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Polnisches Kriegsgedenken

Präsident Komorowski besucht die Soldatengräber in Zgorzelec. Und schlägt den Bogen über die Grenze hinweg.

© Pawel Sosnowski/80studio.net

Von Katarzyna Wilk-Sosnowska und Katrin Schröder

Hoher Besuch in Zgorzelec: Der polnische Präsident Bronislaw Komorowski war gestern zu Gast in der polnischen Neißestadt. Das Staatsoberhaupt nahm an den Feierlichkeiten zum 69. Jahrestag des „Durchbruchs an der Neiße“ teil, die auf dem Platz am Denkmal des Piastenadlers, nahe dem Soldatenfriedhof der 2. Polnischen Armee, stattfanden. Zahlreiche Parlamentsabgeordnete, Minister sowie Vertreter von Veteranenverbänden waren angereist, ebenso Politiker aus der Region und der Woiwodschaft. Von deutscher Seite nahm der Görlitzer Kulturbürgermeister Michael Wieler teil. Komorowski begrüßte gleich nach seiner Ankunft die Soldaten des 23. Schlesischen Artillerieregiments und sprach ein Gebet für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs. „Dank der Opfer kann Polen sich heute auf eine stabile Grenze an Oder und Neiße stützen und mutig über eine gute Nachbarschaft mit Deutschland nachdenken“, sagte er

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Der Zgorzelecer Bürgermeister, Rafal Gronicz, betonte, dass die Versammelten den Helden der blutigen Kämpfe um die Lausitz die Ehre erweisen wollen. „Zgorzelec ist eine Stadt, in der man sich an die Geschichte erinnert. Nicht als Selbstzweck, sondern um auf ihr eine neue, europäische Identität zu bauen“, sagt er. Mit einer Kranzniederlegung am Denkmal des Piastenadlers endete der erste, offizielle Teil der Präsidentenvisite.

Der zweite, weniger formelle Teil fand in der zweisprachigen Grundschule „Tecza“ (Regenbogen) in Zgorzelec statt. Dort überreichte Komorowski Auszeichnungen an verdiente Ehrenamtler und Unternehmer der Stadt. Von Zgorzelec brach Komorowski nach Lesna (Marklissa) im Kreis Luban (Lauban) auf, wo er sich auf dem Marktplatz mit Einwohnern traf.

Der Präsidenten-Besuch endete auf der Burg Czocha (Tzschocha), wo er mit Kommunalpolitikern aus den Kreisen Luban und Lwowek (Löwenberg) zusammentraf.

Der Durchbruch an der Lausitzer Neiße am 16. April 1945 war Teil der Offensive der Roten Armee zur Einnahme Berlins. Das Denkmal des Piastenadlers, der einen auf einem Grenzpfahl sitzenden Vogel symbolisiert, ist den Soldaten der 2. Polnischen Armee gewidmet, die in der Schlacht gekämpft hatten. Auf dem Zgorzelecer Friedhof befinden sich die Gräber von 3 393 polnischen Soldaten, die bei der Neißeüberquerung fielen.