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Prima Klima in der Zimmermann-Turnhalle

Mithilfe eines EU-Programms hat Leisnig moderne Lüftungstechnik eingebaut. Die spart Energie und Geld. Aber wie viel?

Die neue Lüftungsanlage der Leisniger Karl-Zimmermann-Turnhalle ist nicht nur flüsterleise im Vergleich zur alten aus den 1980er-Jahren. Sie arbeitet auch effizienter.
Die neue Lüftungsanlage der Leisniger Karl-Zimmermann-Turnhalle ist nicht nur flüsterleise im Vergleich zur alten aus den 1980er-Jahren. Sie arbeitet auch effizienter. © Heike Heisig

Leisnig. Wer von den Schul- und Freizeitsportlern jetzt draußen trainieren kann, der tut das. Aber nicht alle Sportarten lassen sich gut ins Freie verlegen. So wird Handball eher drinnen trainiert. Die Sportler konnten es kaum erwarten, die Karl-Zimmermann-Turnhalle nach der Modernisierung in Betrieb zu nehmen. Deshalb gehörten sie auch zu den ersten, die sich nach der Erneuerung der Lüftungsanlage über die Verbesserung freuen konnten.

„Das Raumklima in der Halle ist jetztein anderes, spürbar angenehmeres“, sagt Enrico Tappert, Auszubildener bei der Stadt Leisnig. Im Bauamt ist er aktuell mit für den Abschluss dieses Projektes in der Karl-Zimmermann-Sporthalle zuständig. Die Heizungs- und Lüftungstechnik dort stammte noch aus den 1980er-Jahren. „Die alten Lüfter haben es gar nicht mehr geschafft, die Luft umzuwälzen.“ Dank Riesenventilator bewegt sich die Hallenluft jetzt. Besonders an den Wänden, wo sich die Lüftungsschächte und -klappenbefinden, ist das spürbar. Gekühlt, wie bei einer Klimaanlage, wird die Luft aber nicht, erklärt Tappert.

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Die Lüftung ist mit einer Wärmerückgewinnungstechnologie ausgestattet. Die ebenfalls neue Gasheizung sorgt eigentlich hauptsächlich dafür, dass es in den Sanitärräumen warmes Wasser gibt. Ansonsten wird viel über die Lüftung reguliert: Verbrauchte Luft wird aufbereitet und der Halle mit Frischluft wieder zugeführt. Ein Wärmetauscher sorgt im Winter dafür, dass die Lüftung auch als Heizung fungiert. Das alles spart Energie – auch deshalb, weil es Einstellungen für einen Sommer- und Winterbetrieb, einen Spielbetrieb am Wochenende und auch einen Veranstaltungsbetrieb (für die Faschingspartys) gibt.

Bis 2025 könnte Fördergeld fließen

Ein Teil der alten Schächte ist noch einmal saniert und in das neue System eingebunden worden. Um einen 100-prozentigen Effekt zu erzielen, müssten später möglicherweise noch die Kanäle, sicher aber die Fenster getauscht werden. Das soll in den folgenden Investitionsplänen berücksichtigt werden – genau wie die restliche Erneuerung der Hallenfassade. Bis 2025 könnte im Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzenten“ dafür noch Fördergeld fließen.

Für den rund 156.000 Euro teuren Tausch der Lüftung in der Zimmermannhalle kann die Stadt Leisnig ein Drittel der Kosten als Zuschuss über das EU-Programm „Rures“ einplanen. Es unterstützt die Nutzung erneuerbarer Energien in ländlichen Regionen. Leisnig ist die einzige deutsche Kommune, von deren Erfahrungen bald auch andere Städte in Europa profitieren könnten.

So sollen auch mit den Erfahrungen der weiteren Partner ein Leitfaden und eine Übersicht entstehen: Welche Kosten werden für welches Verfahren benötigt? Welche Verfahren bewähren sich – oder eben nicht? Letztlich soll es einen Online-Vergleichsrechner geben, der ermittelt, wo welche Wertschöpfungseffekte erzielt werden. Für Leisnig sind hinsichtlich Kosten und Einsparungen erst Aussagen möglich, wenn die ersten ganzjährigen Betriebskostenabrechnungen vorliegen.

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