenende schon gelaufen. Das Schloss von der Außentür wurde in die Zwischentür umgesetzt, damit war der Aufgang wieder gesichert. Denn an der Außentür war die Scheibe gesprungen gewesen. Die Mieter aus dem Brandhaus hatten die Brandnacht im benachbarten Hotel „Am Heidepark“ verbracht. Danach konnten sie am Sonnabend wieder in ihre Wohnungen zurück.

Die Kommunale Wohnungsgesellschaft (KWG) Dippoldiswalde, der das Haus gehört, hat eine Brandsanierungsfirma beauftragt, die am Dienstag das Treppenhaus von Schadstoffen reinigte. Zwei Mieter haben sich bisher wegen Schäden in ihren Wohnungen beim Vermieter gemeldet, wie KWG-Geschäftsführer Thomas Bochmann informierte. Er sagt: „Es ist wohl glimpflicher abgelaufen als erst gedacht. Ich will mich aber auch bei den Einsatzkräften bedanken, die Schlimmeres verhindert haben, und bei den Handwerkern, die noch am Osterwochenende gekommen sind.“

In die Brandwohnung kann er derzeit noch nicht rein. Erst muss die Staatsanwaltschaft diese wieder freigeben. Dann wird er sie mit einem Schadensgutachter von der Versicherung besichtigen und festlegen, was dort zu machen ist. Das wird frühestens am Freitag dieser Woche möglich sein, kalkuliert Bochmann.

„Der Mieter wird sicher nicht mehr in diese Wohnung einziehen“, erwartet Bochmann. Der Mann war vorher schon der Polizei aufgefallen. „Aber uns ist so etwas nicht bekannt gewesen“, sagt der Vermieter. „Wir können Mieter nur ablehnen, wenn sie beim vorigen Vermieter Mietschulden haben oder uns der andere Vermieter mitteilt, dass sie tätlich gewesen sind. So etwas haben wir hier nicht in den Unterlagen.“