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Priestewitz will Lust aufs Dorf machen

Viele junge Familien wollen gern nach Priestewitz ziehen. Deshalb prüft die Gemeinde jetzt, wo noch gebaut werden kann.

Von Catharina Karlshaus

Susann Frentzen macht das, was viele Frauen zurzeit tun. Frühjahrsputz in allen Räumen, Ausmisten, dort, wo es nötig ist. In ihrer Eigenschaft als Bürgermeisterin einer Gemeinde mit 22 Ortsteilen schwingt sie den Besen natürlich in größerem Stil. Ziel der 34-Jährigen: Die genaue Sichtung der Bebauungspläne, derer es in Priestewitz offenbar einige gibt und die nun der Reihe nach gründlich auf den Prüfstand gestellt werden sollen. Von der Verwaltung unter die Lupe genommen werden dabei die über 15- bis 20-jährigen Exemplare. Ebenso vier weitere Pläne für gewerbliche Nutzung und sechs speziell für Wohnbebauung. „Und das ist längst noch nicht alles. Im Hauptamt liegen weitere Unterlagen, dazu fünf verschiedene Satzungen“, verrät die Verwaltungschefin.

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In Auftrag gegeben in den 1990er Jahren, sollten die Pläne die Art und Weise der möglichen Bebauung von parzellierten Grundstücken sowie die Nutzung der in diesem Zusammenhang frei zu haltenden Flächen regeln. So, wie das Baugesetzbuch es eben vorschreibt. Allerdings: Als die Pläne erarbeitet wurden, gab es das Priestewitz von heute so freilich noch nicht. Die einzelnen Altgemeinden – wie beispielsweise Strießen oder Lenz – werkelten noch eigenständig an ihrer Zukunft und legten über bestimmte Areale Bebauungs- und Flächennutzungspläne.

Pläne, die teilweise Wohnbebauung in Größenordnungen, sicherstellen sollte. Immerhin fünf Gebiete zur Errichtung von Eigenheimstandorten wurden Ende der 90er ausgewiesen. Während das auf der Kottewitzer Straße in Priestewitz schnell belegt war, schwächelte das Gebiet in Lenz an der Ringstraße mächtig. Ganz im Gegensatz zur Reihenhausbebauung im Ortsteil Strießen. „Dieses Grundstück gehört der Gemeinde, und da die Nachfrage vorhanden ist, wollen wir dort Möglichkeiten schaffen, straßenbegleitend bauen zu können“, sagt Susann Frentzen. Wie sie betont, sei der bis 2008 reichende Trend, dass die Priestewitzer ihre Heimat verlassen, glücklicherweise gestoppt. Und nicht nur das. Viele Familien aus der Landeshauptstadt entdeckten die günstig zwischen Großenhain und Meißen gelegene Gemeinde mittlerweile für sich. „Sie wissen, dass wir hier schöne und nunmehr wirklich modern sanierte Kindereinrichtungen sowie eine Grundschule haben. Einkaufsmöglichkeiten sind in der Nähe und die Verkehrsanbindung ist optimal. Also suchen sie gezielt nach Baugrundstücken.“

Um diese anbieten zu können, sollen die Pläne auf den neusten Stand gebracht und den Erfordernissen der Zeit angepasst werden. Straßenbegleitende Bebauung, so Frentzen, gehöre unbedingt dazu. Zudem die Überlegung, ob nicht das eine oder andere Grundstück zur Bebauung geeignet ist. So könne man darüber nachdenken, in Priestewitz selbst einen Teil der Fläche, auf der jetzt Gärten angesiedelt sind, umzunutzen. Kurzum: Wer Interesse und Lust aufs Landleben habe, solle sich ruhig bei der Gemeindeverwaltung melden. „Wir helfen dann schon weiter!“