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Ponyschau bringt Pferdezüchter zusammen

Zum 28. Mal gab es die Reit- und Kutschvorführungen in Laußnitz. 600 Besucher kamen auf den alten Sportplatz.

© Bernd Goldammer

Von Bernd Goldammer

. LaußnitzDas muss man erst mal schaffen! Über 600 Leute waren am Sonntag in Laußnitz dabei, als der alte Sportplatz zu überregionalen Ehren kam. Darüber freute sich auch Joachim Driesnack, der Laußnitzer Bürgermeister. Er weiß, was er an dieser Großveranstaltung hat. Um 11 Uhr eröffnete er sie, und wenig später konnte das Laußnitzer Gemeindeoberhaupt die Zehnerquadrillie aus Ponys bewundern – und auch das Training auf dem Übungs-Parcours war von Interesse. Zahlreiche Besucher verbrachten einen ganzen Tag damit, Pferdeenthusiasten bei der Vorbereitung der Nachmittagsveranstaltung zuzusehen. In jeder Runde wurde die Schönheit des Pferdesportes sichtbar. Begeisterung übertrug sich auf die Zuschauer.

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Immer wieder kam die Laußnitzer Feuerwehr zum Einsatz. Der Hartplatz bekam mehrere handfeste Duschen. Staublöschen war angesagt, alles war genau geplant. Die Gäste nutzten die Pause, um sich die Stände von Christina Kubasch und Jan Fiedler anzusehen. Sie betreiben den berühmten Alpakagarten an der Königsbrücker Heide. Was man aus der Wolle dieser Tiere alles machen kann, brachten sie auf interessante Weise vor das Publikum. Für Speis und Trank vor Ort sorgte das „Tröger-Team“ vom Laußnitzer Hof. Interessant war auch das Angebot von Klaus Mörbe aus Bautzen. Seit vielen Jahren ist er dabei, wenn sich die Freunde des Pferdesportes treffen. Der 79-Jährige ist das Urgestein des Berufsbereiches „Dienstleistungen am Pferd“. Für Reitsportler war er zu DDR-Zeiten so etwas wie ein Star. Denn was der Bautzner konnte, ist ein verloren geglaubtes Handwerk. Fragt man ihn, was ihn immer noch umtreibt, muss er nicht lange überlegen. „Hier treffe ich viele alte Freunde und Kollegen. Das tut mir gut “, macht er klar. Fertigung und Reparatur von Reitsportartikeln ist sein Angebot. Früher habe er sogar Pferdestallboxen gebaut. Zu DDR-Zeiten war das eine Marktlücke im technikbegeisterten Lande. Deshalb kam er viel herum zwischen Ostsee und Thüringer Wald.

Überall dort, wo die landwirtschaftliche Industrialisierung Pferden noch eine kleine Nische ließ, war Klaus Mörbe zugange. In wenigen Tagen feiert er seinen 80. Geburtstag. Er blickt auf ein spannendes Leben zurück, zu dem auch viele Jahre Laußnitzer Ponyschau gehören.

Das Programm war inzwischen weitergegangen. Die Tanzgruppen des Pulsnitzer Spielmannszuges und auch die Künste des Kettensägens waren zu sehen. Dann das Voltigieren. „Für mich ist das einfach schön“, betonte Frieder Gölling aus Dresden. Jedes Jahr kommt er aus diesem Anlass nach Laußnitz. Und er reiste bequem mit dem Zug an. „Wo gibt es noch solch urwüchsige und liebevoll vorbereitete Veranstaltungen?“, fragte er.

Frank Hartig, der Moderator mit dem schwarzen Armverband, kommentierte das sehr kompetent. Er stellte die beteiligten Vereine vor und erläuterte deren Darbietungen. Im Reitsport ist er ein Experte. Seine Armverletzung hat er von einer Kettensäge. Davon erholt er sich gerade.

Wie eng Pferde und Reiter zusammenwirken, war in den Darbietungen zu erleben, die vom Pferdehof „Ginas Heimat“ aus Bretnig-Hauswalde gezeigt wurden. Wenn sechshundert Gäste bei über dreißig Grad im Schatten ein paar Minuten lang auf den Beginn des Nachmittagsprogrammes warten mussten, lag das daran, dass die Feuerwehr nochmals eingreifen musste. Die Aufrittsfläche wurde nochmals gewässert. Die Veranstalter legten Wert auf Qualität.

Danach kam die Ponyschau zu ihrem Höhepunkt. Nach dem gemeinsamen Einritt waren Quadrillen zu sehen – und auch die Darbietungen von Stuten, Hengsten und Fohlen fanden Beifall. Nach den Hindernisfahrten wurden die Besucher von der Voltigiergruppe aus Bretnig-Hauswalde begeistert. Sie bot Einblicke in diesen Hobbysport. Die Vorführungen der Ponyschau gaben Einblicke in den aktuellen Leistungsstand. Neue Interessenten sehen das gern. „Alles Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“, mag ein geflügelter Satz zu feierlichen Anlässen sein. Der Königsbrücker Ortsteil Laußnitz war Sonntagnachmittag zu einem eher seltenen Besuchermagneten geworden. Bürgermeister Joachim Driesnack wusste das zu schätzen – und die mehr 600 Besucher auch.