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Priebuser Straße vorm Einsturz gerettet

Mitarbeitern vom Bauhof fiel bei der Reinigung der Bushaltestelle ein Loch im Asphalt auf. Sie verhinderten so Schlimmes.

In der Vorwoche brachten Mitarbeiter der beauftragten Strabag die Asphaltschicht für die an neuer Stelle errichtete Bushaltestelle in Podrosche auf.
In der Vorwoche brachten Mitarbeiter der beauftragten Strabag die Asphaltschicht für die an neuer Stelle errichtete Bushaltestelle in Podrosche auf. © Joachim Rehle

Podrosche. Man mag sich nicht vorstellen, was hätte passieren können, wenn das Loch nicht entdeckt und seine Ursache erforscht worden wäre. Möglicherweise wären in der Priebuser Straße ein Bus, ein Auto oder Menschen hineingestürzt und in mehrere Meter Tiefe gefallen. Denn wo die Bushaltestelle ist, stand vorm letzten Weltkrieg ein Wirtshaus. Dass von ihm noch Keller vorhanden sind, wusste niemand. Erst nachdem die darüber liegenden Erdschichten und der Straßenbelag ein rund 1,5 Meter tiefes Loch zeigten und darauf hin genaueren Untersuchungen erfolgten, wurde der Keller-Hohlraum entdeckt.

Wie Bürgermeister Tristan Mühl in der jüngsten Ratssitzung informierte, sei bei einer Vorortbegehung mit Strabag, Ortschaftsrat und Bürgermeister ebenfalls bemerkt worden, dass Borde im Bereich der Bushaltestelle bereits gerissen waren und sich der Asphalt großflächig hob. Daher, und nach Absprache mit dem Technischen Ausschuss der Gemeinde Krauschwitz, sei die sofortige Behebung der Gefahrenquelle beschlossen worden.„Die einstigen Kellerräume wurden verfüllt und verdichtet“, so Mühl. Auch 125 m² Asphaltbefestigung und Betonpflaster, über 65 Meter Bordsteine, rund 112m² ungebundene Befestigung und die Bushaltestelle seien ausgebaut und entsorgt worden. 

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Auf Anraten von Experten habe man auch die Lage der Busbucht verschoben. Die Haltestelle sei nun etwa sechs Meter zum gegenüberliegenden Bord herangeführt. Vorteile: Die Haltestelle liegt jetzt außerhalb der Hohlräume, ein teuerer Unterbau wurde überflüssig und die Kosten für den Asphalteinbau konnten ebenfalls minimiert werden. „Wir mussten zwar die Busbucht dafür opfern, was durch die im Vergleich zu den 1990er-Jahren nicht mehr so hohe Auslastung der Straße gerechtfertigt ist. Aber es war die effektivste und kostengünstigste Lösung“, erklärte der Bürgermeister.

Denn Fakt ist, dass die Gemeinde das Geld für die Instandsetzungsmaßnahme weder im laufenden Haushalt übrig noch geplant hatte. Immerhin sind für den Rückbau, das Setzen der neuen Borde, die Gehwegpflasterung und den Asphalteinbau rund 18.000 Euro zu zahlen.Wie Kämmerin Maren Helbig erklärte, handle sich jedoch um eine unvorhersehbare Aufgabe, so dass die sächsische Gemeindeordnung die Finanzierung zulasse. „Da es sich bei der Priebuser Straße in Podrosche um eine Gefahrenquelle handelte, ist ihre Instandsetzung auch ohne Deckung im Gemeindehaushalt möglich.“ 

Allerdings könne es sein, so die Kämmerin weiter, dass dadurch zum Nachtragshaushalt ein weiterer vom Gemeinderat beschlossener Nachtragshaushaushalt fällig wird. Noch geht Helbig davon aus, dass es nicht dazu kommt. Laut ihrer Aussage handele es sich bei der außerplanmäßigen Ausgabe um 0,14 Prozent des diesjährigen Gesamtetats des Krauschwitzer Haushalts. „Wir liegen damit im gesetzlich zulässigen Rahmen und ich gehe davon aus, dass es deshalb nicht zu einem erneuten Nachtragshaushalt kommen wird.“Der Gemeinderat stimmte der außerplanmäßigen Ausgabe für die Sofortsanierung der Priebuser Straße und die Verlegung der Bushaltestelle mehrheitlich – bei einer Neinstimme – zu. Letztlich konnten durch Umsicht der Bauhofmitarbeiter und schnelles Handeln der Gemeinde mögliche schlimme Folgen verhindert werden.

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