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So soll der neue Pagoden-Weihnachtsmarkt aussehen

Ein zweiter großer Markt soll noch mehr Gäste nach Görlitz holen. Doch was wird künftig aus der Weihnachtsmeile?

So könnte der neue Weihnachtsmarkt mit Pagoden auf dem Görlitzer Postplatz aussehen. Darüber hinaus soll es eine Bühne geben und zwischen den Pagoden auch ein paar herkömmliche Weihnachtsmarkt-Hütten.
So könnte der neue Weihnachtsmarkt mit Pagoden auf dem Görlitzer Postplatz aussehen. Darüber hinaus soll es eine Bühne geben und zwischen den Pagoden auch ein paar herkömmliche Weihnachtsmarkt-Hütten. © Foto/Zeichnung: Gerd Weise/Görlitzer Kulturservice

Gerd Weise hat die weißen Pagoden schon einmal per Hand auf die Fotos gemalt. „Ungefähr so könnte der neue Weihnachtsmarkt auf dem Postplatz vom 27. November bis 23. Dezember aussehen“, sagt der Mann vom Görlitzer Kulturservice, der nebenbei auch für die CDU im Stadtrat sitzt. Doch nicht nur auf dem Postplatz sollen die weißen Pagoden stehen. Auch am Bahnhof, auf der Berliner Straße und am Kirchplatz kann sich Weise eine einzelne Pagode mit Glühweinverkauf vorstellen, damit die Gäste quasi hingeleitet werden.

Keine Konkurrenz zum Christkindelmarkt

Der neue Markt soll keine Konkurrenz zum Christkindelmarkt in der Altstadt sein, der ebenfalls vom Kulturservice organisiert wird. Für OB Octavian Ursu ist es in erster Linie „ein gutes Instrument, den Handel in der Innenstadt zu beleben“. Es sei „unser fester Wille, diesen zweiten Markt zu veranstalten“, ergänzt der OB. Im Vergleich zum Christkindelmarkt wird der neue Markt einige Vorzüge haben, sagt Weise: „Eine bessere Anbindung an den ÖPNV, ein Parkhaus gleich nebenan, Öffnungszeiten ab 11 Uhr und eine Dauer von vier Wochen.“ Doch anstelle dem Christkindelmarkt das Publikum wegzunehmen, sollen noch mehr Leute von außerhalb angelockt werden, die sich dann auf beide Märkte verteilen – sowohl Touristen als auch Tagesgäste aus der Region zwischen Dresden und Wroclaw (Breslau).

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So könnten die Pagoden vor der Post aussehen.
So könnten die Pagoden vor der Post aussehen. © Foto/Zeichnung: Gerd Weise/Görlitzer Kulturservice

Damit das gelingt, muss der Markt attraktiv sein. Die Pagoden sollen höherwertig sein, keine billigen Baumarkt-Pavillons. Und drinnen soll es besondere Angebote geben. Ein Mint-Pavillon als Spiel- und Experimentierpagode für Schulklassen aller Jahrgangsstufen ist geplant, eine Pagode „Niederschlesische Backstube“ mit Berufsschülern, mit Schaubacken der Profis und Mitmachbacken, eine regionale Pagode mit Verbraucherprodukten lokaler und regionaler Anbieter, eine Bühne, aber natürlich auch die beliebten Stände mit Glühwein, Bratwurst und Handwerkskunst. Erste Händlerzusagen gibt es schon, sagt Weise. 

Manch anderer aber war sehr überrascht, als Stadt und Kulturservice das Konzept am Freitag der Presse vorstellten. Bis dahin gab es nämlich erst sehr wenige Eingeweihte. Weise und Ursu haben das Konzept zuvor in zwei nichtöffentlichen Ausschüssen vorgestellt, wo die Stadträte nach Aussage von Ursu sehr positiv reagiert hätten. Aber: All jene Stadträte, die nicht in den beiden Ausschüssen sitzen, haben es aus der Presse erfahren.

Europastadt GmbH schaut es sich jetzt an

Auch die für Tourismus und Wirtschaftsförderung zuständige Europastadt GmbH hat das Konzept für den neuen Markt nach Aussage von Geschäftsführerin Andrea Behr erst am Freitag erhalten. „Wir schauen uns das nun in Ruhe an“, sagt sie. Grundsätzlich begrüße sie natürlich jegliche Bemühungen, Aufenthaltsdauer und -qualität in Görlitz zu erhöhen. „Ob das mit einem weiteren Weihnachtsmarkt und diesem Konzept gelingen kann, werden wir uns ansehen“, sagt sie. Da es dabei auch explizit um die Ansprache von Touristen geht, sollte neben dem Handel auf jeden Fall auch der Tourismusverein in die Bewertung der Betrachtungen einbezogen werden, erklärt sie.

Ebenfalls überrascht war Barbara Frühauf, die mit ihrem Aktionsring Handel seit mehr als zehn Jahren die Weihnachtsmeile veranstaltet – einen Mini-Weihnachtsmarkt mit acht Händlern, der früher auf dem Post- und zuletzt auf dem Marienplatz zu finden war. „Ich bin sehr traurig, dass der Kulturservice nicht mit uns geredet hat“, sagt sie. Eigentlich verstehe sie sich mit dem Kulturservice nämlich sehr gut und in der Vergangenheit habe es auch Zusagen gegeben, miteinander zu reden.

Das Bild zeigt Barbara Frühauf im Dezember 2014 zwischen Weihnachtsmännern. Damals organisierte sie die Weihnachtsmeile genau an der gleichen Stelle auf dem Postplatz.
Das Bild zeigt Barbara Frühauf im Dezember 2014 zwischen Weihnachtsmännern. Damals organisierte sie die Weihnachtsmeile genau an der gleichen Stelle auf dem Postplatz. © Foto: Nikolai Schmidt

Nun ist sie enttäuscht – und will an ihrer Weihnachtsmeile auf dem Marienplatz festhalten: „Wir werden dafür noch diese Woche einen Antrag stellen.“ Dass sie mit auf den Postplatz geht, kann sie sich aktuell nicht vorstellen: „Wir werden das finanziell gar nicht schaffen.“ Schließlich haben sie und die anderen Händler doch ihre Hütten samt passender Deko – und gar nicht das Geld, sich Pagoden anzuschaffen.

Gerd Weise sieht das entspannt: „Natürlich werden wir im nächsten Schritt mit der Europastadt GmbH, aber auch mit Frau Frühauf und dem Aktionsring sprechen.“ Auf dem Postplatz solle es nicht ausschließlich Pagoden geben, ein paar Hütten zwischendrin seien auch in Ordnung, solange sie stilvoll sind und nicht voller Plastik.

Weise hofft auf Verschmelzung

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Weise ist zuversichtlich, dass die Weihnachtsmeile und der neue Weihnachtsmarkt am Postplatz ineinander verschmelzen werden: „Wir werden miteinander reden und dann wird es eine positive Einigung geben.“ Viel mehr sorgt er sich, ob es gelingt, genug Händler zu finden. Die Vorbereitungszeit sei schließlich kurz. Doch wenn nicht, dann werde der Kulturservice vielleicht erst einmal ein paar Pagoden mit Studenten selbst betreiben, vielleicht auch noch im zweiten Jahr oder solange, bis sich genug Händler anmelden. 

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