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In der Nieskyer Post dreht sich nun alles um Pflege

In den verwaisten Laden in der Ödernitzer Straße zieht wieder Leben ein. Dank der Stiftung St. Martin.

Im früheren Postladen in der Ödernitzer Straße entsteht ein Beratungspunkt der Diakonie. Ab September kümmern sich hier Melanie Jerzy, Barbara Quos und Sabine Kasper um alle Themen rund um Pflege.
Im früheren Postladen in der Ödernitzer Straße entsteht ein Beratungspunkt der Diakonie. Ab September kümmern sich hier Melanie Jerzy, Barbara Quos und Sabine Kasper um alle Themen rund um Pflege. © André Schulze

Die Aufregung war groß in Niesky, als die Poststelle in der Ödernitzer Straße ihre Pforten schloss und die Deutsche Post ihr Angebot ins Gewerbegebiet Süd verlagerte. Das ist nun schon fast ein Vierteljahr her. Ab September wird der Laden, in dem neben den Postdienstleistungen einst auch viele Schreibwaren angeboten wurden, wieder geöffnet sein. Die Vorzeichen sind jedoch völlig andere.

Offiziell nennt sich das neue Angebot "Öffentlicher Pflegeberatungspunkt". Doch diese Bezeichnung ist für Jens Medack eher unwesentlich. "Irgendwie muss das Kind ja heißen. Entscheidend ist doch, was darin passiert." Dies dürfte vor allem die älteren Menschen zwischen Niesky, Kreba und Kollm interessieren. "Wir bieten hier einen Treffpunkt an, in dem es alle Informationen rund um die Pflege gibt", erklärt der Geschäftsbereichsleiter für ambulante und teilstationäre Pflege der Diakonie St. Martin in Rothenburg.

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Nach Beratungspunkt in Rietschen nun auch in Niesky

Die Idee dazu entstand eigentlich durch ein Vorläuferprojekt. "In Rietschen haben wir einen solchen Stützpunkt schon seit rund eineinhalb Jahren. Das hat sich bewährt. Denn Fragen zu diesem Thema gibt es in der Bevölkerung wirklich viele", weiß Medack. Und weil Pflege im häuslichen Bereich etwas sehr Privates, Intimes ist, wollte man eine entsprechende Beratungsmöglichkeit auch in Niesky schaffen.

"Als das für uns klar war, sind wir an die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft herangetreten. Dort meinte man, es werde ein interessantes Objekt im Stadtzentrum frei. Wir haben dann ein bisschen gewartet, bis sich die Wogen nach dem Postauszug geglättet hatten", erläutert Medack die Entstehungsgeschichte. Am 1. September stehe das neue Angebot dann zur Verfügung.

Pflege-Thema wird individuell besprochen

Mit Bärbel Quos, Sabine Kasper und Melanie Jerzy teilen sich drei Mitarbeiterinnen in die Aufgaben in der Ödernitzer Straße. Beraten wird zu allem, was mit Pflege zu tun hat. Das reicht von Fragen zur Tagespflege über die Verhinderungspflege bis zu Pflegeleistungen aller Art. "Wir wollen den Krankenkassen natürlich nicht die Arbeit streitig machen. Aber der Bedarf ist so groß und das Thema so individuell - das muss tatsächlich gut besprochen werden", begründet der Bereichsleiter aus Rothenburg das Nieskyer Engagement.

Dass der Beratungspunkt allein von der Diakonie St. Martin betrieben wird, empfindet Jens Medack nicht als Nachteil für potenzielle Interessenten. "Wir besprechen mit den Leuten alle Fragen völlig unabhängig von unserem Unternehmen. Natürlich wäre es schön, wenn sie sich für uns entscheiden würden. Aber es gibt etliche andere Pflegedienste in der Region, bei denen die Menschen ebenso gut aufgehoben sind." 

Pflegedienste kooperieren miteinander

Überhaupt sieht Medack die verschiedenen Anbieter in einem Boot. "Wir haben betriebsübergreifend sehr gute Kontakte. Das ist jetzt schon wichtig, wird aber in Zukunft eine noch viel größere Rolle spielen." So seien Absprachen untereinander nichts Außergewöhnliches. "Manchmal hat man nur einen Klienten in einem Ort, die Kollegen sind dort aber viel stärker präsent. Da versuchen wir natürlich, das zu optimieren." Das Okay dazu müsse letztlich aber der Klient selber geben.

Perspektivisch sieht der Rothenburger Fachmann noch viel Kooperationsbedarf. "Die Zeit wird kommen, in der Mitarbeiter noch viel gefragter werden als sie es jetzt schon sind. Da hilft so ein Miteinander, Ressourcen zu sparen", ist er überzeugt. Anders als beim Werben um qualifiziertes Personal sieht er im Pflegemarkt keine Konkurrenzsituation. "Wir sind nun mal eine Region mit überwiegend älterer Bevölkerung. Da gibt es in den nächsten Jahren genug Arbeit für alle."

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