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Pro und Kontra: Lieber weiß oder heiß?

„Weiß muss es draußen sein“, meint unser Redakteur Steffen Gerhardt. Wer im Gebirge aufgewachsen ist und seine Jugend dort verbracht hat, der erwartet das Weihnachtsfest mit Schnee vor der Haustür. Nun ist die Oberlausitz nicht das Erzgebirge.

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Steffen Gerhardt und Alexander Kempf über Weiße Weihnachten in Niesky

„Weiß muss es draußen sein“, meint unser Redakteur Steffen Gerhardt.

Wer im Gebirge aufgewachsen ist und seine Jugend dort verbracht hat, der erwartet das Weihnachtsfest mit Schnee vor der Haustür. Nun ist die Oberlausitz nicht das Erzgebirge. Auch wenn die Landschaft flacher und niedriger ist, eine leichte Schneedecke ums Haus könnte man auch hier erwarten, oder?

Aber die Prognosen der Wetterbeobachter sagen es voraus, dass es wohl dieses Jahr nichts mit weißer Weihnacht wird. Im Gegenteil, bis auf acht Grad sollen die Temperaturen diese Woche noch einmal steigen. Was für eine verkehrte Welt!?

Dennoch bin ich mir sicher, die Oberlausitz bekommt ihre Ladung Schnee noch ab. Wenn auch nicht zu Weihnachten, dann vielleicht in den Winterferien. Schließlich heißen sie ja so. Die Kinder haben die größte Freude am Schnee, wohlgemerkt am richtigen Schnee und keiner wässrig-schmutzigen Pampe. Und das sollte man ihnen auch gönnen. Gewiss, die Kraftfahrer sind da anderer Meinung, wenn die Straßen weiß und glatt sind. Aber aus der Erfahrung der letzten Jahre hält das zeitlich nicht lange an. Deshalb seien uns ein paar Schneeflocken gegönnt.

„Lieber heiß als weiß“, sagt hingegen der Kollege Alexander Kempf.

Die Sehnsucht so vieler Menschen nach weißen Weihnachten erschließt sich mir als Pragmatiker nicht. Mich lässt Schnee wahlweise frieren oder ausrutschen. Auf beides kann ich gerne verzichten. Auch an Weihnachten. Dieser Tage wird es ohnehin so schnell dunkel, dass zur Bescherung nicht mehr ersichtlich ist, ob vor der Tür nun Schnee, Schneematsch oder nur Matsch liegt.

Das milde Jahr 2015 hat mir erst vor wenigen Wochen eine Freude gemacht. Da ist mir nämlich die Nebenkostenabrechnung meiner Wohnung ins Haus „geschneit“. Die satte Rückzahlung kann ich nun in Geschenke investieren. Und wenn ich am 24. Dezember meine Familie in der Heimat besuche, muss sich auch niemand sorgen, dass ich von einer verschneiten Straße rutsche oder stecken bleibe.

Natürlich hat der Schnee auch die eine oder andere positive Eigenschaft. Er dämpft die Hektik ein wenig. Doch entschleunigen lässt sich auch ohne Schnee. Zum Beispiel in südlichen Gefilden unter Palmen. Für ein seliges Weihnachtsfest braucht es weder Tannenbäume noch Schnee, sondern nur Menschen, die man liebt.