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Polizei schnappt Diebesbande

In den vergangenen Monaten trieben Einbrecher ihr Unwesen. Jetzt wurden sie in einem spektakulären Einsatz gefasst.

Von Nora Domschke

Es ist der zweite große Fahndungserfolg für die Dresdner Polizei innerhalb weniger Tage. Nachdem in der vergangenen Woche eine mutmaßliche Diebesbande geschnappt wurde, die vor allem im Nordwesten der Stadt unterwegs war, folgte nun die Festnahme von zwei Tätern im Dresdner Süden. Sie wurden in einer Straßenbahn auf der Reicker Straße gestellt.

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Ein Kriminaltechniker sichert am Tatort die Spuren. Deshalb sollte sofort die Polizei gerufen werden, wenn eingebrochen wurde.Fotos: dpa/Julian Stratenschulte, Eric Münch
Ein Kriminaltechniker sichert am Tatort die Spuren. Deshalb sollte sofort die Polizei gerufen werden, wenn eingebrochen wurde.Fotos: dpa/Julian Stratenschulte, Eric Münch © dpa

Das war nur mit dem Einsatz von aufmerksamen Anwohnern möglich, sagt Hauptkommissar Jürgen Leistner. Schon seit Februar ist der 47-Jährige der Bande auf den Fersen. Mehr als 30 Einbrüche soll sie in Niedersedlitz, Leubnitz-Neuostra, Reick und Prohlis begangen haben. Ihr Vorgehen war dabei immer gleich: Zu dritt erkundeten sie das Wohngebiet – dort, wo kein Licht brannte, hebelten sie dann die Balkon- oder Terrassentüren auf, stahlen Bargeld, Schmuck oder andere kleine Wertgegenstände.

Jetzt wurde ihnen ihr eigenes Einbruchsschema zum Verhängnis. Am vergangenen Freitag beobachtete ein 65-jähriger Anwohner in der Wieckestraße das Trio. Sie standen auf einem benachbarten Grundstück. Dann hörte der Anwohner ein lautes Knacken und sah, wie die Diebesbande verschwand. Daraufhin rief er bei der Polizei an. Zur gleichen Zeit ging dort ein zweiter Anruf ein. Ein anderer Anwohner hatte die drei Männer ebenfalls gesehen. Ihm war aufgefallen, dass sie in der Dunkelheit um die Häuser schlichen. Schließlich konnte er beobachten, dass das Trio in eine Straßenbahn der Linie 9 stieg.

Stefan Dörner war zu dieser Zeit gerade auf dem Rückweg vom Dynamo-Stadion. Der Chef des Polizeireviers Süd leitete dort den Polizeieinsatz. Dann ging alles ganz schnell: Er bekam den Funkruf, dass die drei Täter in der Straßenbahn sitzen. Die fuhr gerade an seinem Auto vorbei, Dörner wendete und hielt die Bahn an der Haltestelle Mockritzer Straße an. Dort nahm er zwei der Täter fest. In den Rucksäcken der Georgier fand er Schmuck und Münzen. Nun sitzen sie in Untersuchungshaft, ihr Kompagnon ist noch auf der Flucht.

„Den schnappen wir“, ist sich Hauptkommissar Leistner sicher. Jetzt sind er und die Mitarbeiter des Einbruchskommissariats gefragt. Sie müssen den mutmaßlichen Dieben die anderen Einbrüche der vergangenen Wochen nachweisen. Insgesamt zehn Mitarbeiter kümmern sich in Dresden um Delikte mit schwerem Einbruch. Dazu gehören alle Diebstähle in Wohnungen, Häusern und Firmen sowie in Geldinstituten.

Nun heißt es, Akten wälzen. An jedem Tatort wurden die Spuren der Räuber von Kriminaltechnikern sichergestellt. Das können Fingerabdrücke an Möbeln oder Fußspuren im Garten sein. Auf Fotos wurden Schäden an Türen festgehalten. „Bei den meisten Einbrüchen wurden die Wohnungen komplett verwüstet, als die Diebe Schmuck und Geld suchten“, so Leistner. Er muss nun die Puzzlestücke aus den Berichten der Kollegen zusammenfügen. Dabei helfen auch DNA-Spuren, die gefunden wurden. Sie sollen jetzt beweisen, dass die beiden Täter für eine ganze Serie von Einbrüchen verantwortlich sind.

In drei Monaten entscheidet die Staatsanwaltschaft, für welche Taten die beiden Georgier angeklagt werden. Leistner hingegen hofft, dass Anwohner weiterhin aufmerksam sind und mit Hinweisen helfen.