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Kleine Marke, großer Ärger

Ein Kamenzer will bei der Post Zehn-Cent-Zusatzmarken kaufen, bekommt aber keine. Schuld ist wohl eine Verkettung unglücklicher Umstände.

Das Postgebäude in Kamenz. Hier versuchte ein Kunde jetzt vergeblich, Ergänzungsbriefmarken für zehn Cent zu kaufen.
Das Postgebäude in Kamenz. Hier versuchte ein Kunde jetzt vergeblich, Ergänzungsbriefmarken für zehn Cent zu kaufen. © SZ/Reiner Hanke

Kamenz. Höheres Porto, aber weniger Service? Das fragt sich ein Kamenzer mit Blick auf die Deutsche Post. Die hatte im vorigen Jahr das Porto erhöht. Briefe kosten seitdem 80 Cent, also zehn Cent mehr als vorher. Aber mancher hat noch alte Marken, die er gern verbrauchen möchte. Sie sind schließlich bares Geld wert,  das sonst verloren ginge. 

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So sah es auch ein Kamenzer (Name ist der Redaktion bekannt). Um die Marken noch verwenden zu können, wollte er Ergänzungsmarken kaufen und ging zum Postgebäude an der Kamenzer Poststraße. Dort hatte er aber kein Glück. Die Marken habe er weder am Schalter noch am Automaten erhalten, berichtet der Mann aufgebracht: "Das Porto kann die Post erhöhen, der Service lässt aber zu wünschen übrig", schimpft er. Wie kann es sein, dass solche Ergänzungsmarken nicht angeboten werden?

Bei der Deutschen Post AG selbst ist wenig zu erfahren. Ein Sprecher erläutert, dass es sich in Kamenz nicht um eine Postfiliale handelt, auch wenn es vielleicht den Eindruck erwecken mag, sondern um eine Filiale der Postbank, die den Service für die Deutsche Post mit übernommen habe. Allenfalls könne er sich um den Zustand des Automaten kümmern. Der steht nämlich auch in der Kritik. Das Gerät sei schmutzig und die Schrift deshalb schlecht erkennbar.

So sehen die Ergänzungsmarken der Deutschen Post aus. In Kamenz waren sie jetzt allerdings vorübergehend nicht zu haben.
So sehen die Ergänzungsmarken der Deutschen Post aus. In Kamenz waren sie jetzt allerdings vorübergehend nicht zu haben. © Deutsche Post

Mehr Informationen gibt es von der Postbank. Sprecher Hartmut Schlegel berichtet nach Rücksprache mit der Filiale, dass der Kunde zehnmal 10-Cent-Marken kaufen wollte. „Aufgrund zentraler Vorgaben hat allerdings nur noch eine der insgesamt drei Mitarbeiterinnen Einzelmarken in der Kasse.“ Die war aber offenbar nicht da. „An allen Schaltern erhältliche Markensets waren leider kurzfristig ausverkauft“, stellt der Sprecher fest.

Die Bestellung erfolge automatisiert: „Die neuen Markensets waren noch nicht eingetroffen.“ Bei übergroßer Nachfrage könne es vorkommen, dass der Puffer bereits aufgezehrt ist, bevor die neue Lieferung eintrifft. Das sei aber sehr selten.  

Ein schwacher Trost für den Kunden. Eine Mitarbeiterin habe den Kunden gebeten, am Folgetag wiederzukommen. Oder den Briefmarkenautomaten außerhalb der Filiale zu nutzen. Das ging auch schief. Denn statt der erhofften Einzelmarken, spuckte der Automat eine 1-Euro-Marke aus. Der Postbank-Sprecher stellt fest: „Vermutlich ist danach die Situation eskaliert. Weil wir dem Wunsch des Kunden, die Marke zu erstatten oder zu tauschen, leider nicht nachkommen können.“

Letztlich habe  eine Verkettung unglücklicher Umstände zu der schlechten Erfahrung des Kamenzers geführt, räumt der Sprecher ein. "Wir möchten uns in aller Form für seine Unannehmlichkeiten entschuldigen."  Sollte eine Mitarbeiterin dem Kunden unfreundlich erschienen sein, möchte sich das Unternehmen auch dafür entschuldigen. Der Kamenzer regt nun an, die erwähnten innerbetrieblichen Vorgaben zu überprüfen, damit der Service  besser läuft.

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