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Probeschießen auf der Eisstockbahn

Der 17. Schlesische Christkindelmarkt steht kurz vor der Eröffnung. Er soll der bisher größte werden.

© Pawel Sosnowski/80studio.net

Von Steffen Schreiber

Den Eisstock in der einen, den Glühwein in der anderen Hand. So bereiten sich Gerd Weise und Benedikt Hummel gerade auf die Eröffnung des Schlesischen Christkindelmarktes an diesem Freitag vor. Denn die Organisatoren von der Görlitzer Kulturservice GmbH haben sich für die mittlerweile 17. Ausgabe des östlichsten Weihnachtsmarktes Deutschlands etwas Neues einfallen lassen: Eine zehn Meter lange Eisstockbahn soll einen sportlichen Aspekt in die Vorweihnachtszeit bringen.

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„Uns schwebte diese Idee schon länger vor, doch bisher hatten wir keine Möglichkeit, sie zu verwirklichen“, erzählt Weise. So gab es zwar schon mehrere Testbahnen im Hinterhof des Kulturservices. „Aber eine Eisfläche zu erhalten, ist einfach zu viel Arbeit.“ Eine Spielbahn aus Plastik schafft nun Abhilfe. „Die kann entweder mit oder ohne Eis von bis zu zehn Personen bespielt werden“, so der Kulturservicemitarbeiter. Der Spaß kostet je nach Wochentag und Tageszeit zwischen 20 und 40 Euro pro Stunde, und es sollte vorgebucht werden. „Wir haben schon mehrere Firmen, die bei uns spielen wollen“, sagt Weise.

Aber anscheinend ohne Glühwein in der Hand. Denn wer sich das Warenangebot in der offiziellen Broschüre genauer anschaut, stellt fest, hier fehlt das traditionelle Heißgetränk. Hat das Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen nun ausgerechnet auf dem Untermarkt Einzug gehalten? Marktorganisator Weise wiegelt ab. „Nein, natürlich nicht. Glühwein auf einem Weihnachtsmarkt ist so selbstverständlich, den haben wir eben weggelassen.“

Für die kulinarische Versorgung ist also gesorgt. Wobei Glühwein, Bratwurst und Co für die Organisatoren bei ihrer Marktplanung nur nachgeordnete Priorität genießen. „Wir wollen keinen Ess- und Trinkmarkt, sondern uns von anderen Märkten durch ein tolles Warenangebot abheben“, erklärt Weise. 100 Händler konnte der Kulturservice diesmal für die zehn Markttage gewinnen. Von Mode, Schmuck, Keramik, Kunst und Spielzeug ist alles vertreten. „Und noch vieles mehr“, kündigt Weise an.

Neben den zahlreichen Händlern liegt den Marktmachern vor allem das umfangreiche Rahmenprogramm am Herzen, wie Michael Wieler betont. „Dazu haben wir in diesem Jahr mehr Görlitzer Initiativen und Vereine als Unterstützer gewinnen können als je zuvor“, freut sich der Kulturservicechef. So kümmert sich etwa der Görlitzer Ca-Tee-Drale-Verein um den Bau einer zwei Meter hohen Pyramide, wie Vereinsleiter Enrico Deege erklärt. „Dabei kann jeder mit Hand anlegen.“

Verschiedene Görlitzer Kirchengemeinden sind auch auf dem Markt vertreten. So kümmert sich etwa die katholische Pfarrei „Heiliger Wenzel“ um eine Dialogkrippe, die auf die Leiden der Flüchtlinge in aller Welt aufmerksam machen soll. Für das Lesezelt, in dem sich vor allem junge Marktbesucher mit heißem Tee und einer schönen Geschichte aufwärmen können, kümmert sich die freie evangelische Gemeinde.

Die evangelische Innenstadtgemeinde ist dieses Jahr vor allem im neuen „Weihnachtlichen Postamt“ vertreten. Hier können Besucher selbst Postkarten basteln und mitsamt einem offiziellen Christkindelmarktstempel verschicken. Darüber hinaus können festliche Videobotschaften an Flüchtlinge in Heimen des Landkreises aufgenommen und Sachspenden abgegeben werden. Täglich ab 18 Uhr sorgen verschiedene Bands, Orchester und Chöre für eine musikalische Untermalung des festlichen und sportlichen Treibens.

Öffnungszeiten Christkindelmarkt

Montag bis Donnerstag 14 bis 20 Uhr, Freitag bis 21 Uhr

Sonnabend 11 bis 21 Uhr, Sonntag bis 20 Uhr

Das Christkindel eröffnet gemeinsam mit dem Oberbürgermeister an diesem Freitag um 17 Uhr den Markt.

Infos zum Christkindelmarkt

03581 672410

www.szlink.de/christkindelmarkt