SZ +
Merken

Polizei geht Bürger-Tipps nach

Anscheinend gab es weitere Fälle, in denen Kinder von Unbekannten angesprochen wurden. Die Polizei setzt derweil auf neue Bürgerhinweise.

Teilen
Folgen

Von Matthias Klaus

Offiziell allerdings geht die Polizei weiterhin von einem Fall aus, in dem ein Mädchen in Zittau von Unbekannten angesprochen und fotografiert wurde (die SZ berichtete). Die Ermittlungen wegen des „Verdachtes der versuchten Kindesentführung“ laufen weiterhin, so Uwe Horbaschk, Sprecher der Polizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien gegenüber der SZ. Das Problem sei, dass es keine Zeugen für den Vorfall gegeben habe. Es gebe inzwischen eine ganze Reihe von Hinweisen aus der Bevölkerung. „Die Hinweise sind von uns alle sensibel überprüft worden“, sagt Uwe Horbaschk. Neue, echte Fälle hätten sich aber nicht ergeben.

Nach SZ-Informationen soll es in den vergangenen Tagen weitere Kontaktversuche von Unbekannten zu Kindern gegeben haben, vor allem in Zittau. Aber auch der Bereich Obercunnersdorf/Niedercunnersdorf soll beispielsweise betroffen gewesen sein. Einen weiteren Schwerpunkt im Landkreis neben Zittau sieht Frank Wobst jedoch nicht. „Seit den Berichten in den Medien ist die Bevölkerung natürlich sehr sensibilisiert“, sagt der Leiter des Löbauer Polizeireviers. Erst am vergangenen Wochenende seien wieder Bürgerhinweise eingegangen. Das Thema werde von der Polizei sehr ernst genommen. „Hier wird nichts heruntergespielt“, betont auch Uwe Horbaschk. Unbekannt sei aber zum Beispiel noch völlig, aus welchen Motiven heraus die Kinder angesprochen würden, so Frank Wobst.

Uwe Horbaschk und er setzen weiter auf Beobachtungen der Bürger. „Was uns fehlt, ist etwa ein Hinweis auf ein Nummernschild“, so der Löbauer Revierleiter. In der Vergangenheit tauchte immer wieder einmal der Tipp auf ein dunkles Auto mit getönten Scheiben auf, eventuell ein Transporter. Unterschiedlich seien auch die Angaben, ob der oder die Unbekannten ausländisch oder deutsch gesprochen haben.

Vergleichbare Beobachtungen in den angrenzenden Polizeirevieren habe es nicht gegeben. Frank Wobst denkt daran, verstärkt in die Öffentlichkeit zu gehen, möglichst mit einem Phantombild. Der Revierleiter: „Das muss jedoch erst mit der Staatsanwaltschaft abgesprochen werden.“

Polizeirevier Löbau: 03585/8650, 03585/865106

Polizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien: 03581/4680, 03581/46817106