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Pralinen aus Neustadt kommen groß raus

Die Leckereien von Schoko- Sommelière Sarah Gierig gibt es jetzt im Edelrestaurant. An Ideen dafür mangelt es ihr nicht.

© privat

Von Nancy Riegel

Neustadt. Noch vor einem Jahr hätte sich Sarah Gierig aus Neustadt kaum vorstellen können, mal in einem teuren Restaurant wie dem Kastenmeiers in Dresden ein und aus zu gehen. Aber vor einem Jahr war sie auch noch nicht Ostdeutschlands erste Schokoladen-Sommelière. Jetzt, mit dem Titel in der Tasche, hat sie ihren ersten „Schokoladen-Abend“ mit Acht-Gänge-Menü veranstaltet und ihre kleinen, süßen Kunstwerke haben es bis auf die Menükarte geschafft.

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Was man aus Schokolade alles zaubern kann, beweist Sarah mit ihren Kreationen wie dem Stiletto mit Pralinendekor.
Was man aus Schokolade alles zaubern kann, beweist Sarah mit ihren Kreationen wie dem Stiletto mit Pralinendekor. © privat
Zur Arbeit einer Schoko-Sommelière gehört auch, Verkostungen und Kurse durchzuführen und Messen zu besuchen, wie hier in Stuttgart.
Zur Arbeit einer Schoko-Sommelière gehört auch, Verkostungen und Kurse durchzuführen und Messen zu besuchen, wie hier in Stuttgart. © privat
Die junge Frau mag es gerne bunt und glitzernd und tobt sich kreativ aus.
Die junge Frau mag es gerne bunt und glitzernd und tobt sich kreativ aus. © privat

„Das ist schon irre!“ Der fröhlichen Blondine ist die Begeisterung für ihr Handwerk ein kleines bisschen unangenehm. Ist sie doch immer noch diejenige, die nachts in der Backstube steht und nachmittags mit verwuschelten Haaren den Verkaufswagen putzt. Aber sie ist eben auch diejenige, die mit perfekt gestylt über Schokolade referieren kann, als hätte sie niemals etwas anderes gemacht. Bodenständig, professionell, glamourös – das kommt gut an. Ebenso wie ihre Kreationen.

Erst kürzlich wurde sie zum Salon du Chocolat, einer bekannten Schokoladenmesse in Brüssel, eingeladen. Dort hat sie nicht nur Kleider aus Pralinen gesehen, sondern sich auch Ideen geholt. „Dieses Jahr sind gesunde Zutaten im Trend, wie getrocknete Früchte und Nüsse. Aber auch Gewürze und Kräuter, mit denen die Schokolade kombiniert wird. Und: Alles soll schön bunt sein und glitzern.“ Sarah bekam in Brüssel auch die Möglichkeit, etwas ganz Besonderes zu probieren, nämlich eine neue Schokoladensorte. Neben weißer, Vollmilch- und dunkler Schokolade hat der Schokoladenhersteller Callebaut die sogenannte „Ruby-Schokolade“ vorgestellt. „Sie ist von Natur aus rosa und schmeckt fruchtig“, berichtet Sarah. Vielleicht könne sie bald auch in der heimatlichen Backstube damit arbeiten, sagt sie.

Zurück aus Brüssel kamen die getrockneten Früchte auch schon bei ihren Oster-Schokoladen zum Einsatz. Sie verarbeitete sie in übergroßen Ostereiern. Und mit Gewürzen arbeite sie sowieso gerne, erzählt die junge Frau. Eine Praline, die bei Kastenmeiers angeboten wird, ist zum Beispiel-Mango-Minze-Kurkuma. In dem Restaurant im Kurländer Palais in Dresden stehen seit Februar zwölf verschiedene Schoko-Kreationen auf der Karte, die die Gäste zum Dessert naschen können. Etwa alle drei Wochen liefere sie Nachschub, berichtet die Neustädterin, alle drei Monate denkt sie sich neue Sorten aus. Es gab sogar schon Leute, denen die Pralinen so gut geschmeckt haben, dass sie nach Neustadt gefahren kamen, um weitere zu kaufen.

Dass man sich in der Region für Sarah Gierig und ihre schokoladigen Kreationen interessiert, zeigen auch zwei Fernsehauftritte in diesem Jahr. Zuerst war sie bei der Talkshow „Riverboat“ im MDR zu Gast, später wurde noch ein eigener Beitrag über sie gedreht. „Gut quatschen kann ich halt“, sagt sie und muss lachen. Deshalb war sie für Callebaut in letzter Zeit auch ein paar Mal auf Messen unterwegs, um die Arbeit und das Wissen eines Schokoladen-Sommelièrs zu erklären. Das würde sie gerne häufiger machen, sagt sie. Kommendes Wochenende referiert sie in der Akademie des Deutschen Bäckerhandwerks über Schokolade, im Mai und im Juni gibt sie in Köln einen Kurs zur Kakaomalerei. So ganz nebenbei steht sie auch noch in der elterlichen Backstube. Schlaf oder Schokolade? Sarah entscheidet sich dann häufig für Letzteres.