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Kripo ermittelt nach Raub in Riesa

Ein 16-Jähriger wird im Riesaer Stadtzentrum mit einer Pistole bedroht. Einer der jungen Täter ist der Polizei bereits bekannt.

Mit einer Schusswaffe hatten Jugendliche am Wochenende in Riesa einen 16-Jährigen bedroht. Um welche Art von Waffe es sich handelt, muss nun ein Gutachter feststellen.
Mit einer Schusswaffe hatten Jugendliche am Wochenende in Riesa einen 16-Jährigen bedroht. Um welche Art von Waffe es sich handelt, muss nun ein Gutachter feststellen. © Daniel Karmann/dpa (Symbolbild)

Riesa. Nach einem Fall von räuberischer Erpressung am Wochenende in Riesa ermittelt jetzt die Kriminalpolizei. Neben etwa 35 Gramm Cannabis hatten die Beamten am Sonnabend bei den drei gestellten Tatverdächtigen im Alter von 14, 15 und 18 Jahren auch die Pistole festgestellt, mit der sie einen anderen Jugendlichen bedroht hatten. 

"Die kriminaltechnischen Untersuchungen laufen", heißt es dazu von der Kripo-Außenstelle in Meißen. Ein Gutachter muss nun beurteilen, ob Waffe und Munition "scharf" waren. Gegenstand der Ermittlungen sei außerdem, in welcher Beziehung die Täter und das Opfer zueinander standen. "Dem Geschädigten waren die Tatverdächtigen zumindest teilweise bekannt", heißt es dazu bisher seitens der Polizei. 

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Nur ein Tatverdächtiger ist polizeibekannt

Am Sonnabend gegen 16.30 Uhr war ein 16-Jähriger in der Straße An der Klosterkirche von vier jungen Männern mit einer Pistole bedroht und dazu gezwungen worden, ihnen Geld und sein Mobiltelefon zu geben. 

Anschließend wollten die vier das böse Spiel sogar noch weitertreiben: Der 16-Jährige sollte eigentlich später an den Riesaer Bahnhof kommen und dort noch weiteres Geld an das räuberische Quartett überreichen. Daraus wurde aber nichts: Der Junge erzählte seiner Mutter von der Tat, die rief die Polizei. 

Drei der vier Tatverdächtigen hatte die Polizei in der Nähe des Tatorts stellen und vorläufig festnehmen können. Der vierte Verdächtige, ein 16-jähriger Deutscher,  ist der Polizei ebenfalls bekannt. Eine Fahndung nach ihm bestehe derzeit nicht. Im Revier Riesa ist bisher nur einer der Beschuldigten bekannt, heißt es auf SZ-Nachfrage. Angesichts des jungen Alters der Verdächtigen sei das aber auch nicht weiter verwunderlich. 

Jeder fünfte Räuber ist im Jugendalter

Auch in den sozialen Netzwerken reagierte mancher Leser entsetzt darüber, wie  jung die Verdächtigen teilweise waren. In der Kriminalstatistik der Polizei fällt auf, dass tatsächlich gut ein Fünftel der Täter bei Raubdelikten zwischen 14 und 18 Jahre jung ist. Damit liegt der Anteil von Jugendlichen in diesem Feld so hoch, wie bei keiner anderen Straftat. 

Wie oft in diesem Alter tatsächlich auch eine Schusswaffe im Spiel ist, geht aus den Zahlen des Bundeskriminalamts allerdings nicht hervor. Von rund 36.000 Raubdelikten im Jahr 2019 war das gerade einmal in 1.800 der Fall. Davon wiederum waren deutlich mehr als die Hälfte Überfälle auf Geschäfte, Spielhallen oder Banken.  

Die Frage, ob in Riesa eine scharfe Waffe im Spiel war, könnte sich im Fall einer Verurteilung auch auf das Strafmaß auswirken. Erwachsenen droht für Raub bereits mindestens ein Jahr Haft. 

Ist eine Waffe im Spiel, dann liegt gar schwerer Raub vor - was eine Freiheitsstrafe von drei Jahren oder mehr nach sich ziehen kann. Auch im Jugendstrafrecht stünden Arrest oder Jugendstrafe im Raum. 

Der Fall vom Wochenende erinnert an eine ähnliche Situation aus dem Januar 2020. Damals hatten zwei Männer einen 21-Jährigen in seiner Riesaer Wohnung mit einer Waffe bedroht. Auch damals kannten sich Täter und Opfer.  Im Kreis Meißen ging die Zahl der Raubdelikte 2019 übrigens gegenüber dem Vorjahr zurück - von 71 auf 49 Fälle. 

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