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Preisgekrönte Wurst sichert Vertrauen

Wirtschaft. Konserven der Firma Opitz sind bei den großen Handelsketten gelistet. Seit genau zehn Jahren werden sie nahe Bischofswerda produziert.

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Von Helga Koch

Kennen Sie die großen Körbe mit Wurstgläsern im Eingangsbereich vieler Kaufhallen? Wer genauer hinschaut und das Etikett liest, staunt. Eingekochte Rotwurst, Schweinemett, Sülze, Griebenschmalz mit Zwiebeln und Äpfeln oder Flecke nach Hausmacher Art stammen aus dem Bischofswerdaer Ortsteil Schönbrunn und werden von der Firma Opitz hergestellt.

Bernhard T. Opitz stammt aus Dresden und ist Fleischermeister von Beruf. „Ich hatte erst eine kleine Fleischerei in Dresden und habe mich 1993 auf die Konservenrichtung spezialisiert“, erzählt der 41-Jährige. Auf der Suche nach einem geeigneten Produktionsstandort wurde die Familie in Schönbrunn fündig und erwarb die ehemalige Töpferei an der Hauptstraße. „Wir haben über 400 000 Euro an Krediten und Eigenkapital investiert, das Haus umgebaut und moderne Maschinen aufgestellt.“ Längst hat das Unternehmen die Zulassung der Europäischen Gemeinschaft und darf exportieren.

1997 hat sich die kleine Firma Opitz erstmals dem Handel auf der Ostproduktemesse in Düsseldorf vorgestellt – mit großem Erfolg. „Das hat eingeschlagen wie eine Bombe“, sagt der Unternehmer schmunzelnd. „Zuerst wurden wir bei Kaufland gelistet und haben fünf Märkte in Dresden beliefert.“ Inzwischen gibt es die verschiedenen Wurstsorten in verbraucherfreundlichen Größen mit 160 beziehungsweise 300 Gramm Inhalt auch bei Edeka, Rewe, Globus, Toom, Selgros und der Metro. Natürlich auch an Tankstellen oder in Baumärkten in der Region.

Medaillen im Büro

Das Fleisch bezieht das Unternehmen aus der Nähe von Lübbenau. Es wird frühmorgens sofort nach der Schlachtung in Kühlfahrzeugen angeliefert und sofort verarbeitet, wöchentlich dreieinhalb bis vier Tonnen. Die Gewürze, ausnahmslos Rohgewürze, kauft Bernhard Opitz von Großhändlern und Gewürzmühlen. Die Gläser liefert ein Großhändler aus Bremen, die würde der Firmenchef aber lieber in der Nähe kaufen. Dass die Hausmacher-Spezialitäten zunehmend gefragt sind, dürfte außer dem Geschmack einen weiteren Grund haben. Es werden weder Konservierungs- noch Hilfsstoffe eingesetzt. Dennoch halten sich die Konserven ungekühlt zwei Jahre.

Im Büro gibt es eine Vielzahl von Goldmedaillen und Urkunden der CMA, begeisterte Briefe von Kunden aus ganz Deutschland füllen einen dicken Ordner. „Zur Fachmesse Intermeat in Düsseldorf im September gab es wieder sehr gute Gespräche und sehr gute Angebote“, sagt Bernhard Opitz, der zurzeit noch nebenbei Betriebswirtschaft studiert und sehr viel im Außendienst unterwegs ist. Ansonsten beteiligen sich die Schönbrunner kaum noch an Verbrauchermessen, weil die Standmieten zu hoch sind. Kunden gewinne man eher durch Verkostungen in den Märkten: „Das kommt sehr gut an und schafft Vertrauen, das ist wichtig.“

Angesichts der großen Nachfrage würde die Firma gern investieren und erweitern. Das scheitere aber daran, dass in absehbarer Zeit keine zentrale Abwasserentsorgung in Schönbrunn gebaut wird, „wie es uns vor der Ansiedlung in der Mitte der 90er Jahre zugesichert worden ist“. Das Abwasser werde regelmäßig kontrolliert und sei in Ordnung.