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13-Jährige vermisst: So lief die Suche

Ein Mädchen aus der Nähe von Kamenz war am Mittwoch verschwunden. Es folgte ein Großeinsatz mit Hunden und Hubschrauber.

Rund 100 Rettungskräfte suchten am Mittwoch in und um Gersdorf bei Kamenz nach einem verschwundenen Mädchen. Noch zwölf Stunden wurde es gefunden.
Rund 100 Rettungskräfte suchten am Mittwoch in und um Gersdorf bei Kamenz nach einem verschwundenen Mädchen. Noch zwölf Stunden wurde es gefunden. © RocciPix / Rocci Klein

Haselbachtal. Ein Polizeihubschrauber kreiste am Mittwoch stundenlang über dem Haselbachtal. Mit einem Großaufgebot suchten Polizei und Rettungskräfte mehr als zwölf Stunden lang nach der 13-jährigen Jenny aus Gersdorf. Erst am Abend konnten die Eltern ihr Kind wieder in die Arme schließen.

Am Morgen hatte das Mädchen die elterliche Wohnung verlassen, war aber nicht wie erwartet in der Schule in Elstra angekommen. Seitdem war der Aufenthaltsort des Kindes unbekannt. 

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Die Schule hatte laut Polizei darüber informiert, dass die Schülerin nicht aufgetaucht war. Dann startete eine gewaltige Suchaktion mit mehreren Streifenwagen-Besatzungen, einem Hubschrauber, einem Fährtenhund und einem so genannten Mantrailer-Hund. 

Doch die Suche blieb zunächst erfolglos. Beide Hunde verloren schon unweit des Wohnhauses an einer Bushaltestelle die Spur. Vermutlich, weil das Mädchen regelmäßig diesen Weg nahm, um in den Bus zu steigen. An dem Mittwoch wohl aber nicht. 

„Die Ermittler befragten unter anderem Eltern, Verwandte, Nachbarn, Freunde, Mitschüler, um mögliche Aufenthaltsorte zu erfahren beziehungsweise Hintergründe zum Verschwinden zu ermitteln“, so Kai Siebenäuger, Pressesprecher der Polizeidirektion Görlitz. 

In der Luft kreiste der Hubschrauber, und viele Haselbachtaler fragten sich warum. Die Beamten suchten in der Nähe des Wohnortes , befragten auch Badegäste in Steinbrüchen der Umgebung und versuchten, das Handy des Mädchens zu orten. Ohne Erfolg.

Mehr als 20 Rettungshunde im Einsatz

Die Polizei wandte sich schließlich am Nachmittag mit einer Suchmeldung an die Bevölkerung. Zugleich wurde weitere Hilfe vom Verband sächsischer Rettungshunde geholt. Der trommelte über 40 Hundeführer mit mehr als 20 Hunden zusammen, von Dresden bis Leipzig und sogar Thüringen. 

Organisatorischer Leiter des Rettungsdienstes im Auftrag des Landratsamtes Bautzen war an diesem Tag Rettungsassistent André Müller, selbst Gersdorfer. An die 100 Einsatzkräfte, so schätzt er ein, waren auf der Suche. Er habe am späten Nachmittag auch die Feuerwehren Mörsdorf, Gersdorf und Bischheim aus dem Haselbachtal mit 30 Leuten wegen ihrer Ortskenntnis einbezogen.

Eine gute Entscheidung, wie sich später herausstellte. Ein riesiges Gebiet sei von Häslich bis zum Steinbruch Haustein bei Steina abzusuchen gewesen, berichtet der Gemeindewehrleiter von Haselbachtal, Silvio Berger. Gerade die vielen Steinbrüche, weil sich das Mädchen dort versteckt haben konnte. „Wir haben quasi hinter jeden Busch geschaut.“

Hundeführer suchten die Wälder und Steinbrüche rund um Gersdorf nach der Schülerin ab.
Hundeführer suchten die Wälder und Steinbrüche rund um Gersdorf nach der Schülerin ab. © RocciPix / Rocci Klein

Motive fürs Verschwinden im Dunkeln

Allen sei ein gewaltiger Stein vom Herzen gefallen, so Feuerwehrmann Berger, als nach etwa zwölf bangen Stunden kurz nach 20 Uhr die Nachricht kam, dass die 13-Jährige gefunden wurde. In erster Linie den Eltern, die mit bei der Einsatzleitung vor Ort waren, so berichten Beteiligte. 

Entscheidend war tatsächlich am Ende die Ortskenntnis. Zwei Gersdorfer Feuerwehrleute stöberten das Mädchen auf. Sie fanden die Jugendliche innerhalb des Dorfes an einem bewaldeten Platz, der Zenkers Linden genannt wird, so André Müller. Dort befinden sich auch Steinbänke. Hier saß das Mädchen wohl. Gar nicht so weit vom elterlichen Wohnhaus entfernt, nahe einer Straße, berichtet Bürgermeisterin Margit Boden, die sehr erleichtert über den glimpflichen Ausgang der Aktion ist, auch weil das Mädchen noch vor Einbruch der Dunkelheit gefunden werden konnte. Und unverletzt, wie die Polizei bestätigt.

Der 13-Jährigen sei es soweit gut gegangen, berichten Rettungskräfte. Etwas mitgenommen sei das Kind gewesen, zumal es den ganzen Tag nichts getrunken hatte. Es wurde vorsichtshalber in eine Klinik gebracht. Inzwischen soll es wieder zu Hause sein, heißt es.

Warum das Mädchen verschwunden war, bleibt im Dunkeln. Die Polizei trifft keine Aussage dazu, und die Retter können nur mutmaßen. Nach den Informationen der Polizei gibt es aber keinen Strafverdacht, und es werde auch nicht weiter ermittelt.

Eine solche Aktion habe er noch nie erlebt, sagt Feuerwehrmann Silvio Berger. So ähnlich geht es auch Rettungsassistent André Müller von der DRK-Rettungswache in Radeberg. Es werde viel über solche Einsätze berichtet. Aber selbst involviert zu sein wie am Mittwoch, noch dazu im eigenen Dorf, das berühre emotional noch ganz anders. 

Die Sammelstelle der Einsatzkräfte war am Bahnhof in Gersdorf. Bei Eltern und Rettern war die Erleichterung groß, als das Kind am Abend endlich gefunden wurde.
Die Sammelstelle der Einsatzkräfte war am Bahnhof in Gersdorf. Bei Eltern und Rettern war die Erleichterung groß, als das Kind am Abend endlich gefunden wurde. © LausitzNews.de/Toni Lehder

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