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Leipzig

Opa auf Dienstreise

Prinz Charles und seine Frau Camilla reisen mit dem Zug nach Leipzig. In London gibt es derweil erstmals einen Blick den vierten Enkel des britischen Thronfolgers.

Der britische Thronfolger Prinz Charles und seine Ehefrau Camilla (M) stehen mit Burkhard Jung (l), Bürgermeister von Leipzig, und und Michael Kretschmer (CDU, r), Ministerpräsident von Sachsen, auf dem Balkon des Rathauses.
Der britische Thronfolger Prinz Charles und seine Ehefrau Camilla (M) stehen mit Burkhard Jung (l), Bürgermeister von Leipzig, und und Michael Kretschmer (CDU, r), Ministerpräsident von Sachsen, auf dem Balkon des Rathauses. © dpa

Von Sven Heitkamp und Silvia Kusidlo

Das Königshaus kommt mit dem Zug und schüttelt Hunderte Hände: Prinz Charles und Herzogin Camilla sind Mittwochvormittag auf ihrem Deutschlandbesuch mit dem ICE aus Berlin nach Leipzig angereist. „Weil es praktisch ist, günstig und ein Zeichen der Nachhaltigkeit“, sagt ein Sprecher der britischen Delegation. Gegen 12:50 Uhr treffen die Royals dann mit Polizeieskorte, schwarzen Limousinen und Blaulicht vor der Thomaskirche ein, werden von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und ihren Frauen begrüßt. „Welcome, your Royal Highness!“

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Die Schaulustigen drumherum jubeln, eine Frau ruft lautstark „Charlsie“ über den Platz. Der 70-jährige britische Thronfolger und die Herzogin von Cornwall gehen sofort auf die Menschen zu, scherzen, greifen Hände. Ob er nicht in der Schule sein müsse, fragt der Prinz einen Jugendlichen auf dem Marktplatz. Einer Passantin sagte er auf Deutsch: „Mein Deutsch ist schlecht.“ Nach ein paar Minuten und einem Gruppenfoto geht es in die Kirche. Es gibt Orgelmusik, die Thomaner singen zwei Stücke von Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy. Charles und Camilla schauen sich Bachs Grab an und plaudern mit ein paar Chor-Knaben. Sie selbst sind diese Woche erneut Großeltern geworden – dank der Geburt des Sohnes von Prinz Harry und Herzogin Meghan.

Begegnungen mit den Menschen sind ausdrücklich gewünscht bei dieser Reise im Auftrag der britischen Regierung, hatte die Botschaft schon im Vorfeld verkündet. „Der Prinz von Wales und die Herzogin von Cornwall möchten bei ihren Auslandsreisen möglichst viele Menschen treffen – gerade auch hier in Deutschland, wo sich das britische Königshaus großer Beliebtheit erfreut.“ Und so läuft der Prinz von Wales eine Stunde später über den Leipziger Marktplatz, dicht bedrängt von Leipzigern und britischen Fans mit Fähnchen. Kurz darauf winken sie noch vom Balkon des Alten Rathauses, tragen sich in die Goldenen Bücher des Freistaates und der Stadt ein und treffen Jugendliche aus einem deutsch-britischen Schülerprojekt. Dazu gibt es Pralinen aus dem Ratskeller. Für Camilla ist es der erste offizielle Deutschlandbesuch seit zehn Jahren. Charles war seit 1962 bereits öfter als 30 Mal in der Bundesrepublik.

Danach geht es um die Rolle der Bürger bei der „Friedlichen Revolution“: In der Nikolaikirche treffen Charles und Camilla unter anderem auf den ehemaligen Dresdner Pfarrer Stephan Bickhardt – prominenter Vertreter der Bürgerrechtsbewegung in der DDR und Mitbegründer der oppositionellen Bewegung „Demokratie Jetzt“. Auch die Leipziger Bürgerrechtler Regina Schild und Uwe Schwabe sind dabei. Dann bricht Charles zu einem Abstecher ins Mendelssohn-Haus auf. Am Nachmittag wird er im Wörlitzer Park einen Baum pflanzen. Am Donnerstag besucht das royale Paar München. Danach geht es zurück – nach Clarence House, London.

Herzogin Meghan (r) zeigt zusammen mit Prinz Harry (2.v.l) ihren Sohn Archie Harrison Mountbatten-Windsor Königin Elizabeth II. (M), dem Herzog von Edinburgh (l) und ihrer Mutter, Doria Ragland (2.v.r). 
Herzogin Meghan (r) zeigt zusammen mit Prinz Harry (2.v.l) ihren Sohn Archie Harrison Mountbatten-Windsor Königin Elizabeth II. (M), dem Herzog von Edinburgh (l) und ihrer Mutter, Doria Ragland (2.v.r).  © SussexRoyal NEWS/PA Wire

Während Prinz Charles in Leipzig geduldig Hände schüttelt, präsentieren sein Sohn Prinz Harry und Herzogin Meghan im Schloss Windsor ihren kleinen Sohn erstmals der Öffentlichkeit: Archie Harrison Mountbatten-Windsor heißt er mit vollem Namen. „Er ist wirklich ruhig“, sagt die frischgebackene Mama über ihren Sohn. „Es ist magisch, es ist total toll. Ich habe die zwei besten Jungs auf der Welt, ich bin wirklich glücklich“, schwärmt Meghan.

Auch beim Fototermin beweisen die beiden, dass sie ein modernes Paar sein wollen: Denn nicht Meghan, sondern Harry hält den Sohn liebevoll im Arm. Die 37-Jährige streichelt dabei immer wieder ihrem Kind über den Kopf und ihrem Mann über den Arm. Am 19. Mai haben die beiden ihren ersten Hochzeitstag.

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Die Familie zeigt sich bestens gelaunt. Meghan schwärmt vom süßen Wesen ihres Sohnes. Und Harry witzelt: Er wisse gar nicht, von wem das Kind das habe. Der Kleine war am Montag zur Welt gekommen. Der junge Lord steht an siebter Stelle in der Thronfolge – Prinz wird er nur, wenn die Queen dies ausdrücklich erlaubt. Als jüngster Royal ist er das achte Urenkelkind von Königin Elizabeth II. (93) und der vierte Enkel von Prinz Charles. (mit dpa)