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Polizei zieht gefährliche Knaller aus dem Verkehr

Sie tragen Namen wie La Bomba oder Colour. Böller aus Tschechien sind auch hierzulande beliebt. Doch die Einfuhr ist illegal.

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In Sohland – kurz hinter der tschechischen Grenze – griffen die Beamten zu. Die Bundespolizei stoppte einen 40-jährigen Deutschen. Der kam gerade von einer Einkaufstour aus dem Nachbarland und hatte sich dort für Silvester ordentlich eingedeckt. 40Böller der Marke La Bomba fanden die Polizisten in seinem Gepäck.

Die Knaller mit dem krachigen Namen sind in Deutschland nicht zugelassen. Ebenso wie die Böller der Marken Colour und Colour Salute, die eine 49-jährige Frau und ein junger Mann auf dem Rückweg aus Tschechien dabeihatten. Auch sie wurden von der Bundespolizei in Sohland gestoppt und mussten ihre Einkäufe abgeben.

Denn – vereintes Europa hin oder her – hierzulande dürfen nur Knaller und Raketen gezündet werden, die ein Prüfzeichen der BAM tragen. Das ist die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung. Jörg Freitag von der Bundespolizeiinspektion Ebersbach warnt deshalb: Wer Pyrotechnik ohne BAM-Kennzeichen nach Deutschland einführt, begeht eine Straftat. Denn er verstößt gegen das Sprengstoffgesetz. Außerdem sei der Kauf in Polen und Tschechien leichtsinnig. Produkte ohne BAM-Kennzeichen sind nicht ausreichend auf Sicherheit geprüft. Der Umgang damit kann lebensgefährlich sein.

Allzu ernst nehmen viele Menschen im Grenzland diese Warnung aber nicht. Gerade in den Wochen vor dem Jahresende setzt ein regelrechter Einkaufstourismus ein. Das bestätigen die Kontrollen der Bundespolizei. Am Kontrollort in Ebersbach, auf der Spreedorfer Straße, griffen die Beamten ebenfalls zu. 80Knaller musste ihnen ein 23-Jähriger ausliefern. Bezeichnend die Namen der festgestellten Kracher: Widowmaker – zu deutsch Witwenmacher. (SZ)