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Döbeln

Polizeirevier schon wieder zu klein

In den Neubau sollte auch die Autobahnpolizei mit einziehen. Daraus wird nichts. Der Grund ist erfreulich.

Symbolfoto
Symbolfoto © dpa

Döbeln. So schnell können sich Pläne ändern. Im April berichtete der Döbelner Anzeiger über den Neubau des Polizeireviers in Döbeln West und dass die Autobahnpolizei in das Gebäude mit einziehen soll. Ein paar Wochen später ist das schon nicht mehr aktuell und der Grund ist ein erfreulicher: Das Polizeirevier Döbeln wird in den kommenden Jahren personell deutlich aufgestockt. Der Neubau würde dann schon wieder zu klein.

Im vergangenen Jahr war die Personalsituation in Döbeln sehr angespannt, hatte Revierleiter Andrée Wagner beim Kriminalpräventiven Rat gesagt. Dieses Jahr sieht es nach Personalzuweisungen schon wieder deutlich besser aus. Und damit hört es nicht auf. Bis in die 2020er-Jahre soll die Anzahl der Beamten kontinuierlich hochgefahren werden bis zu einem Stand, den das Revier vor der Personalabschmelzung schon einmal hatte. Eine genaue Zahl habe er noch nicht, sagte Wagner. Alwin-Rainer Zipfl, Sprecher des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien und Baumanagement (SIB), wird da schon etwas genauer. 101 Polizeibeamte sollen voraussichtlich im Revier Döbeln arbeiten. Derzeit sind es etwas über 80.

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Die Räume, die für die Autobahnpolizei vorgesehen waren, werden jetzt dem normalen Polizeirevier zugeschlagen. Deshalb wurde noch einmal umgeplant. Es gebe leichte Grundrissverschiebungen und Anpassungen innerhalb der Gebäudestruktur, so Alwin-Rainer Zipfl. Die Abmessungen des Gebäudes bleiben unverändert.

Das Autobahnpolizeirevier war im vergangenen Jahr aus dem maroden Gebäude in Deutschenbora schon nach Döbeln umgezogen. Derzeit sind die 14 Beamten plus Praktikanten mit in einem der Gebäude des Finanzamtes an der Burgstraße untergebracht. Ob sie dort bleiben, stehe noch nicht fest, so Zipfl. „Zur endgültigen Unterbringung des Autobahnpolizeireviers können derzeit wegen struktureller Gesamtüberlegungen seitens des SIB noch keine Aussagen getroffen werden.“

Auf die Realisierung des Neubaus haben die Änderungen keinen Einfluss. Im Juli oder August soll mit den Bauvorbereitungen begonnen werden, so Zipfl. Auch an den Kosten wird sich nichts ändern. Für das Polizeirevier sind rund 8,5 Millionen Euro eingeplant. Fertigstellung ist voraussichtlich Anfang 2021.

Notwendig wird der Neubau vor allem wegen der Mulde. 2002 und 2013 hatte das Polizeirevier unter Wasser gestanden. Durch die hochwassersichere Verlegung der Haustechnik sind zudem Arbeitsräume verlorengegangen.

Das neue Revier hat eine nutzbare Fläche von rund 1 000 Quadratmetern. Geplant sind ein Hauptgebäude mit drei Vollgeschossen und eine Garage. Der Komplex ist von einer Mauer umgeben. Im Innenbereich gibt es Flächen zum Abstellen von Dienstfahrzeugen. Im Hauptgebäude werden neben Diensträumen für Verkehrs-, Kriminal-, Streifendienst und Bürgerpolizisten auch Umkleiden, Gewahrsamszellen, Vernehmungs- und Asservatenräume, Lagerräume für die Ausrüstung und ein Sportraum untergebracht.