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Preisrichter pusten auf Hasenbäuche

Dürrhennersdorf. Klaus Thomas und Hans-Jürgen Schubert wurden bei der 20. Bundesrammlerschau mit ihren Tieren Sieger.

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Von Elisa Schubert

Weiße Augenringe, das passende Gewicht, saubere Krallen, ein weißer Nackenhaken und natürlich die hellen Grannenhaare, die der Rasse ihren Namen geben: All das musste bei der Bundesrammlerschau genau stimmen. Und es hat gestimmt.

Die Rasse Weißgrannen blau hat einen Dürrhennersdorfer Bundessieger: Klaus Thomas mit seinem blaugrauen Rammler. Die Freude für Dürrhennersdorf machte Hans-Jürgen Schubert perfekt: Auch sein Kaninchenmann, ein Weißer Hotot, bekam eine Bundessiegerplakette. Sogar der bestbewertetste Rammler der Erfurter Schau kommt aus dem Oberland. Hartmut Ebermanns Zwergwidder-Männchen fehlte für einen Titel jedoch die nötige Konkurrenz in seiner Rasse.

Ehrungen zieren Schrankwand

Klaus Thomas kann es auch über zwei Wochen nach seinem Erfolg kaum glauben: „Ich habe gar nicht damit gerechnet, so gut abzuschneiden.“ Umso größer ist die Freude, dass sein ausgestelltes Zuchtkaninchen mit vorzüglichen 97 Punkten bewertet und damit Bundessieger wurde.

Die insgesamt 112 tierischen Sieger ihrer Rassen standen schon drei Tage vor der offiziellen Schau am 5. und 6. Februar fest. „Ich habe im Internet die Siegerliste studiert und die Käfignummer meines Rammlers gefunden“, beschreibt Klaus Thomas den besonderen Moment.

Am Wochenende konnte der Dürrhennersdorfer dann seine Auszeichnung in Erfurt persönlich entgegennehmen. Sie gesellt sich nun zu seinen bisher zirka vierzig Pokalen, die bereits die Schrankwand im Wohnzimmer zieren.

Auch in der Geflügelzucht – Klaus Thomas hat Zwerghühner und Enten – räumte der 55-Jährige schon ab. „Die Zucht der Weißgrannen steht aber im Vordergrund“, betont er. Die Hasen hat er schon 20 Jahre.

„Für die Rasse gibt es jede Menge Kriterien. Das geht beim dichten Fell los und hört bei der richtigen Ohrproportion auf“, erklärt Klaus Thomas. So wurde sein Weißgrannen-Kaninchen auch in Erfurt von Löffel bis Stummelschwanz genauestens untersucht.

„Es wird zum Beispiel auch auf den Bauch geblasen, wo das Fell dann hell scheinen muss. Ansonsten ist die Fellfärbung bei dieser Rasse blaugrau“, erklärt Klaus Thomas anhand des Kaninchenvaters. Der eigentliche Sieger ist nämlich nicht mehr mit nach Dürrhennersdorf gekommen. „Wir haben ihn an einen Züchter aus der Nähe von Kassel verkauft“, erzählt Klaus Thomas. Das zweite in Erfurt ausgestellte Kaninchen mit schwarzem Fell sitzt wieder im heimatlichen Stall, um für Nachwuchs zu sorgen.

Schon als Kind hatte Klaus Thomas mit der Tierzucht zu tun. Später wurde dieses Hobby in der eigenen Familie fortgeführt. Auch Ehefrau und Kinder kennen sich mit den 40 hoppelnden Stallbewohnern aus.

Mutter Natur würfelt die Gene

„Darunter sind vier Kleine. Im März kommen noch einige ,Osterhäschen‘ dazu“, sagt Ehefrau Margret Thomas. Ob ein neuer Bundessieger unter dem Nachwuchs sein wird, bleibt abzuwarten. Denn das Ehepaar Thomas kennt das Züchterschicksal aus jahrelanger Erfahrung: „Manchmal hat man Spitzentiere und trotzdem keinen Spitzennachwuchs. Wie es sich Mutter Natur eben gerade überlegt.“