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Polizeieinsatz im „Knirpsenhäus’l“

In Niedercunnersdorf hat ein Zettel mit einer Bombendrohung für Aufregung gesorgt. Die Polizei hat bereits eine erste Spur.

Von Carina Brestrich

Im „Cunnersdorfer Knirpsenhäus’l“ hat es am Montag eine Bombendrohung gegeben. Wie erst jetzt bekannt wurde, blieb die Kita wegen eines verdächtigen Zettels vor der Eingangstür den gesamten Tag geschlossen. Eine Mitarbeiterin hatte das Stück Papier kurz vor 6 Uhr, vor der Öffnung der Einrichtung, unter einen Stein geklemmt gefunden. Am Mittag gehe alles in die Luft, habe darauf nach Informationen von Kita-Leiterin Annegret Olbrich gestanden. Bei den Durchsuchungen konnte die Polizei im und um das Gebäude an der Niederen Hauptstraße nichts finden. Allerdings konnten die Beamten noch am selben Tag eine 50-Jährige Tatverdächtige ausfindig machen.

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Wie die Polizei auf die mutmaßliche Täterin aufmerksam wurde, aus welchen Gründen sie den Zettel schrieb und ob sie die Tat überhaupt bereits eingestanden hat, dazu konnte die Polizeidirektion in Görlitz gestern keine Angaben machen. Fakt ist aber: Acht Stunden nach dem Polizeieinsatz hatte sich der Tatverdacht ergeben. Nach Aussagen von Polizeisprecher Thomas Ziegert wurde die 50-Jährige nicht festgenommen, da sich aus ihrem Zettel schließlich keine Gefahr ergeben hatte.

Um das letztlich zweifelsfrei sagen zu können, suchte die Polizei mit einem Sprengstoffspürhund das Gebäude und das Gelände ab. Untergebracht waren die Kinder an dem Tag im Hort der Grundschule in Niedercunnersdorf. Wie Annegret Olbrich berichtet, habe die Umverteilung der Kinder in die Schule reibungslos funktioniert. „Wir haben die Eltern auf dem Parkplatz vor der Kita abgefangen und über die Bombendrohung informiert. Sie haben sehr verständnisvoll und besonnen reagiert“, sagt sie. So habe auch ein Teil sein Kind wieder mitgenommen und etwa bei Großeltern untergebracht. „Die ganze Organisation, auch mit den Kollegen von der Grundschule, hat schnell und ohne Probleme geklappt“, sagt Annegret Olbrich. Zudem haben sich die Mitarbeiter bemüht, dass die insgesamt 68 Mädchen und Jungen so wenig wie möglich von den Gründen für die Verlegung in die Schule mitbekommen. „Wir haben am Tag danach mit den Kindern gesprochen und ihnen erklärt, was passiert ist“, sagt die Leiterin des „Cunnersdorfer Knirpsenhäus’ls“.

Weder die Kita-Leiterin noch der Bürgermeister können sich vorstellen, wer hinter der Aktion steckt. „Es ist schlimm, dass hier offenbar jemand versucht, seinen Frust an der Kita auszulassen“, sagt Bürgermeister Michael Görke (parteilos).