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Post aus dem Märchenwald

Mit Figuren wie dem Hund Struppi spielte sich Heinz Fülfe im Osten Deutschlands ins Herz von Groß und Klein. Zum 100. Geburtstag gibt es eine besondere Ehrung.

Fülfe-Sohn Andreas Fülfe (l.), Post-Modern-Marketingchef Alexander Hesse: "Das ist gelebte Ostvergangenheit ohne Nostalgie."
Fülfe-Sohn Andreas Fülfe (l.), Post-Modern-Marketingchef Alexander Hesse: "Das ist gelebte Ostvergangenheit ohne Nostalgie." © Egbert Kamprath

Generationen kennen ihn, den Schnellzeichner Taddeus Punkt, der in vielen Sandmännchen-Folgen mit seinem Zauberstift Bilder an die Staffelei wirft und dazu seinen Stoffhund Struppi lustige Geschichten erzählen lässt. Heinz Fülfe, so der bürgerliche Name der Kultfigur, war aber noch viel mehr: Puppenspieler, Bauchredner und Autor; mit seiner Frau Schöpfer der Figuren Flax und Krümel, aber auch die Stimme von Frau Elster im Märchenland von Herrn Fuchs und Frau Elster. 

Anlässlich seines 100. Geburtstages widmet das Unternehmen Post Modern Heinz Fülfe eine eigene Sondermarke. Die Idee hatte dazu Post-Modern-Marketingleiter Alexander Hesse. Wo er auch immer davon erzählte: "Es gab immer ein wissendes und glückliches Lächeln", sagt er bei der Vorstellung der Sondermarke im Pirnaer Stadtmuseum. Ab sofort sei nun die Marke mit dem Bild von Taddeus Punkt, seinem Hund Struppi und dem markanten Stift für 50 Cent in den SZ-Treffpunkten, DDV-Lokalen und auch im Internet erhältlich. 

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Kindheit in der Gewölbewohnung

Fülfes Sohn, Andreas Fülfe, kam eigens aus Berlin nach Pirna, um die ersten Exemplare in Empfang zu nehmen. Der Ort kommt nicht von ungefähr: Der gebürtige Freiberger Fülfe war in den 1950er-Jahren Mitbegründer der Pirnaer Puppenspiele und wohnte in der Stadt. Später hatte die Familie eine Wohnung auf der Festung Königstein, wo jahrelang auch ein kleines Fernsehatelier existierte. Die Erinnerung an Königstein ist für Andreas Fülfe eine Erinnerung an die glückliche Kindheit in einer Gewölbewohnung mit erzgebirgischen Möbeln. Die Sonderbriefmarke dagegen eine große Ehre. "Meinen Vater würde das sehr freuen", sagt er. Zu DDR-Zeiten gab es bereits eine Briefmarke mit dem Fernsehunterhalter: Sie zeigte ihn 1964 mit Flax, Krümel und Struppi. 

Wie beliebt Taddeus Punkt und der Märchenwald immer noch sind, zeigt die aktuelle Fülfe-Ausstellung im Stadtmuseum. Ende Januar eröffnet, zog sie zusammen mit anderen Angeboten des Hauses bis Ende Februar 8.000 Besucher an - rekordverdächtig, wie Christian Schmidt-Doll, Geschäftsführer der Kultur- und Tourismusgesellschaft Pirna, findet. "Hier kommt die Großelterngeneration mit den Enkeln an der Hand her. Das ist gelebte Ostvergangenheit ohne Nostalgie", sagt er. 

Doch dann kamen die Corona-Beschränkungen und heute versucht das Stadtmuseum den langen Weg in die Normalität zurückzulegen. Zwei Meilensteine stehen an diesem Weg fest: der 13. und 14. August. An diesem Donnerstag und Freitag lädt Post Modern zu Aktionstagen ins Museum ein und will den Jüngeren Fülfes Werk nahe bringen, wie Marketingleiter Hesse sagt. Zusätzlich zu den Kindern haben an diesen Tagen auch Eltern, Großeltern und andere Begleitung freien Eintritt, vorausgesetzt, sie bringen ein Erinnerungsstück wie etwa eine Plüschfigur aus der Fülfe-Welt mit. 

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Zum 100. Geburtstag von Heinz Fülfe zeigt das Stadtmuseum Pirna eine feine Ausstellung mit den Stars des DDR-Kinderfernsehens.

Aus der Ausstellung können sie dann gleich alle zu Hause Gebliebenen begrüßen: Post Modern und das Stadtmuseum haben extra Postkarten mit einem Fülfe-Motiv drucken lassen. Und die Suche nach einer passenden Briefmarke dürfte auch keine allzu große Hürde sein. 

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