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Pro Stein zieht nach Bischofswerda

Das Unternehmen führt seine Verwaltung zusammen. Ein wichtiger Grund für die Standortwahl liegt unter der Erde.

© Steffen Unger

Von Ingolf Reinsch

Bischofswerda. Das Haus der Arbeitsagentur an der Stolpener Straße in Bischofswerda hat einen neuen Besitzer. Das Unternehmen Pro Stein mit Hauptsitz in Kindisch bei Elstra erwarb die Immobilie von der Bundesagentur für Arbeit. Zurzeit wird im Haus umgebaut und modernisiert. Bis November will das Unternehmen die Verwaltung der Pro-Stein-Gruppe in Bischofswerda zusammenlegen, sagte Geschäftsführer Jens Gerisch. Rund 20 Mitarbeiter wird Pro Stein in Bischofswerda künftig beschäftigen. Büroräume, die man nicht selbst braucht, sollen vermietet werden. Für Interessenten sei man offen.

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Pro Stein betreibt zehn Steinbrüche und eine Sandgrube, darunter in Kindisch, Wiesa, Oberottendorf, Pließkowitz sowie im Osterzgebirge und im Landkreis Görlitz. Der Umzug nach Bischofswerda habe vor allem infrastrukturelle Gründe, sagte Jens Gerisch. „Wir übertragen große Datenmengen zwischen den einzelnen Betrieben. Das ist sehr aufwendig.“ Eine zentrale Verwaltung soll Wege abkürzen. Man habe überlegt, ob man dafür neu baut – etwa auf dem Betriebsgelände in Kindisch – oder eine vorhandene Immobilie sucht. Schließlich sei die Wahl auf Bischofswerda gefallen. Der derzeitige Breitbandausbau fürs schnelle Internet sei bei der Entscheidung ein wichtiger Standortfaktor gewesen, sagte Jens Gerisch auf Nachfrage der SZ.

Über eine Tochtergesellschaft, die Vertriebsgesellschaft Mineralische Baustoffe (VMB), ist Pro Stein bereits seit vielen Jahren in Bischofswerda präsent. Das Unternehmen vertreibt sämtliche Produkte der Firmengruppe – von großen Wasserbausteinen bis zu Materialien für den Straßenbau. Aktuell beschäftigt das Firmenbündnis neun Mitarbeiter in der Stadt.

Oberbürgermeister Holm Große und Wirtschaftsförderer Matthias Hoyer haben bei der Standortsuche geholfen, indem sie mehrere Immobilien, darunter das Haus der Arbeitsagentur, ins Gespräch brachten, sagte Rathaus-Sprecher Sascha Hache. Auch bei der Suche nach Mietern werde man Pro Stein unterstützen. Bereits seit einiger Zeit gebe es „ein vertrauensvolles Verhältnis“ zwischen Pro Stein und seiner Bischofswerdaer Tochtergesellschaft und der Stadt. So überreichte die VMB im August 2016 eine 1 000 Euro-Spende an die Stadt. Dieses Geld kam Bischofswerdaer Kindereinrichtungen zugute.

Die Agentur für Arbeit bleibt noch bis Jahresende Mieterin im Haus. Danach werde die Geschäftsstelle Bischofswerda „in der bekannten Form nicht mehr weitergeführt“, sagte Agentursprecherin Iris Hoffmann. Grund ist die niedrige Arbeitslosigkeit in der Region Bischofswerda. Aktuell betreut die Agentur für Arbeit hier noch rund 250 Arbeitssuchende. Im November 2005 waren es fast 1500. Zudem nutzt die Berufsberatung Räume im Haus. Um weiterhin einzelne Dienstleistungen der Agentur für Arbeit am Standort Bischofswerda anbieten zu können, stehen die Agentur für Arbeit Bautzen und die Stadtverwaltung Bischofswerda im engen Kontakt und prüfen die zeitweise Nutzung kleinerer Geschäftsräume, so die Sprecherin.

Der mehr als 100 Jahre alte Fünfgeschosser war für die Herrmannsche Tuchfabrik errichtet worden. Er beherbergte Anfang des 20. Jahrhunderts eine Spinnerei. In der DDR wurde das Haus als Lagerfläche genutzt. In den späten 90er-Jahren baute man es zum Bürohaus um.