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Bautzen: Bombardier-Werk ist gut aufgestellt

Die aktuelle Entwicklung beim Bahnbauer zeigt, wie Kapitalismus funktioniert, meint Reporter Tilo Berger. Aber: Die Oberlausitz kann da mithalten.

Bombardier hat in seinem Bautzener Werk Millionen investiert, erst Ende 2019 wurde ein neues Testcenter eingeweiht. Doch nun hat der Konzern ein neues Sparprogramm angekündigt.
Bombardier hat in seinem Bautzener Werk Millionen investiert, erst Ende 2019 wurde ein neues Testcenter eingeweiht. Doch nun hat der Konzern ein neues Sparprogramm angekündigt. © SZ/Uwe Soeder

Nach Jahren ständiger Umstrukturierungen und Stellenkürzungen schien bei Bombardier so etwas wie Ruhe eingezogen zu sein. Der Konzern investierte viel Geld, vor allem in Bautzen, und kam auch gut durch die Corona-Krise. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt, an Arbeit mangelt es nicht. Was eher nach mehr Stellen klingt als nach weniger.

Und dann das: Mitten in die scheinbare Ruhe platzt die Nachricht von erneuten Stellenstreichungen. Doch bei Lichte besehen, kommt das Thema gar nicht mal so überraschend. Nächstes Jahr könnte Bombardier aus kanadischen in französische Hände kommen. Und ehe die neuen Besitzer radikal den Rotstift ansetzen, tun es die alten lieber nochmal selbst mit Augenmaß. Das ist bei bevorstehenden Unternehmensverkäufen nicht ungewöhnlich.

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Wer jetzt auf etwas mehr Ruhe nach dem Alstom-Deal hofft, kann schon heute eine Enttäuschung einplanen. Die neuen Chefs werden sich alles, wirklich alles genau anschauen und auch nachsehen, wo sie sparen können. Darüber muss sich niemand beklagen, so funktioniert Kapitalismus.

Aber die künftigen Inhaber werden auch ausloten, wie und wo sie noch mehr Geld verdienen können. Und da sind die beiden Oberlausitzer Werke, vor allem Bautzen, gut aufgestellt. Die übernächste Unruhe bei Noch-Bombardier könnte der Region zum Vorteil gereichen.

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