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Poté geht wieder auf Löwen-Jagd

Dynamo ist seit 13 Spielen sieglos, aber das ist für heute Abend sogar ein gutes Omen – erst recht gegen 1860 München.

© Robert Michael

Von Sven Geisler

Olaf Janßen gibt es zu. „Ich fühle mich insoweit machtlos“, sagt der Trainer des Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden, „dass ich leider nicht auf den Platz gehen und den Ball selber reinschießen kann.“ Seit Wochen erzählt er immer dasselbe, lobt die Leidenschaft, mit der es seine Mannschaft versucht, und kritisiert die fehlende Entschlossenheit im vorderen Drittel des Spielfeldes. Auch gestern forderte er wieder ein, „es mit aller Macht zu erzwingen, dieses Tor“, meinte dann aber: „Die Platte kann ich auch nicht mehr hören.“ Also legen wir sie vor dem Spiel heute Abend gegen 1860 München nicht auf, sondern nennen sieben Gründe, warum es endlich mal wieder mit einem Sieg klappt. Jedenfalls vielleicht.

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Geschichte wiederholt sich!

Die Heimbilanz gegen die „Löwen“ ist zwar alles andere als berauschend, trotzdem sind sie gerade jetzt ein willkommener Gast. Denn schon einmal konnten die Schwarz-Gelben eine negative Serie gegen die Münchner stoppen, und zwar genau nach 13 sieglosen Spielen: Am 10. Februar 2006 gelang durch Tore von Thomas Bröker und Tomasz Votava ein 2:0.

Statistik lügt nicht!

In dieser Woche hat Janßen die aktuellen Daten von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) bekommen. „Die Statistik macht Mut“, sagt er, denn Dynamo ist in puncto Laufleistung die drittbeste Mannschaft, liegt auch bei den Zweikampfwerten, Tempoläufen, Ballbesitz und Torschüssen mindestens im gesicherten Mittelfeld. „Wir haben viele Parameter, um ein Fußballspiel erfolgreich zu gestalten und müssen nicht nach oben zum lieben Gott gucken und beten: Bitte hilf uns! Das haben wir uns nicht hart erarbeitet, um am Ende abzusteigen.“

Poté schießt besonders scharf!

Die Aufstellung gibt Janßen nicht preis, aber ihm ist schon klar, „dass es die Verteidiger der ,Löwen‘ lieber hätten, wenn Micka nicht spielt“. Mickael Poté schießt gegen die besonders scharf. Die Hälfte seiner Saisontreffer hat er beim Hinspielsieg in München erzielt, nämlich eins. Seitdem ist er zwar torlos, aber insgesamt hat Dynamos Torjäger a. D. in vier Spielen gegen 1860 vier Tore erzielt. „Wenn der Pass kommt und er im richtigen Moment startet, kann er dem Gegner mit seiner Geschwindigkeit wehtun.“ Nach der Denkpause in Cottbus hätten Poté und Zlatko Dedic im Training die richtige Reaktion gezeigt. Zudem würden ihm die Stürmer versichern, sich lange nicht so fit gefühlt zu haben, berichtet Janßen – und er erklärt: „Dass die beiden ihre Qualitäten haben, steht außer Frage, und das stellt auch der Trainer nicht infrage.“

Elfmeterschütze tritt an!

Im Hinspiel hatte Amine Aoudia sich selbstbewusst den Ball geschnappt und zum 3:1-Endstand verwandelt. Der Algerier fehlt verletzt, möglicherweise sitzt mit Dedic ein nervenstarker Schütze nur auf der Bank. Janßen schmunzelt bei der Frage, wer denn einen Strafstoß schießen würde, nachdem der dafür eingeteilte Romain Bregerie in Cottbus die Kugel Idir Ouali überlassen hatte – mit fatalem Ende. „Es können alle davon ausgehen, dass ich weiß, wer den Elfmeter schießt, und dass der auch antreten wird.“ Wer so mutig sein wird, behält er für sich.

Keine Überraschung nach Trainerwechsel!

Friedhelm Funkel ist zwar eigentlich zu früh weg, denn schon zweimal wurde er nach Niederlagen gegen Dynamo entlassen. Aber sein Assistent Markus von Ahlen wird nicht allzu viel ändern. Marin Tomasov könnte in den Kader zurückkehren, dagegen soll Defensivakteur Markus Schwabl eine Pause bekommen. Janßen sieht möglichen personellen oder taktischen Veränderungen gelassen entgegen. „Wir kennen die Mannschaft und jeden Spieler aus dem Effeff, die wird ein anderer Trainer nicht neu erfinden können.“

Die Münchner mauern nicht!

Janßen schwärmt von der flexiblen, beweglichen Münchner Offensive. „Sie lieben das Kombinationsspiel.“ Das kommt den Dresdnern entgegen, wie sie beim 3:2 über Kaiserslautern, dem bisher letzten Sieg, eindrucksvoll bewiesen haben. Dagegen tun sie sich schwer, wenn der Gegner hinten Beton anrührt wie etwa Sandhausen beim 0:0. Der Trainer warnt zwar besonders vor Moritz Stoppelkamp und dem Japaner Yuya Osako, aber: Dynamos Defensive steht, konnte in den vergangenen vier Spielen nur durch zwei strittige Elfmeter überwunden werden.

Die Sehnsucht vereint alle!

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„Ich erwarte eine Mannschaft, die voller Sehnsucht spielt, endlich diesen Sieg zu schaffen“, sagt Janßen. „Jeder im Stadion soll spüren: Die Jungs wollen es unbedingt. Sie müssen in Vorleistung gehen, damit der Funke überspringt.“ Mehr als 25.000 Fans möchten helfen, diese Sehnsucht zu stillen, nur etwa 150 wollen die Gäste siegen sehen. Mehr Heimvorteil geht nicht.