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Görlitz

Er ist der neue Polizeipräsident

Manfred Weißbach kennt die Oberlausitz gut. Jetzt ist er für knapp 1 500 Polizisten zuständig – und viele Grenzkilometer.

Polizeipräsident Manfred Weißbach bekommt seine neuen Rangabzeichen von Ministerpräsident Michael Kretschmer (r.) und Innenminister Roland Wöller (l.) angeheftet.
Polizeipräsident Manfred Weißbach bekommt seine neuen Rangabzeichen von Ministerpräsident Michael Kretschmer (r.) und Innenminister Roland Wöller (l.) angeheftet. © Foto: Nikolai Schmidt

Wie es sich wohl anfühlt, wenn an der einen Schulter der Innenminister zupft und ander anderen Seite der Ministerpräsident die neuen Schulterstücke anknöpft. Vielleicht gar nicht so spektakulär, wenn man schon dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama die Hand geschüttelt hat. Das war vor zehn Jahren, Obama war zu Besuch in Dresden, und Manfred Weißbach war Einsatzleiter der Polizeidirektion Dresden. Ein Foto von dieser Begegnung hängt er bestimmt noch in sein neues Büro an der Schiedt-Straße, erzählt Manfred Weißbach. Er ist der neue Präsident der Polizeidirektion Görlitz. Am Freitag wurde er feierlich in sein neues Amt eingeführt. Im Görlitzer Rathaus knöpften ihm der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer und Innenminister Roland Wöller die neuen Schulterstücke an.

Die Oberlausitz kennt Manfred Weißbach. Zuletzt war er Prorektor an der sächsischen Polizeihochschule. Sein Vater ist gebürtiger Görlitzer, sein Großvater hat einst dort gearbeitet, wo Weißbach nun arbeitet: Wo jetzt der Sitz der Polizeidirektion Görlitz ist, war früher ein Wumag-Standort, ein Werk des Waggon- und Maschinenbaus, dort war der Großvater tätig.

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Aufgewachsen ist Manfred Weißbach aber in Baden-Württemberg. Dort entschied er sich 1983, Polizist zu werden. In Sachsen arbeitet Weißbach jetzt seit 26 Jahren. Die Familie wohnt im Landkreis Bautzen. Ein Wohnort, der vor Jahren strategisch gewählt wurde, erzählt Weißbach mit einem Schmunzeln. So, dass man in kurzer Zeit viele Orte im Umkreis erreicht. Ab 1993 arbeitete er zunächst in Dresden, studierte noch mal für den höheren Dienst in Münster. Danach war er im Einsatzreferat des sächsischen Innenministeriums, ab 1999 Leiter des Führungsstabs der Polizeidirektion Riesa. Ab 2005 leitete er das Einsatzreferat in Dresden.

2010 ging es in die Oberlausitz. Fünf Jahre war Manfred Weißbach Leiter des Führungsstabes der damaligen Direktion Oberlausitz-Niederschlesien. Conny Stiehl war damals sein Chef. Er hatte die Polizeidirektion sechs Jahre geleitet, bevor er 2017 nach Zwickau wechselte. Ihm folgte Torsten Schultze, der kürzlich nach Leipzig wechselte. Beide Vorgänger von Manfred Weißbach waren am Freitag mit dabei. Als „Einsatzmann durch und durch“ charakterisierte Roland Wöller den neuen Görlitzer Polizeipräsidenten. Und als einen, der die Direktion, zu der die Kreise Görlitz und Bautzen gehören, gut kennt. Weißbach kennt allerdings auch die administrative Seite, in den vergangenen dreieinhalb Jahren war er Prorektor der Hochschule der sächsischen Polizei mit ihren Standorten in Bautzen und Rothenburg. Und er ist Familienmensch. Das Ehepaar Weißbach hat sieben Kinder, zwei davon sind Pflegekinder. Der älteste Sohn ist ebenfalls Polizist.

Neben Leipzig und nun der Oberlausitz haben in der letzten Zeit auch Dresden und Chemnitz neue Polizeipräsidenten bekommen. Es herrsche derzeit viel Bewegung in der sächsischen Polizei, sagte Roland Wöller, aber nicht nur mit Blick auf die Wechsel bei den Polizeipräsidenten, sondern beispielsweise auch mit Blick auf die personelle Aufstockung von zusätzlich tausend Polizisten, die ausgebildet und eingestellt werden. Darauf ging auch Michael Kretschmer ein. Polizisten, sagte er, seien nicht der Reparaturbetrieb der Gesellschaft, „aber sie haben besonders viel mit Dingen zu tun, die nicht richtig laufen.“ Dafür sei Zusammenhalt wichtig, die personelle Aufstockung, auch im Grenzraum, ebenso technische Verbesserungen für die Arbeit der Polizisten sowie die gesetzliche Grundlage. Damit sprach er das neue, teils auch umstrittene sächsische Polizeigesetz an. Kretschmer wünschte Manfred Weißbach, dass er mit Um- und Weitsicht an seine neue Aufgabe in der Oberlausitz herangeht, gerade hier in den Grenzgemeinden sei das eine besondere Herausforderung.

Sicherheit sei ein bedeutendes Thema im Grenzraum, machten auch der Bautzner Landrat Michael Harig und Heike Zettwitz vom Landkreis Görlitz deutlich. Vieles sei in den vergangenen Jahren zum Guten gewendet worden, auch durch die Zusammenarbeit mit der polnischen und tschechischen Polizei, so Harig. Ein Punkt, der Manfred Weißbach sehr wichtig ist. Die Jahre hätten gezeigt: Wo Informationsaustausch und Kooperationen gut laufen, sei das in der Polizeiarbeit wirksam. Wichtig sei ihm auch gemeinsames Handeln mit den Kommunen. Als einen Schwerpunkt nannte er die Arbeit gegen grenzübergreifende und Eigentumskriminalität.

56 Jahre alt ist Manfred Weißbach jetzt. Polizeipräsident der Oberlausitz, das könnte seine letzte berufliche Station sein. „Man weiß natürlich nicht, ob man noch mal versetzt wird“, sagt er. Aber er würde gerne bis zur Pensionierung bleiben. „Mir macht das hier Freude, es ist ein sehr gutes Miteinander in den verschiedenen Bereichen.“

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