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Pirna

Übergabe im zweiten Anlauf

Kornelia Schmidt hat verspätet ihre Pirnaer Frauenarztpraxis abgegeben. Anna Wolf ist der Start eine besondere Herausforderung.

Dr. Kornelia Schmidt (l.) ist seit 1. April in Rente, Dr. Anna Wolf erwartet am Montag die ersten Patientinnen.
Dr. Kornelia Schmidt (l.) ist seit 1. April in Rente, Dr. Anna Wolf erwartet am Montag die ersten Patientinnen. © Daniel Schäfer

Kornelia Schmidt hatte gedacht, alles richtig zu machen. Vor über einem Jahr startete die Pirnaer Frauenärztin die Suche nach einer Nachfolgerin. Kornelia Schmidt wollte im Januar nach 28 Jahren mit der Praxis in Rente gehen.  Als Ausbildungspraxis hatte sie die besten Chancen. Danach sah es auch bald aus. Die dritte angehende Fachärztin wollte ernst machen und die Praxis übernehmen. Dass sie es dann doch nicht tat, wurde zum Glück für Anna Wolf.

Die 35-jährige Graupaerin hatte nämlich schon einmal Interesse. Doch als sie damals bei Kornelia Schmidt anfragte, hatte die die andere Favoritin bereits. Anna Wolf blieb also an der Uniklinik Dresden, wo sie wohl heute noch wäre, wenn nicht alles anders gekommen wäre. Die Favoritin nämlich machte im vergangenen Mai einen Rückzug. Kornelia  Schmidt war perplex. Sie hatte sich schon auf die Rente gefreut, auf Reisen, die Enkel, Zeit mit ihrem Mann. 

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Gespannt auf den ersten Tag

Auch Anna Wolf war zu diesem Zeitpunkt auch "verplant", nämlich im Babyjahr. Im Oktober begann sie wieder zu arbeiten und hatte vier Monate Kündigungszeit. Weil am Ende beide die Übergabe wollten, verschob Kornelia Schmidt ihre Rente. Nun hat Anna Wolf offiziell zum 1. April die Praxis übernommen. Diese Woche kämpft sie unter anderem noch mit der EDV.  Am Montag erwartet sie die ersten Patientinnen. 

Eigentlich läuft nun alles wie geplant. Fast. Denn zu all dem Neuen kommt nun noch Corona.  Am Freitag wird noch einmal zusätzlich Desinfektions- und Schutzmaterial bestellt. "Wir sind ganz gut aufgestellt", sagt Anna Wolf. Wie viele Patienten am Montag und die nächsten Tage kommen, weiß sie nicht. Die Termine wurden zwar schon etwas großzügig vergeben, sodass nie zu viele da sind. Die Stühle im Wartebereich werden dennoch noch mit mehr Abstand gestellt. 

Patienten abzusagen oder nicht, diese Entscheidung ist den Ärzten überlassen. Anna Wolf will abwarten und dann entscheiden. Sie hat sich eine eigene Praxis gewünscht und freut sich nun. "Es ist immer eine Herausforderung und nun mit Corona noch eine besondere." Wenn sie diese Krise meistert, hat sie wahrscheinlich das Schwerste in ihrer Berufstätigkeit gemeistert.

Von heute auf morgen von 100 auf Null

Als Kornelia Schmidt vor 28 Jahren mit ihrer Praxis startete, hatte sie den Vertrag für die Räume damals auf der Langen Gasse in Pirna schon unterschrieben, bevor sie die Prüfung abgelegt hatte. Das war wohl der Mut der Jugend und damaligen Zeit. 2005 zog sie dann auf die  Schössergasse. Sie hat alle Kalender seit 1992 aufgehoben, während ihres letzten Jahres hat sie Tagebuch geschrieben. Irgendwann wird sie das noch alles aufarbeiten.

Am Ende hat Kornelia Schmidt doch alles richtig gemacht. Bisher vermisst sie ihre Praxis noch nicht, auch wenn der Wechsel und Beginn des neuen Lebensabschnittes anders als gewünscht war. Sie hatte so viele Pläne für die Zeit nach der Berufstätigkeit. Doch Reise, Enkelbesuch - alles abgesagt. Von 100 auf Null von heute auf morgen. "Trotzdem, es war die richtige Entscheidung." Und das Abschiedsessen mit den Schwestern wird nachgeholt. Die wollen ja auch  noch ihr Geschenk übergeben.

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