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Radebeul

Polizei warnt vor Betrug mit Corona-Vorwand

Falsche Verwandte und falsche Polizisten nutzen jetzt die Krisensituation aus. Hinweise vom Leiter des Betrugskommissariats der Polizeidirektion.

Steffen Schmieder leitet das Betrugskommissariat der Polizeidirektion Dresden, die auch für den Kreis Meißen zuständig ist.
Steffen Schmieder leitet das Betrugskommissariat der Polizeidirektion Dresden, die auch für den Kreis Meißen zuständig ist. © Polizeidirektion Dresden

Landkreis. Nichts ist skrupellosen Betrügern heilig. Jetzt wird Corona genutzt, um leichtgläubigen Menschen Geld und Wertgegenstände aus den Wohnungen zu holen. Im SZ-Gespräch warnt Steffen Schmieder, Erster Kriminalhauptkommissar und Leiter des Betrugskommissariats der Polizeidirektion Dresden, vor den aktuellem Maschen. 

Herr Schmieder, Corona-Betrüger sind offenbar unterwegs. Gibt es erste Anzeigen, Hinweise von Bürgern dazu?

Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

Es gibt einen Fall in Leipzig, wo sich Betrüger als Mitarbeiter des Gesundheitsamtes ausgegeben haben. In Niedersachsen sind sie als falsche Polizisten aufgetreten. Ziel der Kriminellen ist es, in die Wohnung der potenziellen Opfer zu gelangen. Hier werden die bekannten Tricks wie Bitte nach einem Glas Wasser oder der Zetteltrick mit Corona modifiziert. Wenn die Täter in der Wohnung sind, ist der Bewohner meist fixiert auf das Gespräch. Hinterm Rücken geht dann ein zweiter Täter in die Wohnung und durchsucht alles nach Wertgegenständen und Geld. Und so läuft es hier vermutlich auch, obwohl es bisher noch keinen Erfolg hatte. Unter der Legende Corona hatten wir diese sonst üblichen Maschen bisher noch nicht - wo ja alle nervös sind und möglicherweise ein Betroffener eher das Einverständnis gibt und die vorgegaukelten Dinge glauben könnte.

Wovor vor allem möchten Sie die Bürger jetzt warnen?

Lassen Sie bitte niemanden in die Wohnung! Mit der Legende, dass man von der Polizei oder dem Gesundheitsamt kommt und einen Abstrich vornehmen oder über Quarantäne informieren will, wie das in Leipzig war, wird keine öffentliche Stelle in die Wohnungen der Bürger kommen. Das schließt sich ja in der derzeitigen Situation zu Abstandsregelungen sogar aus. Erster Rat nochmals: Distanz! Und niemand kommt in die Wohnung rein.

Auch der Enkel-  und Bekanntentrick wird wieder in Variation angewandt.

Es ist wie bei früheren Enkel- und Bekanntentricks. Nicht darauf eingehen. Nicht den Namen des Enkels erraten lassen. Bisher wurde vorgegaukelt, dass der Enkel einen Computer braucht oder einen Zuschuss zum Wohnungskauf, jetzt wird Corona und eine mögliche Notsituation vorgegeben. Der Rat: Den eigenen, wirklichen Enkel anrufen und mit ihm sprechen - und schnell wird sich herausstellen, dass hier Betrug im Gange ist. Es ist nichts anderes als die alte Begehungsweise der Betrüger. 

Versucht wird offenbar auch, auf die Heimcomputer der Bürger zu gelangen. Angeblich müssten Informationen über Corona gesendet werden. Was raten Sie?

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Interview: Peter Redlich

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.