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Polizist will Bürgermeister in Dohma werden

Bisher bestimmt die Wählervereinigung „Dohmaer Wasser“ die Geschicke der Gemeinde. Wird das so bleiben?

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Von Alexander Müller

Die Wählervereinigung „Dohmaer Wasser“ wird bei den Kommunalwahlen in diesem Jahr mit eigenen Kandidaten antreten. Das gilt sowohl für die Wahl des Dohmaer Bürgermeisters am 16. März als auch für die Wahl des Gemeinderats am 25. Mai. Bisher stellt die Wählervereinigung alle Gemeinderäte und auch den Bürgermeister – und möchte das am liebsten auch weiterhin tun. Der Gemeinderat von Dohma hat 14 Sitze, genauso viele Kandidaten stellt „Dohmaer Wasser“ auch wieder auf. Allerdings wird der künftige Gemeinderat nur noch zwölf Sitze haben, sodass es mindestens zwei Ersatzkandidaten gibt. Sechs der 14 Bürger – alles Männer – die antreten, sind bereits im Gemeinderat.

Bei der Wählervereinigung ist man stolz auf die erreichten Ergebnisse der vergangenen Jahre, in denen man in der Verantwortung stand. Die 2007 übernommene Pro-Kopf-Verschuldung von 327 Euro sei laut Haushaltsrechnung 2012 auf 41 Euro gesenkt worden. Die Finanzschuld aus Verträgen mit der Treuhandtochter BVVG zum Schloss Cotta sei 2012 restlos getilgt worden. Auf die eigenen Fahnen schreibt man sich auch den Um- und Ausbau des Kindergartens Dohma, der nun mehr Plätze bietet und modern ausgestattet ist. Fehlen darf auf dieser Liste natürlich auch das Abwasserbeseitigungskonzept nicht. Das war 2006 der Auslöser für die Gründung der Wählervereinigung. Die meisten Bürger wollten eine dezentrale Lösung und keinen Anschluss an das Kanalsystem von Pirna. Für die kommende Legislaturperiode hat man sich auch bereits Ziele gesetzt. So stehen zum Beispiel die Fertigstellung und der Bezug des Neubaus des Kindergartens in Cotta in diesem Jahr auf der Agenda. Der Feuerlöschteich in Cotta B soll saniert, zwei Bushaltestellen inklusive Wartehallen verlegt, der Festplatz in Dohma entwässert, der Bauhof umgebaut und Straßenabschnitte und Fußwege saniert bzw. gebaut werden. „Uns geht es darum, dass die Entscheidungen für Dohma vor Ort gefällt werden, die große Politik wollen wir außen vor lassen“, erläutert Walter Hoffmann die Intention der Wählervereinigung. Er fungiert zusammen mit Christian Mende als Sprecher der Wählervereinigung. Beide Senioren treten selbst aber nicht für den Gemeinderat an.

Mit einem neuen Kandidaten wartet die Wählervereinigung bei der Wahl zum Bürgermeister auf. Matthias Heinemann soll künftig die Geschicke der Gemeinde leiten. Der 44-Jährige ist derzeit Gemeinderat. Der Polizeibeamte ist als Bürgerpolizist unterwegs. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Werner Meyer, der aktuelle Bürgermeister, tritt nicht noch einmal an. Er hatte schon seit Herbst des vergangenen Jahres die Amtsgeschäfte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr wahrnehmen können. „Wir danken ihm und seiner Vertreterin Ines Nemec für die geleistete Arbeit“, sagt Christian Mende. Auch Ines Nemec kandidiere wegen starker beruflicher Belastung weder für das Bürgermeisteramt noch für einen Sitz im Gemeinderat.

Matthias Heinemann wird nach jetzigem Stand gegen die von der CDU nominierte stellvertretende Leiterin des Pirnaer Schiller-Gymnasiums, Doris Mühle, und den von der Linken aufgestellten Berater Dirk Härtig antreten.

Die Wählervereinigung „Dohmaer Wasser“ lädt die Bürger am 12. März, 18.30 Uhr, zu einer öffentlichen Veranstaltung in den Heidekrug Cotta, Cotta A Nr. 50.