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Projekt passt jetzt zum Geld

Baugeschehen. Bei der Sanierung der Mittelschule Klingenberg bleiben Wünsche offen.

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Von Regine Schlesinger

Das hat es in der Geschichte unseres Gemeinderates noch nicht gegeben“, stellte Bürgermeisterin Kerstin Winkler (parteilos) zur Gemeinderatssitzung am Mittwochabend fest, ehe sie die Beratung vorzeitig beendete. Nur sieben der 18 Gemeinderäte waren erschienen, zu wenige, um Beschlüsse fassen zu können. Das Gros hatte sich aus dienstlichen Gründen oder krankheitshalber entschuldigt. Dass dies ausgerechnet zur Fußball-WM passiert, ist sicher nur ein Zufall. Als neuer Sitzungstermin wurde der kommende Donnerstag bestimmt. Der ist übrigens fußballfrei.

Die Gemeinderäte, die gekommen waren, erfuhren von Planern des Baubüros Freiberg (BBF), wie das umfangreichste Bauvorhaben der Gemeinde, die Sanierung der Schule in Klingenberg, ablaufen wird. Monatelang wurde an dem Projekt gebastelt. Es musste immer neue Abmagerungsrunden durchlaufen, um das Budget von 1, 5 Millionen Euro nicht zu überschreiten.

Den vor allem aus Sicht der Schule schmerzlichsten Eingriff brachte die Entscheidung des Regionalschulamtes Dresden, die Bildungseinrichtung nicht dreizügig, sondern nur zweizügig auszubauen, nachdem sich für das neue Schuljahr nur 40 Kinder angemeldet hatten. Geplant wird die Schule nun für 300 bis 360 Schüler und 25 bis 30 Lehrer.

Als „kurzsichtig“ bezeichnet Schulleiter Peter Runge diese Entscheidung. Schule sei mehr als nur Unterricht, sagte er. Stünden jetzt im Schulgebäude noch rund 185 Quadratmeter für die Nutzung als Freizeit- und Pausenbereich sowie für außerunterrichtliche Angebote bereit, sehe das Projekt dafür nichts mehr vor. „Das ist nicht meine Philosophie von Schule“, betonte Runge. Er verwies auch darauf, dass im kommenden Schuljahr über 400 Schüler in 18 Klassen und zwei Hauptschulgruppen in Klingenberg lernen werden. Da müssen auch Fachkabinette und andere Räume als Klassenzimmer genutzt werden. Für unglücklich hält er daher, dass im neuen Schuljahr mit dem Innenausbau begonnen werden soll, wofür Räume frei gelenkt werden müssen. Das Planungsbüro sieht keine Chance, den Bauablauf zu ändern. „Die Leidensfähigkeit der Schüler und Lehrer wird auf eine harte Probe gestellt“, räumte BBF-Geschäftsführer Ulrich Reichelt ein. Bürgermeisterin Kerstin Winkler (parteilos) geht davon aus, dass die starke Belegung der Schule vorübergehend ist und sie wieder zweizügig wird. „Bis dahin ist die Fantasie der Schule gefragt“, sagte sie.

Nach der Sanierung wird die Schule über 16 Klassenräume, die erforderlichen Fachkabinette, einen größeren Musik- und Mehrzweckraum und eine Schulbibliothek verfügen. Ein Anbau am Eingangsbereich dient als Windfang und Foyer. Mit Aufzug und den entsprechenden Sanitäreinrichtungen wird die Schule behindertengerecht. Während die Heizung nur zum Teil erneuert werden muss, erfolgen in den Bereichen Lüftung, Sanitär und Elektro komplette Neuinstallationen.

Die Fördergelder sind bereits beantragt. Wenn alles klappt, ziehen im September die ersten Bauleute ins Schulhaus ein. Ziel ist, dass die letzten September 2008 das Schulgelände verlassen. Gebaut wird in vier Abschnitten. Auf die Sanierung im Gebäude folgen der Anbau des neuen Eingangs und des Aufzuges. Dem schließt sich die Fassadensanierung an. Den Abschluss bilden Arbeiten im Außengelände.